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Aufgebrezt

XFCE 4.6 Beta 2 im Kurztest

Mehr Features

Auch viele weitere Neuerungen finden sich in der Infrastruktur. So schrieben die Entwickler das Menüsystem komplett neu, was die Performance drastisch befördert: In XFCE 4.4 taucht ein manuell geänderter .desktop-Eintrag aus /usr/share/applications erst nach bis zu einer Minute im Menü auf, in der 4.6er-Beta bereits nach einer Sekunde.

Xfdesktop unterstützt in Kooperation mit einer aktuellen X.org-Version nun das Hotplugging von Monitoren. Stecken Sie das zweite Display an, übernimmt Xfdesktop automatisch dessen Verwaltung. Mithilfe des neuen Dialogs für die Desktop-Einstellungen setzen Sie jetzt zum Beispiel transparente Hintergrundfarben und Sie beeinflussen, welche Icons auf dem Desktop tatsächlich erscheinen. Auch den bislang fehlerhaften XFCE-Mixer schrieben die Programmierer von Grund auf neu: Er nutzt nun das Gstreamer-Framework und unterstützt verschiedenste Sound-Systeme gleichzeitig, darunter Alsa, OSS und Pulse Audio.

Transparentes Netz

KDE und Gnome bieten bekanntlich die Möglichkeit, für den Benutzer transparent auf Speicher im Netzwerk so zuzugreifen, als handele es sich um die lokale Festplatte. Dazu legt man in Konqueror, Dolphin oder Nautilus lediglich einmal eine Verbindung ("Netzlaufwerk") an, um den extrenen Speicherplatz per NFS, SMB, FTP, SSH oder WebDAV zu nutzen. Dieses elegante Verfahren beherrschte der XFCE-Dateimanager Thunar bislang noch nicht, sodass die Benutzer auf dienstespezifische Programme wie PyNeighborhood oder gFTP ausweichen mussten. Das Zusatzprogramm Sion [2] von Enrico Tröger aus dem XFCE-Goodies-Repository [3] beseitigt nun dieses Manko Thunars.

Sion hängt nicht zwingend von XFCE ab, es arbeitet auch mit anderen Desktops zusammen. Allerdings geht ohne das aus dem Fundus des Gnome-Projekts stammende GIO/GVFS gar nichts. GIO/GVFS verwaltet die diversen Netzwerkprotokolle mit Hilfe eines GVFS-Fuse-Daemons. Dieser mountet die eingerichteten Verbindungen bei Bedarf im Ordner .gvfs im Heimatverzeichnis des Benutzers. Sion verwaltet diese Verbindungen in einer grafischen Oberfläche.

Die Software erwartet vom Benutzer den URI des Netzwerkspeichers, den Benutzernamen und eine frei wählbare Bezeichnung für die Verbindung. Einmal angelegt, sehen Sie die Verbindung als Icon in Sion (Abbildung 2). Ein Doppelklick darauf und die Eingabe des Zugangspassworts stellen die Verbindung zum Netzlaufwerk her; der GVFS-Fuse-Daemon mountet es. Anschließend startet Sion den Dateimanager.

Abbildung 2: Für Sion gibt es bislang werde eine Dokumentation noch eine Hilfe-Funktion. Die meisten Funktionen erschließen sich aber von selbst.

Soweit die Theorie – in der XFCE-4.6-Beta unter Zenwalk funktioniert der Aufruf des Dateimanagers Thunar noch nicht, denn Thunar beherrscht kein GVFS. Der Sion-Entwickler Enrico Tröger gibt dazu folgenden Tipp: "Tragen Sie in den Sion-Einstellungen anstelle von Thunar als Dateimanager gvfs-open ein. Das startet Thunar automatisch mit dem richtigen Mountpunkt." Alternativ öffnen Sie manuell den Ordner .gvfs. Die in Sion einmal eingerichteten und aktivierten Verbindungen bleiben auch über die gesamte Login-Session erhalten (Abbildung 3).

Abbildung 3: Steht die Verbindung zum Remote-Dateisystem, kann jede GTK-Anwendung im Speicherdialog darauf zugreifen.

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Kommentare
Sion heißt jetzt Gigolo
Enrico Tröger (unangemeldet), Donnerstag, 26. Februar 2009 00:08:46
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Ein kleiner Hinweis, Sion wurde Ende Januar in Gigolo umbenannt. Die Webseite hat sich entsprechend geändert: http://www.uvena.de/gigolo/.

Gruß Enrico


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Infos zum Autor

Horst erklärt, wenn ich nicht weiter weiß.

Michael Stibane

Admin eines heterogenen Reichs von etwa 150 Rechnern, diversen Kassen-, Waagen- und Warenwirtschaftssystemen und vier Servern eines Bildungsinstituts (http://bdhdd.de), IT Dozent in Dresden mit LPIC 1. Als gelernter Mechaniker bin ich jedenfalls nicht mehr ernsthaft an der Fräsmaschine oder an einer Drehbank einsetzbar. Ebenfalls im Bild: Mein Unterrichtskater Horst.

Zum Blog von Michael Stibane →


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