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Angetestet

22.01.2009

Ein Reader für viele Dokumentenformate

Obwohl sich heutzutage PDF weitgehend als Format für Dokumente etabliert hat, befinden sich immer noch viele alternative Formate im Umlauf. Mit Evince steht Ihnen ein Dokumentenbetrachter zur Verfügung, der die gängigsten davon beherrscht und Ihnen so den lästigen Programmwechsel erspart. Standardmäßig unterstützt die Software PDF, PS, TIFF, DVI und DjVu. Die Betaversion unterstützt sogar die Präsentationsfolien aus OpenOffice Impress. Auf unserem Testsystem stellte sie jedoch das Layout nicht korrekt dar und zeigte keine Bilder an.

Die Standardformate hingegen beherrscht Evince fehlerfrei und bietet die gewohnte Funktionspalette eines Dokumentbetrachters. Das reicht vom Rotieren der Seiten über einen Präsentationsmodus und eine Vollbildfunktion bis zum Zoom, der auch das Einpassen von Dokumenten in das aktuelle Programmfenster erlaubt. Eine Navigationsleiste am linken Rand bietet eine Vorschau auf die nächsten Seiten und ermöglicht außerdem, diese direkt anzuspringen. Zu guter Letzt ermöglicht eine frei definierbare Werkzeugleiste einen direkten Zugriff auf wichtige Funktionen.

Evince 2.4.2

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://projects.gnome.org/evince/

Wertung

Der Dokumentenbetrachter Evince unterstützt viele gängige Formate und arbeitet dabei stabil und schnell. Für zukünftige Versionen planen die Entwickler sogar den Support von Word- und Powerpoint-Dokumenten.

Systemstatistiken visualisieren mit Ksar

Das Sysstat-Paket ermittelt zwar die Systemlast eines Rechners, offeriert zur Auswertung der erfassten Daten aber nur unübersichtliche Zahlenkolonnen. Das Java-basierte Ksar schafft hier Überblick, indem es die von Sysstat ermittelten Werte grafisch aufbereitet.

Standardmäßig ruft Ksar das Programm Sar mit dem Parameter -A auf und erfasst so die erforderlichen Systemwerte für die Statistiken. Die Palette reicht von Prozessdaten und Interrupts übers Swapping bis hin zu den Interfaces. Eine Navigationsleiste erlaubt es, gezielt auf eine bestimmte Statistik zuzugreifen. Benötigen Sie nicht alle Daten, ändern Sie den Aufruf von Sar in den Einstellungen ab. Der SSH-Support ermöglicht es, den Sar-Aufruf auf einem entfernten Rechner abzusetzen. Das setzt jedoch einen Root-Zugang und ein installiertes Sysstat auf dem Zielrechner voraus.

Da Ksar auf Wunsch für jeden Sar-Aufruf ein eigenes Fenster öffnet, haben Sie die Möglichkeit, die Last verschiedener Systeme zu vergleichen. Das Programm erlaubt es, die Farben der Grafiken zu modifizieren. Außerdem bietet es die Möglichkeit, benutzerspezifische Grafiken anzulegen, in denen es die Werte von zwei frei wählbaren Parametern aufbereitet. Das hilft beispielsweise, die Zugriffe auf den Arbeitsspeicher in direkten Bezug zur CPU-Last zu setzen. Alle erfassten Werte exportiert Ksar auf Wunsch in die Formate PDF, PNG, JPG, CSV und Text.

Ksar 5.0.4

Lizenz: BSD

Quelle: http://ksar.atomique.net/

Wertung

Ksar erlaubt es, mit wenig Aufwand die mit Sar ermittelten Systemdaten zu visualisieren. So generieren Sie bequem anschauliche Systemstatistiken.

Passwörter verwalten mit PWS

Ganz gleich, ob Online-Banking oder Social Networking: Man meldet sich brav mit Benutzernamen und Passwort an. Möchten Sie nicht überall das gleiche Passwort verwenden, hilft ein Tool wie PWS. Mit dessen Hilfe legen Sie verschlüsselte und zusätzlich durch ein Passwort gesicherte Passwordsafe-Dateien an. Dabei nutzt PWS die Passwordsafe-Version 3, unterstützt aber auch das ältere Format der Version 2.

Die komfortable, auf Qt basierende Oberfläche erleichtert das Verwalten der Zugangsdaten, von denen jede Safe-Datei beliebig viele enthalten darf. PWS listet sie tabellarisch auf und erlaubt, die Einträge zu logischen Gruppen zusammenzufassen. Jeder Eintrag erhält einen eindeutigen Namen, unter dem Sie Zugangsdaten wie Benutzernamen, Passwort und URL ablegen. Für weitere Notizen steht ein Freitextfeld bereit. Standardmäßig schlägt PWS entsprechend einer Password-Policy ein Passwort vor, das Sie jedoch überschreiben können. Haben Sie alle Daten erfasst, erscheint der Eintrag in der Liste.

Benötigen Sie die Daten, bietet PWS die Möglichkeit, Benutzername oder Passwort über ein Kontextmenü in die Zwischenablage zu platzieren. Von dort fügen Sie die Daten in den entsprechenden Dialog ein. Um unerwünschte Zugriffe zu verhindern, löscht das Programm den Inhalt der Zwischenablage alle 30 Minuten oder in einem von Ihnen definierten Intervall.

Melden Sie sich täglich mehrfach bei verschiedenen Systemen an, lohnt es sich, das Programm einfach minimiert zu betreiben. Über ein Schloss-Symbol im Systembereich der Oberfläche öffnen Sie es dann jederzeit per Mausklick. Nach einer vordefinierten Zeit ohne Aktivität sperrt sich das Programm automatisch und erlaubt erst nach Eingabe des Passwortes wieder den Zugriff auf die geladene Safe-Datei.

PWS 0.3.1

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://www.pwsafe.de/doku.php

Wertung

Nutzen Sie viele Systeme mit unterschiedlichen Zugangsdaten, erspart Ihnen PWS eine Menge Arbeit. Der Einsatz des gängigen Passwordsafe-Formates gehört zu den Pluspunkten des Programms.

Persönliches Tagebuch mit Rednotebook

Ein elektronisches Tagebuch hilft, Gedanken entlang einer Zeitachse zu ordnen. Das Python-Programm Rednotebook stellt dazu die wichtigsten Grundfunktionen wie Kalender, Suche, Rubriken und Texteingabe sehr übersichtlich in einer Oberfläche bereit. Das Freitextfeld bietet genügend Raum, um Notizen zu einem bestimmten Tag festzuhalten. Eine Undo-/Redo-Funktion ermöglicht das Vor- und Zurückspringen während der Texteingabe. Wechseln Sie jedoch den Tag, schreibt die Software die Einträge in eine Textdatei und löscht die History. Eine Vorlagenfunktion erlaubt es außerdem, eine wochentagsspezifische Vorlage einzufügen.

Kurze, geordnete Notizen legen Sie am besten in der Übersicht für die Kategorien ab. Hier haben Sie die Möglichkeit, eigene Kategorien zu definieren und diesen beliebig viele kurze Notizen zuzuordnen. Alle Einträge und Rubriken gelten immer nur für den gerade gewählten Tag. Dessen Auswahl erfolgt über den Kalender in der linken oberen Ecke. Standardmäßig öffnet sich Rednotebook mit dem aktuellen Tag. Für die Suche nach bestimmten Worten oder Einträgen bietet das Programm eine eigene Suchfunktion.

Rednotebook 0.3.0

Lizenz: GPL

Quelle: http://digitaldump.wordpress.com/projects/rednotebook/

Wertung

Rednotebook erweist sich als das ideale Programm für alle Puristen, die nur Notizen und einfachen Termine verwalten möchten.

Stopduplicates sagt den Dubletten den Kampf an

Terabyte-Festplatten vermitteln den trügerischen Eindruck, dass das Löschen von Dateien der Vergangenheit angehört. Geht es aber ans Sichern der Daten, droht angesichts der Datenmengen ein böses Erwachen. Damit Dateidubletten nicht unnötig Platz verbrauchen, stöbern Sie diese mit Stopduplicates auf.

Das Java-Programm glänzt durch eine intuitive und übersichtliche Oberfläche. Nach Anwahl eines Verzeichnisses durchforstet die Software den darunter liegenden Verzeichnisbaum nach Duplikaten. Ein Fortschrittsbalken am unteren Fensterrand gibt Auskunft, wieviele Dateien sie schon geprüft hat. Ein Zähler informiert außerdem über die Anzahl der gefundenen Duplikate. Dateien, für die das Programm eine oder mehrere Dubletten findet, listet es samt Pfad in der linken Fensterhälfte auf, die Duplikate in der rechten. Dabei zeigt es der besseren Übersicht wegen nicht alle Dubletten auf einmal an, sondern nur die zum gerade ausgewählten Original.

Um die überflüssigen Dateien zu entfernen, markieren Sie diese per Mausklick. Es erscheint ein Häkchen beim entsprechenden Eintrag. Anschließend löschen Sie über Delete die so gewählten Einträge. Alternativ fegen Sie alle Duplikate eines oder mehrerer Programme mit einem Schlag von der Platte.

Stopduplicates 1.0

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://stopduplicates.sourceforge.net

Wertung

Stopduplicates spürt Dubletten im Dateisystem auf und beseitigt sie. Das Tool benötigt lediglich eine Java-1.6-Laufzeitumgebung.

Mit WMJump direkt ins richtige Fenster springen

Zwar hat sich die Navigation via Maus weitgehend etabliert, doch bevorzugen immer noch zahlreiche Anwender die Arbeit mit Tastenkürzeln. Hier hilft WMJump, geöffnete Fenster auf allen virtuellen Oberflächen anzusteuern. Idealerweise ordnen Sie WMJump ein Tastenkürzel im Windowmanager Ihrer Wahl zu, um den Programmaufruf zu beschleunigen. Beim Start erfasst das Programm alle geöffneten Fenster und ordnet jedem eine Tastenkombination zu. Im Regelfall besteht diese aus genau einem Buchstaben. Bei Eingabe der gewünschten Tastenkombination holt es sofort das gewählte Fenster in den Fokus. Liegt das Fenster auf einer anderen virtuellen Arbeitsfläche, wechselt das Programm dorthin und beendet sich bis zum nächsten Aufruf.

Standardmäßig erfasst WMJump alle geöffneten Fenster auf allen Arbeitsflächen und listet sie auf. Möchten Sie nur die aktuelle Arbeitsfläche berücksichtigen, starten Sie das Tool mit -c als Parameter. Programme und Fenster, die WMJump grundsätzlich nicht erfassen soll, geben Sie in einer Blacklist-Datei im Home-Verzeichnis an. Eine allgemeine Blacklist sowie eine allgemeine Konfiguration legt das Programm zusätzlich systemweit ab. Über eine individuelle Konfigurationsdatei passen Sie auch das Erscheinungsbild von WMJump an, zum Beispiel indem Sie favorisierte Programme durch Signalfarben hervorheben.

WMJump 0.7

Lizenz: GPLv2

Quelle: http://sourceforge.net/projects/wmjump/

Wertung

WMJump hilft, den Desktop über Tasten zu bedienen. So steht dem schnellen Zugriff auf Programmfenster nichts im Wege.

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LinuxUser 03/2012

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