Schlanker Datenhändler
Schneller Torrent-Client für die Konsole
Web-Interface
Wer die Konsole nicht mag und eher auf grafische Oberflächen setzt, der poliert Rtorrent mit dem Web-Interface Wtorrent auf (siehe Kasten "Wtorrent installieren"). Dessen Bedienung gestaltet sich recht einfach: Unter Hinzufügen geben Sie die URL zu einem Torrent an oder laden eine neue Torrent-Datei hoch, unter Übersicht beobachten und beenden Sie aktuelle Torrents.
Ob die bunte Ajax Oberfläche von Wtorrent den Betrieb eines eigenen Webservers rechtfertigt, müssen Sie für Ihre persönlichen Anwendungszwecke entscheiden. Wollen Sie häufig remote von Computern nach ihren Torrents sehen, die über keinen SSH-Client verfügen, erweist sich Wtorrent als interessante Möglichkeit.
Wtorrent installieren
Als Web-Frontend setzt Wtorrent logischerweise einen Webserver voraus. Haben Sie bereits einen solchen installiert, verwenden Sie diesen. Andernfalls greifen Sie am besten zu Lighttpd [3], da er Webserver mit deutlich weniger Ressourcen auskommt als etwa sein Kollege Apache.
Der Webserver Ihren Wahl benötigt auf jeden Fall Support für SCGI[4] und PHP (unter Debian und Ubuntu installieren Sie dazu für Apache zum Beispiel die Pakete libapache2-mod-php5 und libapache2-mod-scgi). Außerdem benötigen Sie die PHP-Schnittstellen zu XMLRPC, Curl, PDO und SQLite. Abschließend müssen Sie SCGI noch aktivieren. Unter dem Gespann Debian und Apache erledigen Sie dies mit a2enmod scgi auf der Kommandozeile. Für Lighttpd werfen Sie einen Blick in die Datei server.modules. Bei Apache fügen Sie außerdem noch die folgende Zeile in die Konfigurationsdatei ein:
SCGIMount /RPC2 127.0.0.1:5000
Die selbe Aufgabe erledigen Sie für Lighttpd mit der folgenden Zeile:
scgi.server = ( "/RPC2" => ( "127.0.0.1" => ( "host" => "127.0.0.1", "port" => 5000, "check-local" => "disable" )))
Über SCGI kommunizieren Wtorrent und Rtorrent miteinander. In Rtorrent aktivieren Sie dazu durch Hinzufügen der Zeile scgi_port = localhost:5000 in der Konfigurationsdatei ~/.rtorrent.rc. Haben Sie das erledigt, fahren Sie mit der eigentlichen Installation von Wtorrent fort. Das Programm liegt so gut wie keiner Distribution bei. Laden Sie deshalb den Programmcode mittels Subversion in das Verzeichnis wtorrent im Docroot des Webservers herunter:
$ svn export svn://wtorrent-project.org/repos/trunk/wtorrent/ wtorrent
Steht Ihnen die DVD-Edition dieser Ausgabe zu Verfügung, entpacken Sie stattdessen einfach das Archiv von der Heft-DVD in das Docroot des Webservers. Der Webserver benötigt Schreibrechte auf diverse Verzeichnisse unterhalb von wtorrent/. Setzten Sie diese mit chmod 777 für tpl_c, db, conf und torrents.
Fahren Sie mit der Installation fort, indem Sie http://localhost/install.php aufrufen. Geben Sie einen beliebigen Benutzernamen und ein Passwort ein. Die restlichen Einstellungen brauchen Sie im Grunde nicht anzutasten. Es empfiehlt sich allerdings, den Eintrag Default folder to save torrent data an das Verzeichnis anzupassen, das Sie bereits in der .rtorrent.rc unter directory spezifiziert haben. Nach der Installation löschen Sie die Datei install.php einfach.
Glossar
SCGI
Simple Common Gateway Interface. Ein Standard für den Datenaustausch zwischen einem Webserver und anderer Software. SCGI ist eine Alternative zu klassischem CGI.
[1] Rtorrent-Homepage: http://libtorrent.rakshasa.no
[2] Screen-Workshop: Heike Jurzik, "Richtig Fensterln", LinuxUser 10/2006, S. 94, http://www.linux-user.de/ausgabe/2006/10/094-screen/
[3] Lighttpd-Homepage: http://www.lighttpd.net
[4] SCGI-Spezifikation: http://python.ca/scgi/protocol.txt



