Schreibzeug

Ein weiterer Klassiker der gepflegten Linux-Vernichtung basiert auf dem Programm dd. Normalerweise nimmt es Daten aus einer Datei und schreibt sie in eine andere. Dummerweise behandelt Linux alles mögliche als eine Datei, wie etwa jede einzelne Festplatte:

$ sudo dd if=/dev/urandom of=/dev/sda

Die Gerätedatei /dev/urandom liefert Zufallszahlen, mit denen dd ohne Rücksicht auf Verluste brav die erste Festplatte (sda) befüllt. Anstelle von /dev/urandom wäre es auch möglich, eine andere Festplatte als Datenquelle zu verwenden. Das entwickelt sich insbesondere dann zur Gefahr, wenn Sie das Programm, wie häufig empfohlen, zum Datenretten und Sichern benutzen. Ein kleiner Dreher bei den Parametern, und Sie verlieren das Original oder die einzige Sicherheitskopie.

Das betrifft übrigens nicht nur dd: Schon der gute alte Kopierbefehl cp leistet genau dasselbe:

$ sudo cp /dev/urandom /dev/sda

Prüfen Sie daneben auch vor dem Umleiten jeglicher Daten genau, was Sie an welche Stelle im Dateisystem schicken:

$ sudo Kommando > /dev/sda

Damit leiten Sie die Ausgabe des Kommandos auf die erste Festplatte um. In der Regel segnet dabei auch gleich die Partitionstabelle das Zeitliche, was wiederum einen Neustart des Linux-System unmöglich macht. Wem das alles bislang zu kompliziert war, der formatiert kurzerhand mit einem der Mkfs-Befehle die Festplatte:

$ sudo mkfs.ext3 -F /dev/sda

Damit verpassen Sie der kompletten ersten Festplatte das Ext3-Dateisystem. Der Parameter -F sorgt wieder dafür, dass lästige Rückmeldungen ausbleiben.

Der Kniff mit dem Formatieren klappt allerdings nicht aus dem laufenden System heraus, sondern beispielsweise nur von einem Rettungsmedium. Gerade dann ärgert es aber meist besonders, wenn Sie durch einen Tippfehler statt der eigentlich zu formatierenden Partition sda5 gleich die gesamte Platte sda erwischen.

Bomben-Stimmung

Bislang haben Sie Daten immer nur gelöscht. Warum nicht einmal den umgekehrten Weg gehen und das Linux-System mit vielen Bits überfluten? Ein einfacher Hack verursacht ein wenig Chaos im Hauptspeicher:

$ :(){ :|:& };:

Achten Sie dabei penibel auf die Leerzeichen (nach der ersten und vor der zweiten geschweiften Klammer). Dieser – dank Bash wieder einmal ziemlich kryptische – Befehl erzeugt wie am Fließband immer weitere Prozesse, bis der Linux-Kernel in ihnen erstickt und schließlich komplett einfriert. Aufgrund seiner Arbeitsweise heißt das Kommando Forkbomb [2]. Zum Reanimieren hilft dann nur noch ein Druck auf die Reset-Taste am Computer.

Moderne Linux-Systeme verfügen in manchen Fällen jedoch über einen Mechanismus, der verhindert, dass der Rechner komplett einfriert. Ein passender Eintrag in der Datei /etc/security/limits.conf setzt hier für genau solche Zwecke Grenzen [3]. Einen ähnlichen Effekt wie mit einer Forkbomb erreichen Sie durch folgendes Kommando:

$ sudo dd if=/dev/urandom of=/dev/port

Damit schreiben Sie zufällige Zahlen in die I/O-Ports, mittels derer Treiber mit den eigentlichen Geräten sprechen, und setzen so das System komplett schachmatt. Alternativ killen Sie über sudo kill -9 -1 einfach alle Prozesse.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 04/2017: SPEZIAL-DISTRIBUTIONEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

WLAN lässt sich nicht einrichten
Werner Hahn, 21.03.2017 14:16, 0 Antworten
Dell Latitude E6510, Ubuntu 16.4, Kabelbox von Telecolumbus. Nach Anklicken des Doppelpfeiles (o...
"Mit Gwenview importieren" funktioniert seit openSuse 42.2 nicht mehr
Wimpy *, 20.03.2017 13:34, 2 Antworten
Bisher konnte ich von Digitalkamera oder SD-Karte oder USB-Stick Fotos mit Gwenview importieren....
Ich habe eine awk Aufgabe und bekomme es nicht so Recht hin
Dennis Hamacher, 10.03.2017 18:27, 1 Antworten
Ich hoffe Ihr könnt mir dabei helfen oder mir zeigen wie der Befehl richtig geschrieben wird. Ich...
Unter Linux Open Suse Leap 42.1 einen Windows Boot/ ISO USB Stick erstellen...
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:26, 1 Antworten
Hallo, weiß jemand wie ich oben genanntes Vorhaben in die Tat umsetzen kann ? Wäre echt dankba...
Druckertreiber installieren OpenSuse42.1
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:22, 1 Antworten
hallo, kann mir BITTE jemand helfen ich verzweifel so langsam. Habe einen Super Toner von Canon...