Distribits

22.01.2009

Kurz notiert

Slackware und Slax in neuer Version

Patrick Volkerding, Maintainer der ältesten noch aktiven Distribution, hat Slackware 12.2 (http://www.slackware.com) zum Download freigegeben. Wie üblich geht bei Slackware Stabilität vor Aktualität und so kommt die auf Kernel 2.6.27.7 basierende Distribution mit den Desktops XFCE 4.4.3 und KDE 3.5.10 daher. Slackware 12.2 unterstützt jetzt HAL, das es unprivilegierten Benutzern ermöglicht, USB-Geräte einzuhängen und zu entfernen.

Für den Zugriff aufs Web enthält die aktuelle Version Thunderbird 2.0.0.18 und Firefox 3.0.4 sowie den Browser Seamonkey in Version 1.1.13. Der Gnome-Desktop gehört nicht zum Standardumfang von Slackware. Das Dropline-Gnome-Projekt (http://droplinegnome.org) liefert aber fertig angepasste Pakete.

Bei allen Änderungen bleibt das aktuelle Slackware kompatibel zu den anderen Versionen der Serie 12, so dass ein Upgrade problemlos möglich ist. Slackware 12.2 steht auf der Homepage und zahlreichen Spiegelservern zum Download bereit. Wer mag, erwirbt das System für 49,95 US-Dollar im Onlineshop (http://store.slackware.com) und unterstützt so die Arbeit am System.

Nur kurze Zeit nach Slackware erschien mit Slax 6 (http://www.slax.org) eine Live-CD, die das aktuelle Slackware als Grundlage hat. Das Slax-Projekt dient dem Ziel, ein möglichst stabiles, kompaktes System zusammenzustellen, das die wichtigsten Programme für die tägliche Büroarbeit mitbringt. Dazu komprimiert das System sein Filesystem auf der CD mit Squashfs derart, dass das ISO-Image des gesamten Systems nur knapp 190 MByte belegt. Slax enthält einen kompletten KDE-Desktop in Version 3.5.10. Dazu kommt das aktuelle KOffice 1.6.3 für einfache Büroarbeiten.

Sie erweitern Slax bei Bedarf über Module, die Sie mit einer entsprechenden Software verwalten. Änderungen am Dateisystem speichert Slax auf Wunsch auf einem USB-Datenträger, so dass diese auch bei einem Neustart bereit stehen.

Das aktuelle Slax überzeugt durch Stabilität und Schnelligkeit.

Zeitplan für Fedora 11 steht

Knapp zwei Wochen nach Freigabe von Fedora 10 (http://fedoraproject.org) haben sich die Entwickler auf einen Zeitplan für die kommende Version 11 geeinigt. Läuft alles wie geplant, erscheint Fedora 11 am 25. Mai 2008, womit die Entwickler den Halbjahresrhythmus einhalten. Diese Version enthält dann voraussichtlich KDE 4.2, Gnome 2.26 und OpenOffice 3.1. Daneben planen die Entwickler die Integration von DeviceKit und Tools zum parallelen Nutzen des Rechners mit mehreren Usern ("Multiseat"). Auch über die Integration einer Entwicklungsumgebung für Windows-Programme denken die Entwickler nach. So könnte man unter Fedora Programme für diese Plattform entwickeln, ohne das Microsoft-System zu installieren. Die erste Alpha-Version von Fedora 11 soll noch Anfang Februar 2009 erscheinen.

Mint in Runde 6

Das auf Ubuntu basierende Linux Mint (http://www.linuxmit.com) liegt in Version 6.0 vor. Es beruht auf Ubuntu 8.10 und bringt Kernel 2.6.27, X.org 7.4 und Gnome 2.24 mit. Besonderes Augenmerk legten die Mint-Entwickler auf die distributionseigenen Werkzeuge. MintInstall beherrscht jetzt alle wichtigen Aufgaben beim Verwalten von Software, MintUpdate hat eine neue Oberfläche erhalten und versteht sich jetzt auf Proxies. Mint4Win erlaubt die Installation von LinuxMint unter Windows. Linux Mint enthält traditionell zahlreiche Codecs und unfreie Treiber, um den Betrieb des Systems so einfach wie möglich zu machen. Wer lieber ausschließlich freie Software einsetzt, nutzt dagegen die neue LinuxMint Live-DVD, die nur freie Komponenten enthält.

Kleines Multimediawunder

Die Entwickler von Geexbox (http://www.geexbox.org) haben die zweite Beta Version der kommenden Version 1.2 zum Download freigegeben. Die minimalistische Live-Distribution unterstützt zahlreiche Multimediaformate und streamt diese auf Wunsch auch ins Netz. Zusätzlich stellen die Entwickler alle notwendigen Werkzeuge bereit, um eine angepasste Version von Geexbox zusammenzubauen.

In der aktuellen Version basiert Geexbox auf Kernel 2.6.27.9. Das System bringt Firmware für unterschiedliche Sound- und Netzwerkhardware mit. Der X-Server von X.org liegt in Version 1.5.3 bei. Dank HAL konfiguriert sich dieser beim Starten des Rechners vollständig selbst. Nach dem Start kopiert sich das System in den Arbeitsspeicher und gibt das CD-Laufwerk frei. Sie steuern das Mediacenter entweder per Tastatur oder über eine Fernbedienung.

ZevenOS 1.0

Das auf Ubuntu basierende ZevenOS (http://www.zevenos.com) ist in Version 1.0 erschienen. Die Entwickler legten vor allem Wert auf Schnelligkeit und ein einfaches Bedienkonzept. Aus diesem Grund versahen sie es mit der guten Hardwareunterstützung aus Ubuntu sowie dem ressourcenschonenden Windowmanager Sawfish und dem Desktop Xfdesktop. Das Aussehen des Desktops passten sie so weit es möglich war an BeOS (http://de.wikipedia.org/wiki/Beos) an. Die Deskbar, die zum Starten von Programmen dient, gehört zu den Neuheiten in ZevenOS.

Um das System für ältere Hardware fit zu machen, kommen ausschließlich ressourcenschonende Programme zum Einsatz. Als Textverarbeitung dient das aktuelle Abiword, als Tabellenkalkulation findet sich Gnumeric. Sylpheed liegt als Mailclient bei. Die Distribution bringt Codecs für viele Multimediaformate mit; das Schnittprogramm Avidemux ist ebenfalls mit an Bord. Das Abspielen multimedialer Inhalte übernimmt der ebenfalls in ein BeOS-Gewand gehüllte MPlayer. Zum Verwalten des Systems liefert ZevenOS das Programm Magi 2 mit, das auch die Installation neuer Software übernimmt.

ZevenOS ist ein schnelles System im BeOS-Gewand, das auch auf älterer Hardware läuft.

BSD zum Mitnehmen

Ein Entwicklerteam um Stephan Rickauer hat Version 4.4 des Live-Systems BSDanywhere (http://bsdanywhere.org) fertig gestellt. BSDAnywhere basiert auf OpenBSD und ist als Rettungssystem und zum Testen von Hardware gedacht. Es eignet sich auch, um einmal in BSD hineinzuschnuppern. Als reines Live-System erlaubt es keine Installation auf der Festplatte. Die Entwickler von BSDAnywhere empfehlen OpenBSD für ein permanentes Setup.

Für die aktuelle Version entrümpelten die Entwickler das System und warfen Programme wie Abiword, Gimp und Mutt hinaus, die es ihrer Meinung nach in ein Rettungssytem nicht braucht. Stattdessen ergänzten sie Dnstracer und Dnstop, die das Beobachten des DNS-Traffics ermöglichen. Als grafische Oberfläche verwendet BSDAnywhere Enlightenment, das sich als nicht besonders stabil erwies und häufig abstürzte.

BSDAnywhere ist ein kompaktes Rettungssytem auf OpenBSD-Basis.

Der französische Distributor Mandriva (http://www.mandriva.com) hat aus finanziellen Gründen die zwei Entwickler Adam Williamson und Oden Eriksson entlassen. Das Unternehmen reagierte damit auf die Verluste im letzten Quartal. Seit kurzem führt außerdem ein neuer Geschäftsführer die Firma. Zumindest Oden Eriksson, der drei Jahre für die Mandriva gearbeitet hat, will die Distribution als Freiwilliger weiterhin vorantreiben.

Das für April 2009 geplante Ubuntu 9.04 (http://www.ubuntu.com) ist in einer zweiten Testversion erschienen. Die Entwickler integrierten einen neuen Kernel in Version 2.6.28-rc8 und aktualisierten den X-Server auf Version 1.6. Weitere Änderungen gibt es noch nicht. Den geplanten Änderungen, wie einem schnelleren Startvorgang und dem besseren Support mobiler Geräte widmen sich die Entwickler erst in den nächsten Testversionen.

Die Entwickler von Sidux (http://sidux.com) haben die erste Testversion von Sidux 2008.4 fertig gestellt. Das System basiert auf einem Schnappschuss von Debian Sid mit Datum 14. Dezember 2008. Der Kernel trägt die Versionsnummer 2.6.27.9, X.org ist in Version 7.3 dabei. Als Desktop dient entweder KDE 3.5.10 oder das aktuelle XFCE. Der neue Kernel unterstützt aktuelle Hardware, insbesondere solche auf Netbooks, wesentlich besser als Vorversionen.

Das für die EeePC-Familie von Asus angepasste Ubuntu eee (http://www.ubuntu-eee.com/) heißt markenrechtlichen Gründen künftig Easy Peasy. Die Distribution bestand ursprünglich aus einer Sammlung von Skripten, die Ubuntu an den EeePC anpasst. Inzwischen hat sich daraus ein vollständiges System entwickelt, das unter anderem die Oberfläche der Remix-Variante von Ubuntu enthält. In Zukunft planen die Entwickler die Unterstützung weiterer Netbooks.

Mandriva hat bietet die aktuelle Version 2009.0 jetzt auf einem USB-Stick an. Das Mandriva Flash getaufte System kommt auf einem 8 GByte großen USB-Stick daher, der neben dem System noch ausreichend Platz für die Daten des Nutzers bietet. Gegenüber einer Live-CD bieten USB-Sticks deutlich kürzere Startzeiten. Falls das Zielsystem nicht von USB-Laufwerken bootet, hilft unter Umständen eine Start-CD weiter, für die Sie ein passendes ISO-Image auf dem Stick finden. Mandriva Flash 2009 8 GB kostet 44 Euro im Online-Shop von Mandriva (http://store.mandriva.com).

Novell (http://www.novell.de) hat das erste Service Pack für Novell Open Enterprise Server fertig gestellt. Als wichtige Neuheit bringt dies den Support für Domain Services for Windows mit, was die Integration in Microsofts Active Directory ermöglicht. Auch an der Implementation von CIFS und des Apple-Filing-Protokolls haben die Developer gearbeitet.

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