Jokosher und entstand wie viele Programme der Open-Source-Welt aus Unzufriedenheit: Anfang 2006 suchte der Projektbegründer Jono Bacon eine Open-Source-Alternative zu Schnittsystemen wie Cubase, um seinen Podcast "LugRadio" zu produzieren. Das neue Programm sollte möglichst einfach zu bedienen und auch für Menschen ohne tiefgreifendes Verständnis des Audioschnitts leicht zu erlernen sein. Bacon initiierte das Projekt [1] noch unter dem Namen Jonoedit. In seinem Podcast verkündete er den Start und suchte nach Entwicklern.
Diesen Aufruf hörte Laszlo Pandy [2] und wurde zum Maintainer des Projekts, das bald den Namen in Jokosher änderte. Derzeit steht Jokosher bei Versionsnummer 0.10.1 und ist damit in einem noch sehr frühen Stadium. Das zeigt sich unter anderem an den noch sehr lückenhaften Lokalisierungen. Jokosher nutzt die Gnome-Desktopumgebung sowie das Multimedia-Framework Gstreamer. Große Teile der Programmierung sind in Python umgesetzt, beispielsweise die Erweiterungen.
Installation
Die Jokosher-Installation stellt den Anwender – sofern eine Gnome-Umgebung zur Verfügung steht – vor keine großen Schwierigkeiten. In den Repositories von 8.04 LTS und Ubuntu 8.10 findet sich bereits ein passendes Paket, Benutzer anderer Distributionen müssen selbst Hand anlegen. Glück hat, wer eine Distribution mit aktueller Gnome-Umgebung nutzt. Hier steht üblicherweise der Großteil der vorausgesetzten Pakete bereits bereit. Auf anderen Systemen gilt es die Abhängigkeiten (Tabelle "Abhängigkeiten") vor der eigentlichen Jokosher-Installation händisch ins System einzubauen.
Das Einrichten des Programms bereitet keine Probleme: Sie entpacken einfach den von der Jokosher-Homepage [3] heruntergeladenen Tarball in ein Verzeichnis Ihrer Wahl und wechseln in das dabei neu entstandene Verzeichnis Jokosher-Version
. Dort rufen Sie mit administrativen Rechten das kleine Skript setup.py auf, das die Komponenten des Programms an die passenden Stellen im System befördert. Der Audio-Editor selbst landet in /usr/bin, sodass Sie ihn anschließend mit dem Befehl jokosher direkt aufrufen können.
Abhängigkeiten
| Komponente | Version |
|---|---|
| Python-Komponenten | |
| Python | 2.4 |
| Python-Cairo-Bindings | 1.2.0 |
| Python-DBus-Bindings | 0.71 |
| Python-XML-Tools | 0.8.4 |
| Python-Glade2-Bindings | 2.8 |
| Python-GTK2-Bindings | 2.8 |
| Python-Gstreamer-Bindings | 0.10.6 |
| Python-Setuptools | 0.6 |
| Gstreamer-Komponenten | |
| Gstreamer | 0.10.12 |
| Gnonlin | 0.10.8 |
| Base Plugins | 0.10.12 |
| Good Plugins | 0.10.5 |
| Ugly Plugins (optional, MP3) | 0.10.5 |
| Bad Plugins (optional, LADSPA-Effekte) | 0.10.4 |
Nach dem Start begrüßt Jokosher Sie mit einem Willkommensdialog (Abbildung 1), über den Sie ein neues Projekt anlegen oder ein bereits existierendes auswählen. Schon hier ermöglicht die Schaltfläche Preferences das Konfigurieren des Audio-Editors. Eine dieser Konfigurationsmöglichkeiten erlaubt, den Willkommensbildschirm ganz abzuschalten – dafür reicht ein Klick in das Kästchen Don't show this on start-up.
Wichtiger jedoch als diese Einstellung ist die Wahl des Aufnahmeformats. Abhängig von den installierten Gstreamer-Plugins können Sie verschiedene verlustfreie und verlustbehaftete Formate nutzen. Danach stehen das Festlegen der Sample-Rate für die Aufnahme sowie die Auswahl des Ausgabe-Plugins an.
Projektarbeit
Nachdem Sie die wichtigsten Einstellungen festgelegt haben, legen Sie über die Schaltfläche Create a New Project das erste Projekt an. Dazu wählen Sie einen Namen sowie einen Speicherort für das Projekt. Später können Sie auch Vorlagen nutzen, die bereits ein vorgefertigtes Set an Spuren bereitstellen.
Ein vorerst letzter Klick auf OK, dann öffnet sich Jokoshers übersichtliches Hauptfenster und präsentiert die noch leere Benutzeroberfläche (Abbildung 2). Am oberen Rand unter der Menüleiste sitzen die wichtigsten Steuersymbole, die Zeitanzeige sowie der Umschalter zwischen dem jetzt sichtbaren Fenster und der Mixer-Ansicht. Unter dieser Leiste befindet sich die Zeitleiste und die Ansicht des Metronoms. Den unteren Fensterrand bilden ein horizontaler Scrollbalken und die Zoom-Regler.



