Im Profil

Sie starten die grafische Oberfläche von Unison mit der Eingabe von unison-gtk im Terminal oder dem Schnellstartfenster ([Alt]+[F2]). Alternativ verwenden Sie den Eintrag im Startmenü, den Sie unter OpenSuse beispielsweise unter Dienstprogramme | Synchronisieren | unison finden.

Arbeiten Sie vorzugsweise textbasiert, haben Sie die manuelle Konfiguration schnell erledigt. Dazu legen Sie Verzeichnis ~/.unison sowie die Profildatei ~/.unison/default.prf an (die grafische Unison-Variante erzeugt diese beim ersten Aufruf automatisch). Der Inhalt des Standardprofils default.prf kann wie folgt aussehen; entsprechende Pfade der heimischen Konfiguration müssen Sie anpassen.

root = /home/markus/Dokumente
root = ssh://winhost/c:/dokumente und einstellungen/markus/eigene dateien/

Die erste Zeile gibt das zu synchronisierende Verzeichnis auf dem Linux-Rechner an, die zweite das auf der Windows-Seite. Das führende ssh beschreibt den Verbindungstyp, danach folgen hinter den zwei Slashes der Hostname oder die IP-Adresse des Windows-Rechners. Nach einem weiteren Slash zeigt der Buchstabe samt Doppelpunkt auf das Laufwerk unter Windows, abschließend kommt der Verzeichnisname. Auf Groß- und Kleinschreibung brauchen Sie nicht zu achten, da Windows diese nicht unterscheidet.

Alle diese Einträge lassen sich auch in der grafischen Version von Unison erstellen, in der Sie auch mehrere Profile verwalten und Verbindungstypen auswählen. Da sich die grafische Oberfläche gegenüber den Vorgängerversionen nicht wesentlich geändert hat, hilft hier der Artikel unter [4].

Bei einem einfachen Ausführen von unison auf der Konsole verwendet das Tool zur Synchronisation das Standardprofil default.prf. Legen Sie weitere Profile – sei es grafisch oder via Texteditor – anlegen, können Sie eine profilgesteuerte Synchronisation vornehmen, indem sie den Aufruf von Unison um den jeweiligen Profilnamen ergänzen. So nutzt beispielsweise unison fotos das Profil ~/.unison/fotos.prf.

Erweitertes Profil

Die Einstellungen von Unison erlauben eine Vielzahl zusätzlicher Optionen – genauere Informationen darüber liefert das Unison-Handbuch [6]. So legen Sie beispielsweise fest, wo Unison Backups der synchronisierten Daten ablegt, welche Pfade es ignoriert und mit welchem Befehl es Dateien zusammenführt.

Ändern sich Dateien auf beiden Seiten, müssen die Unterschiede in eine neue Datei einfließen. Für Datenkonsistenz sorgt dabei eine entsprechende Zeile im Profil, die wie folgt aussehen kann:

merge = Name *.txt -> diff3 CURRENT1 CURRENTARCH CURRENT2 -m > NEW

Unison erlaubt den Einsatz beliebiger Merge-Programme, im angeführten Beispiel kommt das Unix-Tool Diff3 zum Einsatz. Das benötigt drei Dateien: die beiden unterschiedlichen Versionen sowie ein Backup im Zustand vor der letzten Synchronisation. Aus diesen bastelt Unison dann eine neue Datei mit den Änderungen von beiden Seiten.

Damit das funktioniert, müssen Sie in der Profildatei noch angeben, wo und wie Unison die Backups speichert. Das Schlüsselwort Backuplocation legt dabei fest, wie das Programm die Sicherungen ablegt: entweder im jeweiligen Verzeichnis der synchronisierten Datei (local) oder zentral in einem Verzeichnis auf beiden Seiten (central). Dabei gilt es zu beachten, dass der Pfad in Backupdir auf beiden Seiten vorhanden ist. Andernfalls kann Unison, je nach Synchronisationsrichtung, auf einem der beiden Systeme kein Backup anlegen. Da Linux und Windows verschiedene Verzeichnisstrukturen verwenden, empfiehlt es sich, bei der plattformübergreifenden Synchronisierung auf das zentrale Lagern von Backups zu verzichten.

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