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Schlanker Datenhändler

Schneller Torrent-Client für die Konsole

NAT

Steht Ihr PC hinter einem NAT-Router, dann müssen Sie die für Rtorrent genutzten Ports (in der Regel 6890 bis 6999) auf den PC weiterleiten. Um mit Rtorrent Daten herunter zu laden, ist dies zwar nicht unbedingt erforderlich, erhöht jedoch meistens die Downloadrate für eine Datei im Netz. Leiten Sie eingehende Verbindungen nicht an Ihren PC weiter, weist Ihr Router Versuche von anderen Clients ab, Dateien von Ihrem Rechner wieder zu laden. Eine korrekt eingerichtetes Port-Forwarding erhöht also die Anzahl der Peers, die im Netz Daten tauschen.

TIPP

Da Rtorrent Ports nach außen offen hält, empfiehlt es sich aus Sicherheitsgründen dringend, das Programm niemals als Superuser zu betreiben.

Ob die Weiterleitung korrekt funktioniert und andere Peers Ihre Rtorrent-Instanz kontaktieren können, kontrollieren Sie ganz einfach, in dem Sie in den Torrent-Details den Punkt Peer list auswählen. Werfen Sie einen Blick in die fünfte Spalte: Steht dort ein l bedeutet dies, dass ihr Rechner eine Verbindung aufgebaut hat. Findet sich dort ein r, dann kam der Anstoß zu diesem Datentausch von einem anderen Peer. Das Auftauchen von r signalisiert also, dass das Port-Forwarding funktioniert. Beachten Sie aber, dass die anderen Peers nach dem Start des Torrents immer ein paar Minuten brauchen, bis sie einen Verbindungsaufbau versuchen.

Konfiguration

Trotz des schlanken Aufbaus bietet Rtorrent sehr detaillierte Konfigurationsmöglichkeiten. Die Bandbreite reicht vom simplen Voreinstellen der Datenraten bis zu einem automatisiertem Starten und Beenden von Torrents. Möchten Sie selbst Hand an die Einstellungen legen, erzeugen Sie die Datei ~/.rtorrent.rc in Ihrem Home-Verzeichnis. Fügen Sie zunächst die folgenden Zeilen an, um die Up- und Download-Raten zu begrenzen:

download_rate = 1800
upload_rate = 50

Passen Sie dabei die Werte an Ihre Bedürfnisse an. Die Angabe erfolgt in KByte/s. Setzen Sie einen Eintrag auf 0 oder verzichten Sie auf eine Angaben, nutzt der Client die gesamte verfügbare Bandbreite. Bei normalen ADSL-Anschlüssen liegt die Upload-Rate meistens wesentlich niedriger als liegt die Downloadrate. Zum Surfen oder für andere Internetaktivitäten brauchen Sie jedoch immer auch eine gewisse Upload-Bandbreite. Eine voll ausgelastete Leitung führt hier schnell zu Behinderungen. Legen Sie daher die Upload-Rate maximal auf rund drei Viertel der verfügbaren Bandbreite fest.

Damit die Torrent-Downloads nicht immer in dem Verzeichnis landen, aus dem Rtorrent aufgerufen wurde, legen Sie den folgenden Eintrag an:

directory = /Pfad
/Verzeichnis
/

In Zukunft legt Rtorrent die heruntergeladenen Dateien immer am dort angegebenen Ort ab und setzt an dieser Stelle einen abgebrochenen Download fort.

Das wahrscheinlich praktischste Feature von Rtorrent stellt jedoch das automatische Starten von Torrents aus einem Verzeichnis heraus dar. Lassen Sie Rtorrent zum Beispiel regelmäßig das Download-Verzeichnis des Webbrowsers überprüfen, brauchen Sie beim Surfen nur noch eine Torrent-Datei anzuklicken und herunterzuladen, damit Rtorrent automatisch mit dem Download beginnt. Diese Automatik macht den Umgang mir Torrents so komfortabel wie HTTP-Downloads. Mit der folgenden Zeile schalten Sie die Überwachung ein:

schedule = watch_directory,5,5,load_start=/home/User
/downloads/*.torrent

Perfekt arbeitet Rtorrent damit aber noch nicht, da automatisch gestartete Torrents ohne händisches Abbrechen für immer weiter laufen. Abhilfe schafft die folgende Zeile:

schedule = ratio,60,60,"stop_on_ratio=200,200M,2000"

Diese erlaubt es Torrents, bis zu einer Ratio von 2.0 und einem minimalen Upload von 200 MByte weiterzulaufen. Bei sehr kleinen Torrents bricht die Software spätestens bei einer Ratio von 20.0 ab. Bevor Sie die Konfigurationsdatei wieder schließen, fügen Sie noch schnell die Zeile key_layout = qwertz hinzu: Sie behebt das oben im Abschnitt "Bandbreite" angesprochene kleine Problem mit deutschen Tastaturen und erlaubt es, die Bandbreite in Zukunft mit [Y],[X] und [C] zu regeln.

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Infos zum Autor

Daniel Gultsch

Daniel Gultsch

Daniel Gultsch ist Student an der RWTH Aachen. Seit über 7 Jahren setzt er nun ausschließlich Linux auf seinen Rechnern ein. Zur Zeit läuft auf seinem Desktop ein Gentoo Linux mit KDE 4.4 und auf seinem Thinkpad X301 ein Gentoo mit dem Tiling WM i3. In seiner Freizeit hält er ein Netzwerk mit ~250 Benutzern am Laufen.

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LinuxUser 06/2012

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