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Superschick

Cowon S9 im Test

23.02.2009 Der neueste MP3-Player von Cowon gibt sich schon rein äußerlich als Glanzstück. Doch auch unter der Haube überzeugt der S9 mit OGG- und Flac-Support.

Eigentlich war für diesen LinuxUser ein Test des Linux-basierten Cowon O2 gedacht. Doch nachdem Cowon auf Grund markenrechtlicher Probleme den Player in Europa kurzfristig aus dem Programm nahm [1], springt nun der nicht minder interessante S9 in die Bresche.

Der Cowon S9 verfügt über ein 3,3 Zoll großes Aktiv-Matrix-OLED-Display, das im 16:9-Format 480 x 272 Bildpunkte anzeigt. Der Player spielt neben den Audio-Standards MP3 und WMA auch OGG-Vorbis- und FLAC-Dateien ab und überzeugt wie alle bisher getesteten Cowon-Player durch eine sehr gute Soundqualität.

Der Player ist an der breitesten Stelle etwa 1 cm dick (Abbildung 1) und wiegt mit Akku weniger als 80 Gramm. Das von Cowon Deutschland [2] zur Verfügung gestellte Testgerät bringt 16 GByte Flash-Speicher mit und kostet im Internet rund 275 Euro, das baugleiche Modell mit 8 GByte Speicher gibt es schon für 230 Euro. Für die Tests verwendeten wir die Firmware 2.07 vom Januar 2009.

Abbildung 1: Sehr elegant und schön flach: die Breitseite des S9.

Im Unterschied zu den bisherigen Cowon-Geräten benutzt der S9 keinen Standard-USB-Anschluss, sondern den von Samsung eingeführten, flachen Mini-USB-Stecker. Wer sein Kabel zu Hause vergessen hat, kann den Player somit nicht einfach mit einem herumliegenden USB-Kabel aufladen. Das Benutzerinterface hat Cowon für den Touchscreen des S9 angepasst.

Der S9 verfügt neben dem Touchscreen auch über einen Bewegungssensor: Kippt man das Gerät, erfolgt die Wiedergabe automatisch im passenden Modus, egal ob Audio- oder Videoplayer. OGG-Vorbis-Dateien unterstützt der S9 bis zur Qualität Q10, MP3 und WMA mit bis zu 320 kbps. Der aktuelle S9 bringt ein analoges Radio mit, Support für digitales Radio (DAB) plant Cowon für spätere Modelle.

Der S9 lässt sich nicht nur über den Touchscreen bedienen, sondern auch über fünf Bedienelemente an der Gehäuseoberseite. Dabei kann man die Hold-Funktion so einstellen, dass sie nur den Touchscreen sperrt, nicht aber die Tasten.

Linux-freundlich

Die Nutzung unter Linux bereitet keinerlei Probleme, der Cowon S9 arbeitet in der Grundeinstellung als USB-Massenspeichergerät. Nach dem Anschluss an den Rechner erkennt Linux ein externes Laufwerk, das die meisten Distributionen automatisch nach /media/COWON S9 einhängen. Über das Setup-Menü des S9 schalten Sie auch den MTP-Support einschalten, in den Tests gab es aber dazu keinen Grund. Zu den unterstützten Audioformaten gehört neben OGG-Vorbis, MP3, Flac und WMA auch Monkey's Audio, das Hörbuchformat Audible soll über ein Firmware-Upgrade folgen.

Als besonderes Schmankerl bringt der Cowon-Player auch Support für Flash-Spiele und -Movies mit, über die Bluetooth-Schnittstelle lässt er sich zudem mit einem Stereo-Headset verbinden. Cowon-Deutschland gibt die Akkulaufzeit mit 55 Stunden (Audio) beziehungsweise 11 Stunden (Video) an. In den Tests erreichten wir gut 40 Stunden bei intensivem Betrieb.

Der S9 erkennt sämtliche Meta-Informationen aus den OGG-Vorbis-Dateien und ordnet die Sammlung somit automatisch nach Interpret, Album oder Genre. Auch Coverbilder zeigt der Player an, sofern sich im Musikordner ein entsprechendes JPEG-Bild mit dem Dateinamen cover.jpg befindet (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der S9 zeigt auch von OGG-Vorbis-Dateien sämtliche Metainformationen an und erkennt die Coverbilder.

Auf der Video-Seite unterstützt der S9 Xvid- und WMV9-Dateien, die meisten Videos muss man somit zunächst konvertieren. Dazu genügt beispielsweise der folgende FFmpeg-Aufruf:

$ ffmpeg -i film.mpeg -vcodec libxvid -s 480x272 -acodec libmp3lame film.avi

Die Wiedergabe verläuft absolut ruckelfrei und das Display bietet einen sehr großen Blickwinkel.

Kritikpunkte

Wie bei Touchscreen-Geräten üblich, sieht der Player schon nach dem ersten Benutzen nicht mehr so schick aus. Auf der spiegelglatten Oberfläche bleibt jeder Fingerabdruck hängen. Auch liegt der S9 nicht besonders gut in der Hand, da er durch die Bananenform gerne hin und her rutscht. Hält man den Cowon S9 in der Hand, lassen sich die Bedienelemente auf der Gehäuseoberseite nicht erreichen, auf der Seite wären sie deutlich praktischer gewesen. Abgesehen von diesen kleinen Mängeln bietet der Cowon S9 aber höchste Audioqualität zu einem zugegebenermaßen recht hohen Preis.

Glossar

Aktiv-Matrix-OLED

Ein per aktive Matrix verstärktes Display, das anstelle von konventionellen LEDs organische Leuchtdioden (OLED) benutzt. OLED-Displays sind günstiger als traditionelle LED-Displays, über die zusätzliche aktive Matrix weisen AMOLED-Bildschirme brilliantere Farben auf und verfügen über einen besseren Einblickswinkel. Nachteile sind die etwas kürzere Lebensdauer von OLED-Displays.

MTP

Media Transfer Protocol. Von Microsoft und Canon entwickeltes Protokoll zur Datenübertragung zwischen Multimedia-Endgeräten und PCs.

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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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