Start und Stopp

Sie starten Fsniper über den gleichnamigen Befehl aus einem Terminal oder Schnellstarter ([Alt]+[F2]) heraus. Nach jeder Änderung der Konfiguration müssen Sie das Tool beenden — etwa mit killall fsniper – und neu aktivieren.

Fsniper führt in der Datei ~/.config/fsniper/log ein recht knapp gehaltenes Protokoll. Um etwas ausführlichere Infos zu erhalten, starten Sie Fsniper mit der Aufrufoption --verbose angeben. Das Logfile beobachten Sie beispielsweise mit tail -f auf der Kommandozeile. Über den Parameter --log-to-stdout weisen Sie Fsniper hingegen an, das Protokoll direkt ins Terminal zu schreiben.

Unendliche Möglichkeiten …

Fsniper lässt sich in zahlreichen Szenarien nutzbringend einsetzen. Teilen Sie etwa im heimischen Netzwerk einen Ordner mit Anderen, lassen Sie Fsniper beispielsweise alle ankommenden Audiodateien dorthin verschieben (Listing 1, letzter Anweisungsblock) und geben so neue Musik direkt frei. Regeln, die beispielsweise Rsync oder Scp zum Transfer auf entfernte Rechner verwenden, können Sie eine Sonderbehandlung zukommen lassen.

Fsnipers handler kann mit Verzögerungen umgehen und so unerledigte Datentransfers (etwa, weil der entfernte Rechner nicht erreichbar ist) wieder und wieder anstoßen. Dazu schreiben Sie vor den ersten Block (watch) zwei Zeilen, die regeln, wie viele Sekunden Fsniper bis zum nächsten Versuch wartet und wie oft er probiert, seine Anweisungen auszuführen:

delay_time = 300
delay_repeats = 10

Eine spezielle Behandlung benötigen auch Downloads, die Sie mit Firefox vornehmen. Der Browser legt nämlich temporäre Dateien mit der Endung .part an, den tatsächlichen Dateinamen setzt er erst nach Abschluss des Downloads. Im Quellcode-Verzeichnis von Fsniper finden Sie den Ordner contrib, der ein Skript mit einer möglichen Lösung für dieses Problem enthält.

Listing 1
# Beispielkonfiguration für Fsniper
watch  {
  # beobachte '~/downloads/drucken'
  ~/downloads/drucken  {
    # beziehe Unterverzeichnisse mit ein
    recurse = true
    # schaue nach Dateien des Typs '.pdf' und '.ps'
    /\.(pdf|ps)$/  {
      # schicke Datei mit vollem Pfadnamen über
      # 'lp' an Standarddrucker:
      handler = lp %%
    }
  }
  # beobachte '~/downloads/torrents'
  ~/downloads/torrents  {
    # schaue nach Torrent-Dateien (MIME-Typ)
    application/x-bittorrent  {
      # Abfragedialog:  'ja' = Datei nach '~/torrents'
      # 'nein' = es passiert nichts
      handler = if zenity --text "Neue Torrent-Datei (%f) gefunden. Zum Torrent-Verzeichnis hinzufügen?" --question; then mv %% ~/torrents; fi
    }
  }
  ~/downloads/musik  {
    recurse = true
    # MIME-Typ: alle Audiodateiformate
    audio/*  {
      # verschiebe Datei nach '/home/shares'
      handler = mv %% /home/shares
    }
  }
}

Glossar

MIME

Multipurpose Internet Mail Extensions. Ursprünglich als Erweiterung für Mailclients entwickelt. Inzwischen verwenden Betriebssysteme die MIME-Typen, um Dateien bestimmten Programmen zuzuordnen.

Infos

[1] Fsniper herunterladen: http://projects.l3ib.org/trac/fsniper

[2] Regulären Ausdrücke: Martin Möller, "Strukturierte Suche", LinuxUser 08/2005, S. 90, http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/08/090-regex/

[3] Programme selbst kompilieren: Andreas Kneib, "Auf zu den Quellen", LinuxUser 07/2005, S. 86, http://www.linux-user.de/ausgabe/2005/07/086-kompilieren/

[4] Debian-Pakete selbst bauen: Carsten Schnober, "Wie am Schnürchen", LinuxUser 02/2008, S. 88, http://www.linux-user.de/ausgabe/2008/02/088/

[5] RPM-Pakete erstellen: Tim Schürmann, "Korrekt verstaut", LinuxUser 07/2006, S. 52, http://www.linux-user.de/ausgabe/2006/07/052-rpm/

[6] Zenity und KDialog: Kristian Kißling, "Klacker, Klacker, Klick, Klick", LinuxUser 06/2008, S. 36, http://www.linux-user.de/ausgabe/2008/06/036/

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