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Alles Schiebung

Dateien verteilen mit Fsniper

23.02.2009 Viele neue Dateien finden täglich den Weg auf Ihren Rechner. Fsniper nimmt die Neuankömmlinge in Empfang und verarbeitet sie nach Ihren Regeln weiter.

Fsniper [1] überwacht von Ihnen definierte Verzeichnisse und reagiert auf neue und veränderte Dateien in diesen Ordnern. Wie die Reaktion im Detail aussieht, bestimmen Sie – ob ein kurzes Kommando oder ein längeres und kompliziertes Shellskript die Arbeit aufnimmt, der Fantasie sind hier (fast) keine Grenzen gesetzt.

Fsniper bearbeitet die Dateien anhand bestimmter Regeln, die Sie aufstellen. Wahlweise reagiert das Tool auf MIME-Typen (z. B. audio/mpeg für MP3s oder image/jpeg für JPEG-Dateien), Shell-Wildcards oder reguläre Ausdrücke [2]. Auch eine Kombination ist möglich.

Installation

Auf der Projekthomepage [1] liegt der Fsniper-Quellcode als Tar-Archiv zum Download bereit. Bevor Sie das Programm aus dem Quellcode kompilieren und installieren, stellen Sie sicher, dass die benötigten Entwicklerwerkzeuge [3] installiert sind. Danach entpacken Sie das Fsniper-Archiv und führen den üblichen Dreischritt aus. Wer lieber fertige Pakete auf dem eigenen System einspielt, findet unter [4] und [5] Artikel, die den Bau von Debian- und RPM-Paketen ausführlich erklären.

Aufgepasst!

Als Dreh- und Angelpunkt fungiert Fsnipers Konfigurationsdatei im versteckten Ordner .config in Ihrem Home-Verzeichnis. Die Datei ~/.config/fsniper/config legen Sie vor dem ersten Aufruf von Hand an. Als Vorlage dazu kopieren Sie die Datei example.conf aus dem Quellcode-Ordner und passen diese an.

Die Einrichtungsdatei enthält mehrere ineinander geschachtelte Blöcke. Ganz oben steht die Anweisung watch; eine öffnende und eine schließende geschweifte Klammer begrenzen diesen äußeren Block. In diesem dürfen nun weitere Blöcke für zu überwachende Verzeichnisse folgen; auch diese begrenzen Sie durch geschweifte Klammern. Die Anweisung

watch  {
  ~/downloads  {
    *.pdf  {
      handler = lp %%
    }
  }
}

beispielsweise veranlasst Fsniper dazu, den Ordner downloads im Home-Verzeichnis zu überwachen. Dort landende PDF-Dateien schickt Fsniper über das Kommando lp an den Standarddrucker. %% steht für den Dateinamen mit voller Pfadangabe. Um zusätzlich Postscript-Dateien zu verarbeiten, ist keine neue Anweisung nötig. Mit einem regulären Ausdruck erwischen Sie direkt beide Dateitypen:

…
/\.(pdf|ps)$/  { …

Reguläre Ausdrücke schließen Sie in zwei Schrägstriche ein, und vor den Punkt stellen Sie einen Backslash, damit er nicht ausgewertet wird. In den runden Klammern platzieren Sie die beiden Dateiendungen, das Dollarzeichen steht für das Zeilenende.

Wie erwähnt, reagiert Fsniper auch auf Angabe von MIME-Typen. Die zweite Anweisungsblock in Listing 1 wartet auf Torrent-Dateien. Auf diese reagiert Fsniper unter Zuhilfenahme von Zenity [6] mit einer Ja/Nein-Frage an den Benutzer: Klickt dieser Abbrechen, passiert nichts weiter. Ein Klick auf OK hingegen schiebt die Datei in den Ordner ~/torrents. Dort nimmt sie dann ein Bittorrent-Client in Empfang und startet den Datentransfer. Die Schreibweise %f im Text für das Dialogfenster sorgt im Gegensatz zu %% dafür, dass nicht der volle Pfad, sondern nur der Dateiname erscheint (Abbildung 1).

Abbildung 1: Transmission wartet auf neue Torrent-Dateien. Eine Sicherheitsabfrage mit Zenity sorgt dafür, dass Fsniper nicht alle Dateien wahllos weiterreicht.

TIPP

Fsniper überwacht in der Voreinstellung keine Unterverzeichnisse der angegebenen Ordner. Es ist möglich, dieses Feature durch die Anweisung recurse = true nach der ersten öffnenden Klammer zu aktivieren (siehe Listing 1).

Beachten Sie beim Erstellen der Konfigurationsdatei, dass die Fsniper auf die Reihenfolge der Anweisungen Wert legt. Er arbeitet sie sequenziell von oben nach unten ab. Für ein Verzeichnis können Sie verschiedene Regeln definieren, die dann in Blöcken untereinander stehen.

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LinuxUser 06/2012

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