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Angetestet

Programme im Kurztest

23.02.2009

Bequem Programme und URLs ausführen mit Drun

Das Ruby-Skript Drun arbeitet ähnlich einem Schnellstarter: Es stellt in einem Dialogfenster eine Eingabezeile bereit, in die ein zu startendes Programms oder einen aufzurufenden URI eintragen. Dabei genügt es, nur die Anfangsbuchstaben des Befehls oder Verzeichnisses anzugeben.

Über eine integrierte Funktion zum Vervollständigen des Pfads, die auf der Tabulatortaste liegt, komplettieren Sie die Eingabe – ganz wie von der Bash gewohnt. Geben Sie keinen Befehl ein, öffnet ein Druck auf [Tab] eine Verlaufsliste mit den zuletzt eingegebenen Befehlen, aus denen Sie das gewünschte Kommando auswählen.

Tragen Sie statt eines Befehls lediglich einen Verzeichnispfad in die Drun-Eingabe ein, öffnet das Programm automatisch einen Dateimanager mit dem eingegebenen Verzeichnis. Standardmäßig startet dazu Nautilus. Über die entsprechende Variable in der Konfigurationsdatei .drunrc wechseln Sie bei Bedarf auf einen anderen Dateimanager.

Drun verarbeitet aber nicht nur Programme oder Verzeichnisse, sondern weiß auch mit URLs umzugehen. Standardmäßig startet es diese in Firefox. Allerdings existiert auch hierfür ein Option in der Konfigurationsdatei, sodass Sie andere Browser nutzen könnten.

Drun 1.0.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://drun.sourceforge.net

Wertung

Drun ergänzt ideal Windowmanager, die keine Schnellstartfunktion im Gepäck haben. Zum schnellen Zugriff empfiehlt sich, das Programm auf eine Tastenkombination zu legen.

KBasic bringt Visual-Basic-Flair auf den Linux-Desktop

Der moderne Basic-Dialekt KBasic orientiert sich in Funktionsumfang und Bedienkonzept an Visual Basic und Java. Er verhält sich kompatibel zu VB6, setzt auf Qt4 auf und liegt in Versionen für Linux, Mac OS X und Windows vor. Das erlaubt es, KBasic-Programme plattformübergreifend einzusetzen. Das ursprünglich proprietäre KBasic liegt jetzt auch in einer GPLv3-Version vor, momentan befindet sich eine neue Version in der Beta-Phase. Wer mit KBasic GPL-lizenzierte Programme entwickelt, darf die freie Version nutzen; zum Erstellen kommerzieller Software muss man für 25 Euro die unfreie Version erwerben.

Beim Erstellen größerer Programmierprojekte gehen KBasic mit Wizards zur Hand, die das notwendige Code-Grundgerüst konstruieren. Über Pulldown-Menüs stehen sogar vorgefertige Codegerüste für grundlegende Sprachelemente wie bedingte Verzweigungen, Schleifen oder auch Funktionsaufrufe bereit. Sie klicken das gewünschte Element lediglich an; eine Dialogbox nimmt dann alle notwendigen Parameter auf. Auch Variablen definieren Sie auf diese Weise.

Neben den klassischen Funktionen eines Editors erlaubt die KBasic-IDE das gleichzeitige Öffnen und Bearbeiten mehrerer Quelldateien und stellt zur Fehlersuche einen Debugger bereit. Der ermöglicht das schrittweise Ausführen von Programmen sowie das Auslesen der Variablenwerte bei jedem Schritt. Nutzern, die objektorientiert programmieren möchten, stellt die Entwicklungsumgebung einen Class-Browser zur Seite, der das Navigieren im Programmcode erleichtert. Es besteht aber auch die Möglichkeit, Programme im klassischen Dialekt ohne Objekte oder Prozeduren zu entwickeln.

KBasic 1.x Beta

Lizenz: GPLv3 / proprietär

Quelle: http://www.kbasic.com/doku.php?id=kde

Wertung

Für Basic-Veteranen wie für Visual-Basic-Jünger bietet KBasic eine leistungsfähige Entwicklungsumgebung, die wenig Wünsche offenlässt.

Qassir erleichtert den Umgang mit EncFS

Das Verschlüsseln von Daten erscheint zwar gelegentlich notwendig, aber oft zu komplex. Mit Qassir existiert eine grafische Oberfläche, die Ihnen beim Verwalten von EncFS-verschlüsselten Verzeichnissen zur Hand geht. Die Qt-basierte Anwendung befindet sich mit der Version 0.1 noch in einem frühen Entwicklungsstadium. In der derzeitigen Version beherrscht sie nur das Einbinden von EncFS-verschlüsselten Verzeichnissen. Für kommende Versionen steht die Implementation von Funktionen wie des Erstellens verschlüsselter Verzeichnisse oder des Änderns von Passworten an.

Nach dem Start platziert sich Qassir dezent als Schloss-Icon in der System-Symbolleiste. Über ein Kontextmenü, das nach einem Rechtsklick auf das Icon erscheint, gelangen Sie in den Profilmanager. Hier definieren Sie beliebig viele verschlüsselte Verzeichnisse inklusive Mountpoint. Letzteren legt Qassir bei Bedarf selbstständig an und entfernt ihn auf Wunsch auch wieder, sobald Sie das verschlüsselte Verzeichnis aushängen. Sie binden ein Verzeichnis durch Anklicken im Kontextmenü des Schloss-Symbols ein. Qassir fragt dann im Dialog das Passwort für die Ressource ab. Um ein Verzeichnis auszuhängen, klicken Sie es einfach im Kontextmenü erneut an.

Qassir 0.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.rexi.org/software/qassir/

Wertung

Wer häufig mit EncFS-verschlüsselten Verzeichnissen arbeitet, sollte das noch junge Programm Qassir im Auge behalten.

Grub-Konfiguration ganz einfach mit dem Startup-Manager

Die grafische Oberfläche Startup-Manager unterstützt sie bei der Konfiguration des Bootmanagers Grub. Da das Programm auf /boot/grub/ zugreift, benötigen Sie zur Arbeit mit der Software administrative Rechte. Die bereitgestellten Funktionen unterteilt das Programm in die vier Bereiche Boot-Optionen, Aussehen, Sicherheit sowie die erweiterten Eigenschaften.

Beim Aussehen reichen die Optionen von der Definition der Farben über so genannte Themes bis hin zum Splashscreen. Den Zugriff auf den Bootmanager regeln Sie unter Sicherheit. Hier legen Sie bei Bedarf ein Passwort fest, das der Bootloader entweder immer, nur beim Zugriff auf den Rettungsmodus oder bei alten Einträgen abfragt.

Um auch im Fall eines Rechnercrashs den Start zu ermöglichen, erstellt der Startup-Manager auf Wunsch eine Rettungsdiskette. Die zum Systemstart wichtigen Einstellungen führt das Programm unter Boot-Optionen auf. Hier wählen Sie den Standardkernel und legen fest, wie lange Grub auf eine alternative Eingabe wartet oder welche Bildschirmauflösung zum Einsatz kommt.

Startup-Manager 1.9.12

Lizenz: MIT

Quelle: http://web.telia.com/~u88005282/sum/

Wertung

Gerade Linux-Neulingen hilft der Startup-Manager, Grub in die gewünschte Form zu bringen, und bietet Zugriff auf wichtige Optionen, ohne dass dazu die genau Kenntnis der Syntax notwendig wäre.

Tunnelmanager macht SSH-Portforwarding zum Kinderspiel

Das grafische Frontend Tunnelmanager unterstützt Sie beim Anlegen und Verwalten von SSH-Tunneln. Diese ermöglichen es, Ports von lokalen und entfernten Rechnern zu verbinden und so zum Beispiel mit dem entfernten Dienst zu kommunizieren. Die Anwendung setzt sich aus dem eigentlichen Tunnelmanager, einem Kommandozeilen-Client und sowie dem Tunnelrunner zusammen. Letzterer dient primär dazu, die Portweiterleitung über das als unsicher geltende SSH-Protokoll Version 1, sodass Sie den Einsatz von Tunnelrunner möglichst vermeiden sollten.

Nach dem Start platziert sich der Tunnelmanager dezent als Symbol in der Startleiste. Ein Rechtsklick zeigt die Liste aller vorkonfigurierten Verbindungen, die Sie bei Bedarf starten oder stoppen. Ein Linksklick öffnet das Managementfenster: Hier verwalten Sie die Verbindungen zu entfernten Rechnern, wobei Sie für jede Verbindung beliebig viele Tunnel konfigurieren dürfen. Zum Einrichten eines Tunnels geben Sie den entfernten und lokale Port sowie den Namen des entfernten Rechners an. Das Programm speichert diese Informationen beim Beenden automatisch. Darüber hinaus merkt es sich, welche Verbindungen aktiv sind, und stellt diese beim nächsten Start automatisch wieder her – sie brauchen lediglich die Passwörter einzugeben.

Im Test setzte jedoch die Installationsroutine die Zugriffsrechte für die Glade-Datei mit der Beschreibung für die Oberfläche zu restriktiv, sodass nur der Administrator in der Lage war, Tunnelmanager zu starten. Abhilfe schaffen Sie, indem Sie allen Nutzern den lesenden Zugriff einräumen.

Tunnelmanager 0.5.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.subakutty.net/tunnelmanager/

Wertung

Der Tunnelmanager eignet sich hervorragend für alle, die regelmäßig mehrere SSH-Verbindungen nutzen. Das einfache Interface und der schnelle Zugriff sorgen für hohen Komfort.

Mit Moc rockt die Konsole

Bei Music on Console, kurz Moc, handelt es sich um einen Audioplayer für das Terminal. Mit seiner Hilfe erleben zum Beispiel alte Pentium-Rechner als Jukebox eine Wiedergeburt. Auf den ersten Blick erinnert der Aufbau der Curses-Oberfläche von Moc stark an den Norton Commander: Der linke Fensterbereich beherbergt der Tat einen Dateimanager, mit dem Sie durch die Verzeichnisse navigieren. Dabei lassen sich Musikstücke direkt anspielen oder in die Playlist im rechten Fensterbereich übernehmen.

Wie bei einem Dateimanager verfolgt der Wechsel zwischen den Bereichen über die Tabulatortaste. Aber auch bei den meisten anderen Funktionen orientiert sich die Tastenbelegung an gängigen Standards. So suchen Sie mit [Umschalt]+[7] nach Dateien, mit den Tasten [G] beziehungsweise [N] navigieren Sie in den Ergebnissen.

Standardmäßig unterstützt Moc gut ein Dutzend Audioformate von AAC über FLAC, MP3 und Ogg bis hin zu WAV und WMA. Selbst das Abspielen von Streams klappt, sofern Sie das Programm mit Curl-Unterstützung kompiliert haben. Der Entwickler hat auch an einen Proxy-Support gedacht, den Sie jedoch händisch in der Konfigurationsdatei aktivieren müssen. Zum Ausgeben des Sounds greift das Programm sowohl auf OSS- als auch auf Alsa-Devices zu.

Music on Console 2.4.4

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://moc.daper.net

Wertung

Music on Console muss sich vor Amarok, Atunes & Co. nicht verstecken: Der Konsolen-Audiplayer Programm schont die Ressourcen und unterstützt dabei alle wichtigen Formate.

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LinuxUser 03/2012

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