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Filme in HD aufnehmen

Alpha-Kino

Lieblingsserien auf DVD brennen, Bluray-CDs erzeugen, Videos hochauflösend digitalisieren: Der Personal Video Recorder von Hauppauge macht's möglich, indem er analoge Signale in digitaler Höchstqualität aufzeichnet.

Hersteller Hauppauge spendiert dem Windows-Nutzer auf dem seit Anfang September in Deutschland erhältlichen analog-digitalen Videorekorder (Abbildung 1) allerlei Aufzeichnungs- und Umwandlungssoftware. Linux-Foren berichten hingegen, dass für Linux noch nicht mal ein Treiber zu erwarten sei [1]. Mitte Juni verkündete jedoch Janne Grunau auf der MythTV-Entwicklerliste die Verfügbarkeit seines Treibers, der "höchste Alpha-Qualität" habe [2].

Für unseren Test verwendeten wir die Treiber-Version vom 21. November 2008. Als mobiles Testsystem dienten ein MSI-Notebook mit AMD-Turion-Dualcore unter Ubuntu 8.10. Als Desktop kam ein Rechner mit dem Asus-Board M3A78-EM und einem AMD-Quadcore-Phenom unter Opensuse 11.1 RC2 zum Einsatz. Beide Systeme arbeiten mit dem AMD-Grafikchipsatz 780G, auf der Asus-Platine versieht die Desktop-Version ihren Dienst, im Notebook die Mobil-Variante. Als HD-Aufzeichnungsgerät nutzten wie eine JVC-HD-Digitalkamera mit Component- und AV-Ausgang.

Die Hardware

Der Hauppauge-PVR legt Filme im High-Definition-Format auf der Festplatte ab. Dazu führt er analoge Videosignale aus dem Quellmedium heraus und benutzt entweder den S-Video-Anschluss, das gelbe Composite-Videosignalkabel mit weiß-roten Audiosteckern (Abbildung 1) oder das rot-blau-grüne Komponentenvideo-Bündel (Abbildung 2). Die Audiosignale nimmt der Rekorder über optische S/P-DIF-Schnittstellen oder die Klinkenstecker des Composite-Bündels entgegen.

Abbildung 1: Der High-Definition-Rekorder von Hauppauge ist seit Herbst im deutschen Handel und kostet rund 150 Euro.
Abbildung 2: Der PVR sieht Videosignale über S- oder Composite-Video an der Vorderseite. An der Rückseite finden sich neben optischen Schnittstellen auch solche für Component-Video.

An einen Videorecorder, DVD-Abspieler oder HDTV-Empfänger angeschlossen, komprimiert der Rekorder die Videodaten nach dem H.264-Verfahren (MPEG-4/AVC). Im Vergleich zu MPEG-2 erzielt MPEG-4 bei geringerem Platzverbrauch eine deutlich bessere Bildqualität und eignet sich damit ideal zur High-Definition-Aufzeichnung. Die Audiodaten fügt der Rekorder im AAC-Kompressionsformat hinzu (Advanced Audio Coding). Schließlich transportiert der PVR das MPEG-4-Format als Streaming-Datei (Endung: .ts) über USB auf den angeschlossenen Rechner.

Erst mal klonen

Der Entwickler des PVR-Treibers arbeitet mit dem Versionierungssystem Mercurial. Es ermöglicht verteilte Repositories, sodass jedem Programmierer ein lokaler Entwicklungsverzeichnisbaum zur Verfügung steht, in dem er offline arbeitet. Der Anwender der Treibersoftware kopiert sich ebenfalls das komplette Repository auf die Festplatte, bevor er den Treiber kompiliert.

Möchten Sie das Treiber-Binary unter Ubuntu 8.10 bauen, richten Sie dazu zuerst die Build-Umgebung mit den Kompiliertools, das Mercurial-System und die Linux-Kernel-Header samt Übersetzungsinformationen für den aktuell vorhandenen Kernel ein (Listing 1, Zeile 1). Anschließend klonen Sie das Mercurial-Repository des Treiberentwicklers [3] in das aktuelle Verzeichnis (Listing 1, Zeile 2). Dabei entsteht das Unterverzeichnis /hdpvr, das neben dem HDPVR-Treiber den kompletten Quellcode der DVB- und Video-for-Linux-Treiber (V4L) enthält.

Listing 1
$ sudo apt-get install build-essential mercurial linux-headers-`uname -r`
$ hg clone http://hg.jannau.net/hdpvr/

Unter Opensuse 11.1 RC2 genügt es, mit dem Befehl sudo zypper install mercurial Mercurial zu installieren. Das Repository mit dem HDPVR-Treiber wandert auch hier mit dem Clone-Kommando aus Listing 1 auf die Platte.

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