Strigi nutzen

Um die Desktopsuchmaschine zu nutzen, müssen Sie zunächst den Strigi-Daemon starten. Er durchsucht in der Grundeinstellung sämtliche Dateien in Ihrem Home-Verzeichnis. Sie starten den Daemon über strigidaemon & auf der Kommandozeile. Root-Rechte braucht er dazu nicht, solange er keine Dateien außerhalb Ihres Home-Verzeichnisses indizieren soll. Den ersten Durchlauf starten Sie am besten am späten Abend nach der täglichen Arbeit und lassen den PC über Nacht werkeln. Nach dieser Erstindizierung macht sich der Strigi-Daemon normalerweise nicht mehr negativ bemerkbar.

Für die Suche gibt es unter KDE 4 noch keine eingebetteten Tools, die sind erst für Version 4.3 geplant. Bis dahin nutzen Sie das Qt-Programm Strigiclient. Sie starten es über [Alt]+[F2] und den Befehl strigiclient. Strigiclient startet unter OpenSuse auch automatisch den Daemon. Im neuen Fenster tippen Sie den gesuchten Dateinamen oder zum Beispiel den Interpreten eines Musikstücks in das Suchfeld am unteren Fensterrand ein (Abbildung 7). Da Strigi zum Aktualisieren des Indexes nicht auf Inotify setzt, benötigt das Tool ein paar Sekunden, bis Inhalte neuer Dateien im Suchindex auftauchen. Der Inotify-Support ist laut FAQ zwar integriert, aber in der Grundeinstellung nicht aktiv [7].

Abbildung 7: Nicht besonders hübsch, aber sehr mächtig: Der Strigi-Client.

Strigiclient sortiert die Treffer automatisch nach bestimmten Kriterien, der Reiter all zeigt jeweils sämtliche Treffer an. Um von der Suche wieder zurück zum Einstellungsdialog zu wechseln, muss das Suchfeld leer sein. Sie starten dann entweder explizit die Indizierung oder ändern die Auswahl der Verzeichnisse. Bei unseren Tests unter OpenSuse 11.0 mit KDE 4.2 funktionierte dies jedoch nur nach dem direkten Editieren der Konfigurationsdatei ~/.strigi/daemon.conf.

Fazit

Während die KDE-Entwickler beim Desktop bereits alle geplanten Features verwirklicht haben und der Benutzer ein für den täglichen Gebrauch geeignetes System bekommt, gibt es bei der Integration von Strigi und Nepomuk noch ein paar Baustellen. Sobald die Entwickler diese noch beheben (geplant ist das für KDE 4.3), gehört KDE 4 aber definitiv zu den innovativsten Desktops überhaupt.

Glossar

RDF

Resource Description Framework. Vom WWW-Konsortium verabschiedeter Standard für das Speichern semantischer Informationen.

Inotify

Funktion des Kernels, die Programme über neue und veränderte Dateien informiert.

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