Finden statt suchen

Zurzeit fehlen KDE 4.2 noch grafische Tools für die Suche. Zugriff auf die von Nepomuk indizierten Daten erhalten Sie über die URL nepomuksearch:/ in Dolphin oder Konqueror. Nepomuk zeigt in der Grundeinstellung vier Ordner für sämtliche Musikdateien, Dateien vom aktuellen Datum und vom Vortag sowie die zuletzt benutzte Dokumente an (Abbildung 6). Dabei handelt es sich um virtuelle Verzeichnisse, die einfach sämtliche Dateien anzeigen, die einem vorher festgelegten Suchkriterium entsprechen. Möchten Sie zum Beispiel alle Dokumente anschauen, denen Sie das Tag "cool" vergeben haben, geben Sie folgende URL ein:

nepomuksearch:/hastag:cool

Leider existiert dieses Feature bei KDE 4.2 vorerst nur auf dem Papier. In unseren Tests mit Kubuntu 8.10 und OpenSuse 11.1 verabschiedete sich der Prozess nepomukservices jeweils mit einem Segfault-Error.

Abbildung 6: "Zeig mir alle Dokumente an, die ich gestern neu angelegt habe.": Mit Nepomuk klappt das in Zukunft ohne komplizierte Suche.

Für eine noch bequemere Suche in der Nepomuk-Datenbank hat Sebastian Kügler ein Plasma-Applet programmiert. Das Widget Crystal Desktop Search[4] befindet sich allerdings erst im KDE-Entwicklerzweig Plasma-Playground und dürfte erst mit KDE 4.3 Einzug in den Plasma-Desktop halten.

Strigi

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Datei zu finden: Man lässt entweder find die komplette Platte oder eine bestimmte Partition durchsuchen oder setzt ein besonderes Werkzeug ein, das in einer eigens dazu angelegten Datenbank nach den gewünschten Inhalten sucht. Traditionellerweise nutzt man für den zweiten Weg das Paar locate und updatedb.

Die traditionellen Unix-Tools haben den Nachteil, dass sie entweder ziemlich lange für eine Suche brauchen (find) oder nur nach Dateinamen suchen, aber nicht nach Inhalten (locate). Ein Werkzeug, das beide Probleme löst, nennt man im Neuhochdeutschen "Desktopsuchmaschine". Zu den bekanntesten Vertreter dieser Gattung zählen die Desktop-Suche von Google, Spotlight unter Mac OS X und Beagle von Novell.

Die KDE-4-eigene Suchmaschine Strigi [5] nutzt ihrerseits wiederum das Backend Clucene [6]. Strigi durchsucht in der Grundeinstellung die Meta-Informationen von OpenOffice- und PDF-Dokumenten, MP3-Dateien und diversen Bildformaten sowie Dateien im Textformat, RPM- und Debian-Archive. Die Informationen dazu sammelt das Tool in mehreren Indexdateien unter ~/.strigi/clucene. Je nach Anzahl der Dateien und der Menge an Meta-Informationen wächst dieses Verzeichnis schnell auf mehrere hundert Megabyte Größe an. Der Nachteil einer Desktopsuchmaschine besteht somit in den relativ großen Indexdateien; zudem braucht der Rechner zum Erstellen des ersten Indexes relativ lange und belegt dabei Festplatte und CPU intensiv mit Beschlag.

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