Der Strom an neuen Netbooks reißt nicht ab. Für diese Ausgabe testeten wir drei Geräte von Fujitsu-Siemens, Hasee und Toshiba (siehe Tabelle "Das Testfeld"), von denen der Handel zwei auch mit vorinstalliertem Linux anbietet.
Amilo Mini
Fujitsu-Siemens zeigt, wie man Netbooks baut, die nicht Linux-kompatibel sind. Das Amilo Mini erhält als erstes Testgerät in acht Jahren von der Redaktion das Prädikat "Absolut nicht für Linux geeignet". Schuld daran sind die Funktionstasten für die Displaybeleuchtung und das WLAN-Modul: Sie senden weder Keycodes, noch arbeiten sie direkt mit dem BIOS zusammen. So lässt sich unter Linux die Helligkeit des Displays nicht regeln, lediglich im BIOS gibt es zwei Einstellungsmöglichkeiten für den Akku- und den Festnetzbetrieb. Auch zum Ein- und Ausschalten des WLAN-Adapters muss man jeweils das BIOS aufrufen.
Das Amilo Mini versagt nicht nur bei diesen beiden K.O.-Kriterien, sondern wartet daneben gleich noch mit weiteren Mängeln auf. So arbeiten die Scharniere für das Display sehr streng, und die Maustasten rechts und links des Touchpads, die zudem in eine ausgefallene Dreieckform auslaufen, erweisen sich als reichlich gewöhnungsbedürftig (Abbildung 1). Der Speicherkartenslot lässt SD-Karten zudem um rund einen Zentimeter hervorstehen, was den Transport den Netbooks bei eingelegter Karte unnötig erschwert.
Wer sich von diesen Negativpunkten und vom doch recht hohen Preis (rund 370 Euro) nicht vom Kauf abhalten lässt, bekommt ein ansonsten solide gebautes Netbook mit integriertem Bluetooth-Adapter und einer für ein 9-Zoll-Gerät angenehm großen Tastatur. Ebenfalls positiv fällt die satte Soundausgabe auf.
Als WLAN-Modul kommt ein Atheros-Adapter zum Einsatz, der über den ath5k-Treiber problemlos mit aktuellen Distributionen zusammenarbeitet (sofern der Adapter denn im BIOS aktiviert ist). Die Akkulaufzeit konnten wir mangels statischer Displaybeleuchtung nicht realistisch messen, Sie dürfte aber mit dem mitgelieferten 2200-mAh-Akku um die üblichen 2,5 Stunden liegen.
Das Testfeld
| Hersteller | Toshiba | Hasee | Fujitsu-Siemens |
|---|---|---|---|
| Modell | NB100 | Q130 | Amilo Mini |
| Display | 8,9 Zoll, spiegelnd | 10 Zoll, matt | 8,9 Zoll, matt |
| Auflösung | 1024 x 600 | 1024 x 600 | 1024 x 600 |
| Prozessor | Atom N270 | Atom N270 | Atom N270 |
| RAM | 512 MByte | 1 GByte | 1 GByte |
| Festplatte | 80 GByte HDD | 160 GByte HDD | 60 GByte HDD |
| Webcam | 0,3 Megapixel | 1,3 Megapixel | 1,3 Megapixel |
| WLAN | 802.11g | 802.11g | 802.11g |
| Besonderes | 1 RAM-Slot noch frei | Baugleich mit One A560 B und Belinea o.book xs | Bluetooth 2.1 |
| Akkulaufzeit (Linux) | 3 Stunden | 2 Stunden | 2-3 Stunden |
| Gewicht | 1 kg | 1,3 kg | 1 kg |
| Preis (ca.) | 280 Euro | 280 Euro | 370 Euro |
Hasee Q130
Das Q130 (Abbildung 2) gibt es unter dieser Bezeichnung in Europa nicht zu kaufen: Die chinesische Firma Hasee gehört zu den weltweit größten Computerherstellern und beliefert in der Regel nur den Großhandel, keine Endkunden. Das Testgerät fand den Weg in die Redaktion direkt aus Hongkong. Das Q130 ist baugleich mit dem One A560 B [1] und dem Belinea o.book xs [2] von von Brunen IT. Beide Netbooks gibt es mit vorinstalliertem Ubuntu, wobei das One A560 mit 280 Euro deutlich günstiger kommt als die Belinea-Variante (350 Euro).
Im Inneren des knapp 1,3 kg schweren Netbooks verrichtet der übliche Atom N270 von Intel seine Arbeit. Als WLAN-Adapter kommt der bereits etwas ältere Realtek RT2573 zum Einsatz, der aber über das Kernelmodul rt73 sehr gut mit Linux zusammenarbeitet. OpenSuse-Nutzer müssen noch das Paket ralink-firmware nachinstallieren, unter Ubuntu, Fedora und Mandriva arbeitet der Adapter ohne zusätzliches Setup. Die 1,3-Megapixel-Webcam stammt von Chicony und funktioniert mit den uvcvideo-Treibern. Das Netbook ist mit 1 GByte Hauptspeicher ausgestattet, der sich bis auf 2 GByte ausbauen lässt. Auf unserem Testgerät war Ubuntu 8.10 vorinstalliert, andere Distributionen lassen sich ebenfalls problemlos einrichten.



