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Linux alpin

Grml 2008.11 "Schluchtenscheißer"

Alles neu macht der Herbst

Der Linux-Kernel der aktuellen Release 2008.11 basiert auf Version 2.6.26.8 und bringt eine Vielzahl an zusätzlichen Treibern (acx100, atl2, drbd8, gspca, linux-uvc, madwifi, openafs, rt2x00, tp-smapi, …) mit. Details und Dokumentation zum aktuellen Grml-Kernel finden Sie auf der Kernel-Webseite [6].

Neben der Aktualisierung der mitgelieferten Software sind 79 neue Pakete hinzugekommen, unter anderem Dwdiff (Frontend für ein wortbasiertes Diff), Iotop (ein Top-ähnlicher I/O-Monitor) und Ipset (ein Administrationstool für Kernel-IP-Sets). Weitere Details zum neuen Release finden Sie im offiziellen Release-Announcement zu Grml 2008.11 [7].

Als projekttechnische Änderung hat Grml beim Versionskontrollsystem von Mercurial auf Git umgestellt. Das dafür zum Einsatz kommende Server-Setup – ebenso wie Tipps zum Umgang mit Git – online dokumentiert [8]. Die Integration von Frank Terbecks vcs_info in die Z-Shell erlaubt das komfortable Arbeiten mit verschiedenen Versionskontrollsystemen (Abbildung 1). So sieht man im Prompt, ob und unter welcher Versionskontrolle das aktuelle Verzeichnis steht. Die angezeigten Revisionsnummern sowie etwaige Branching-Information erleichtern den Umgang mit Versionskontrollsystemen ungemein.

Abbildung 1: Um den Umgang mit verschiedenen Versionskontrollsystemen zu erleichtern, zeigt Grml schon am Prompt, ob und unter welcher Versionskontrolle das aktuelle Verzeichnis steht.

Langjährigen Grml-Benutzern wird das neue Versionsschema aufgefallen sein: Es wurde von fortlaufenden Zahlen auf eine datumsbasierte Versionsnummer umgestellt. Das beseitigt das bisherige Durcheinander von verschiedene Versionsnummern zwischen den Varianten von Grml.

Elegant retten

Auch zwei neue Bootoptionen haben den Weg in die Release gefunden: isofrom und tohd. Mit tohd=/dev/sda8 beispielsweise lässt sich Grml auf die Festplatte kopieren und dann beim nächsten Starten via grml bootfrom=/dev/sda8 von der Festplatte laden. Das ist besonders bei Rechnern interessant, die lediglich über ein langsames CD-Laufwerk verfügen und nicht von USB booten können. Mit grml isofrom=/dev/sda8/grml.iso wiederum booten Sie ein Grml-ISO von der Festplatte, ohne es zuvor mit tohd entpacken zu müssen.

Sie können auch ein besonders elegantes Rettungssystem installieren: Dazu tragen Sie Kernel und Initrd im Bootloader ein, hängen boot=live isofrom=/dev/sda8/grml.iso an die Kernel-Kommandozeile an – und starten so selbst bei defekter Festplatteninstallation mit Grml, solange der Bootmanager, der Kernel, die Initrd und die angegebene Partition mit dem Grml-ISO noch zugänglich sind.

Infos

[1] Grml-Homepage: http://grml.org

[2] Squashfs LZMA: http://www.squashfs-lzma.org

[3] Zsh-Webseite von Grml: http://grml.org/zsh

[4] Another Unionfs: http://aufs.sourceforge.net

[5] Grml-Wiki: http://wiki.grml.org

[6] Kernel-Dokumentation von Grml: http://grml.org/kernel/

[7] Changelogs von Grml: http://grml.org/changelogs/

[8] Einsatz von Git bei Grml: http://grml.org/git/

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Infos zum Autor

Michael Prokop

Michael Prokop

Michael Prokop arbeitet als Projektleiter und Hauptentwickler an dem Live-System Grml. Als Debian-Entwickler und Inhaber von Grml Solutions steckt er einen Großteil seiner Arbeit am Rechner in die Debian-Distribution.


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