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© sxc.hu

Gefährliche Kommandos erkennen und vermeiden

Demontage

Unter Windows laufen Sie stets Gefahr, mit unachtsamen Mausklicks das gesamte System irreparabel zu zerstören. Aber auch das freie Betriebssystem befördern Sie ruck, zuck ins Jenseits – wie, das zeigt der gefährlichste Artikel in der Geschichte des LinuxUser.

Mit dem Veröffentlichen der sieben angeblich tödlichsten Linux-Kommandos schlug der Informatikstudent Jun Auza vergangenen November einige Wellen im Internet [1]. Schnell sammelten sich in zahlreichen Diskussionen etliche weitere Killerbefehle. Trennen Sie jedoch die Spreu vom Weizen, bleibt lediglich eine Hand voll Kommandos übrig, die Sie zudem mit den richtigen Maßnahmen gekonnt entschärfen.

Auch wenn es reizt, sollten Sie die im Folgenden genannten Kommandos niemals auf einem Produktivsystem ausprobieren. Wie schon in Jun Auzas Blog dienen sie hier lediglich als Beispiel – denn nur wer um die Gefahren weiß, schafft es auch, sich gegen sie zu schützen. Möchten Sie doch eines der Kommandos testen, verwenden Sie unbedingt eine abgeschlossene, virtuelle Maschine mit einem nicht mehr benötigten Linux-System als Testobjekt.

Lösch mich

Zu den Klassikern der zerstörerischen Kommandos gehört der Befehl rm. Vielleicht haben Sie ihn schon öfter recht unbedarft verwendet, um eine Datei von der Festplatte zu putzen. Über den zusätzlichen Parameter -r löscht er allerdings auch Verzeichnisse mitsamt deren Inhalten. Warum also nicht einfach mal ins Wurzelverzeichnis wechseln (cd /) und dort alle Ordner tilgen:

$ sudo rm -rf *

Dieser Befehl wischt das gesamte System von der Platte. Das zusätzliche f sorgt dafür, dass alle lästigen Nachfragen entfallen. Im Internet findet man häufig auch die Alternative:

$ sudo rm -rf /

Diese fangen aktuelle Rm-Versionen jedoch standardmäßig ab. Daher birgt die erst genannte Variante mehr Gefahrenpotential, weil Sie sie bei Wartungsarbeiten schon mal gerne in Unterverzeichnissen absetzt. Wechseln Sie dann doch ins Wurzelverzeichnis, wandert das eigene System flugs ins Nirvana (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das bleibt von Ubuntu 8.10 im Hauptspeicher übrig, nachdem rm -rf * im Hintergrund seine Arbeit verrichtet hat.

Hübsch verpackt

Wie das jeweils vorangestellte sudo schon dezent andeutet, benötigen Sie für die Löschaktionen glücklicherweise Administratorrechte – wie übrigens auch bei den meisten anderen der folgenden Befehle. Wer deshalb jetzt denkt, er wäre als normaler Benutzer weitgehend sicher, der hat die Rechnung ohne den Wirt und vor allem ohne die kleine, aber manchmal gemeine Bash gemacht. Dieses Programm stellt bei fast allen Linux-Distributionen die Kommandozeile bereit. Neben ein paar Zusatzfunktionen bietet sie auch die bequeme Verkettung von Befehlen. Damit basteln Sie auf die Schnelle folgendes:

$ sudo echo $'\x63\x64\x20\x2f\x3b\x20\x73\x75\x64\x6f\x20\x72\x6d\x20\x2d\x72\x66\x20\x2a' > /tmp/hrzdg; chmod 755 /tmp/hrzdg; /tmp/hrzdg;

Die kryptische Zeichenkette repräsentiert lediglich sudo /;rm -rf * in einer anderen Schreibweise. Versteckt eine böswillige Person sie beispielsweise in einem Installationsskript, und gestehen Sie diesem wiederum in aufgeregter Vorfreude Root-Rechte zu, nimmt das Unheil seinen Lauf. Gemeinerweise schaffen es noch nicht einmal Linux-Profis, den Klartext der obigen Zeile auf Anhieb zu entziffern.

Das gelingt erst recht nicht, wenn der Gauner die Zeile noch weiter ausschmückt – die Bash und viele andere Programmiersprachen halten dafür noch viel hübschere Methoden parat. Beim hier gezeigten Befehl übersetzt die Bash zunächst die Batterie aus Hexadezimalzahlen in den Befehl, den sie anschließend in der Datei /tmp/hrzdg speichert. Diese versieht das Kommando mit den Rechten zum Ausführen (chmod 755) und ruft die Datei direkt auf.

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