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Virtueller Spielplatz

Software für Kinder in der Vor- und Grundschule

Pysycache

Auch Pysycache präsentiert sich als in Python geschriebene Spielesammlung und zielt laut Homepage [6] auf Kinder zwischen vier und sieben Jahren ab. Das gekonnte Mausschubsen steht bei Pysycache im Vordergrund. Gleich nach Start des Programms in Version 3.1 unter Ubuntu 8.04 begrüßt den Benutzer allerdings ein völlig unbrauchbarer Text (Abbildung 8). Selbst Online-Übersetzer dürften bessere Ergebnisse liefern als dieses unverständliche Kauderwelsch. Dabei bieten sich schlecht übersetzte und gar nicht übersetzte Einträge Paroli. Interessanterweise liefert OpenSuse 11.0 bei älterer Versionsnummer (3.0) saubere deutsche Texte. Dafür bietet Pysycache auch unter Novells Linux-Distribution keine deutschen Audiodateien.

Abbildung 8: Unverständliche Begleittexte unter Ubuntu "Hardy Heron" erschweren den Einsatz der Software.

Pysycache erlaubt im Gegensatz zu Childsplay einige Einstellungen. So wählen Sie zwischen Vollbild- und Fenstermodus und schalten bei Bedarf den Sound ab. Auch einen Schwierigkeitsgrad und die Geschwindigkeit von sich bewegenden Objekten geben Sie hier vor. Alle Änderungen werden erst wirksam, sobald Sie sie über das kleine Diskettensymbol in der rechten oberen Bildschirmecke abspeichern.

Ein Menüeintrag namens Spiele | Pysycache Admin verweist auf eine integrierte Benutzerverwaltung. Diese versagte im Test allerdings kläglich und quittierte auf Grund falscher Links den Dienst. Unter Ubuntu mochte sie gar nicht erst starten.

An sich machen die fünf in der Suite enthaltenen Mausspiele Kindern aber viel Spaß, einige eignen sich auch für noch jüngere Kandidaten. So beginnt Pysycache aufbauend im Schwierigkeitsgrad damit, die Maus lediglich so zu verschieben, dass der Zeiger wie ein Tafelschwamm fungiert und ohne Mausklicks ein Foto freiwischt. In einem anderen Spiel besteht die Aufgabe darin, mit einem Fotoapparat als Mauszeiger ein Gelände abzusuchen. Leuchtet die Kamera rot, darf das Kind knipsen. So trainiert es die für kleine Kinder durchaus schwierige Kombination aus Zeigerbewegung und Mausklick.

Einem etwas fummeligen Spiel, bei dem der Spieler verschiedene Tiere durch das Klicken auf linke und rechte Maustaste umherscheucht (Abbildung 9), folgt ein gelungenes Puzzle. Die Entwickler geben die einzelnen Teile vor. Weil jedoch Kinder weniger gerne Fotos puzzeln, wie sie noch in Version 3.0 zu finden waren, haben die Maintainer diese kurzerhand in Version 3.1 gegen lustige cartoonartige Bilder ausgetauscht.

Abbildung 9: Mit dem Besen schubsen Ihre Kinder über Rechts- und Linksklicks die Tiere in ihre richtige Ecke.

Pysycache macht nach anfänglichen Ärgernissen Spaß. Die Suite baut ihre Bestandteile logisch aufeinander auf, beschränkt sich dabei aber auf den Umgang mit der Maus. Die anfangs geschilderten Probleme dürften ihre Ursache im Paketbau der Distributoren haben. Etwas mehr Stabilität und ein Ausbau in andere Lernbereiche erscheinen wünschenswert. Die wackelige Benutzerverwaltung erweist sich zwar als ärgerliches Detail, verhindert aber nicht den Einsatz der Spiele.

Programmsuite

päd. Nutzen

tech. Qualität

Inhalt/Umfang

Langzeitspaß

Childsplay xxxoo xxooo xxxoo xxooo
PySyCache xxxoo xxxoo xxooo xxooo
GCompris xxxxx xxxxo xxxxx xxxxx

Lernprogramme

Die Sparte der Lernsoftware für Vorschulkinder und Grundschüler für Linux hat ihren Ursprung beileibe nicht bei den neueren, hier vorgestellten Suiten. Neben echten Urgesteinen wie Tuxtype, Tuxmath und Tuxpaint bietet vor allem der Education-Zweig des KDE-Projektes eine Vielzahl von Lernprogrammen. Die meisten zielen allerdings eher auf den Schulbereich, und viele wirken recht schnell und unüberlegt zusammengeschustert.

Seit Version 11.0 der Distribution OpenSuse finden Sie im Netz [7] den Bildungszweig der Nürnberger, ähnlich dem Edubuntu-Projekt [8] mit eigenem Repository und Addon-CD. Beide Distributionsableger bieten neben den erwähnten KDE-Programmen weitere Kleinode für Kinder an. Diese Programme stehen jedes für sich, weisen aber die ein oder anderen kleineren Probleme auf: So fragt die Multiplikationsapplikation beispielsweise im Schnellverfahren tabellarisch das Einmaleins ab, verweigert aber im Administratormodus das Schließen der Fenster: Der Programmierer hat dies schlicht vergessen (Abbildung 10).

Abbildung 10: Weder das beliebte Kreuzsymbol, noch ein Eintrag Schließen im Menü gönnt der Programmierer der Mathe-Software dem Anwender.

In Tuxmath schießt ein Astronauten-Pinguin Meteoriten ab, die in höheren Leveln nicht mehr ganz triviale Matheaufgaben beherbergen. Dabei folgt das Spielprinzip den Arcadeklassikern der Achtziger Jahre. Die Beispiele zeigen, dass es einzelne Lernspiele gibt und dass diese ihren Zweck auch erfüllen. Doch der Aufwand für die Suche nach geeigneter Software und die unzureichende Qualität vieler Testkandidaten trüben die Freude. Zudem wirken viele Programme nicht mehr zeitgemäß.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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LinuxUser 06/2012

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