Pixelgenaue Galerie

Eine ganz schlichte HTML-Galerie basteln Sie mit Convert in Kombination mit dem Aufrufparameter für so genannte Visual Directories. Das Kommando

$ convert 'vid ' index.html

erstellt eine HTML-Datei, die eine Übersichtsgrafik (im GIF-Format) mit einer Image Map enthält. Über diese erreichen Sie die einzelnen Schnappschüsse per Mausklick auf die Vorschaubilder. Das Ergebnis des Befehls sehen Sie in Abbildung 3. Stellen Sie alle Fotos zusammen mit der Index- und der GIF-Datei ins Web, dann haben Sie bereits eine einfache Galerie.

Abbildung 3: Convert erzeugt einfache Übersicht der Urlaubsschnappschüsse.

Die HTML-Datei können Sie in einem Texteditor Ihrer Wahl natürlich weiter anpassen und ausbauen, um zum Beispiel den Titel der Webseite selbst zu gestalten oder eine eigene Überschrift zu wählen. Für Ersteres schreiben Sie einen eigenen Eintrag zwischen die beiden title-Tags, wie etwa:

<title>Urlaub in Schottland/Engl§§
and</title>

Die Überschrift finden Sie hingegen zwischen den beiden Tags <h1> und </h1> – auch hier sind der eigenen Fantasie keine Grenzen gesetzt. Zahlreiche weitere Tipps und Tricks zu HTML lesen Sie bei SelfHTML [3] nach. Darf's ein bisschen mehr sein? Farbe, Rahmen und Beschriftungen liefert das Programm Montage.

Geschickt montiert

Das Programm Montage aus dem Imagemagick-Paket ist eigentlich dafür gedacht, mehrere Einzelbilder zu einem Ganzen zu kombinieren, zum Beispiel:

$ montage *.JPG montage.jpg

Geben Sie als Zielformat anstelle eines Bildes wieder eine HTML-Datei an, also montage *.JPG index.html, erstellt das Tool genau wie Convert eine einfache Galerie mit Image Map und Übersichtsgrafik. Zahlreiche weitere Montage-Parameter bieten jedoch noch mehr Kontrolle über das Layout der Galerie und erstellen wahre Schmuckstücke.

Der Parameter -label fügt den Bildern eine Beschriftung hinzu. Über verschiedene Attribute bestimmen Sie, welche Informationen dieses Etikett enthält. Für eine Webgalerie eignen sich beispielsweise:

  • %f oder %t für den Dateinamen (einmal mit und einmal ohne Dateiendung),
  • %b für die Dateigröße und
  • %w und %h für Breite und Höhe.

Diese Formatierungszeichen lassen sich beliebig miteinander verknüpfen – eine vollständige Liste aller Attribute finden Sie unter [4]. Die Attribute sollten Sie in Anführungszeichen einschließen. Damit die Etiketten nicht übers Ziel hinaus schießen, fügen Sie mit \n Zeilenumbrüche in die Label ein.

Mit der Option -size beeinflussen Sie in einer Montage die Größe der Kacheln. Wahlweise geben Sie hinter dem Parameter nur die Breite oder Breite und Höhe an (-size 128x oder -size 128x128).

Die Anweisung -title setzt eine Überschrift. Allerdings ist hiermit nicht der HTML-Code gemeint: Montage schreibt den Titel direkt in die Übersichtsgrafik (index.gif) hinein.

Wie der Name schon vermuten lässt, richten Sie mit -tile das Layout der Kacheln ein. Um zum Beispiel zwölf Einzelbilder in drei Reihen zu je vier Bildern anzuordnen, definieren Sie -tile 4x3. Sie müssen allerdings nicht jedesmal die Bilder zählen und sich überlegen, wie die jeweilige Anzahl von Fotos sich gut kacheln lässt: Geben Sie hinter -tile nur die Anzahl für die Zeile (-tile 4x) oder Spalte (-tile x5) an, wählt Montage selbst ein passendes Layout und ordnet die Schnappschüsse an.

Die Option -geometry eignet sich dazu, den Leerraum um die einzelnen Kacheln herum festzulegen. So sorgt -geometry +2+2 etwa für einen 2 x 2 Pixel großen Rand.

Der Parameter -frame rahmt Ihre Bilder ein. Die Dicke des Rahmens geben Sie direkt hinter der Option an, zum Beispiel -frame 5 für einen Rahmen von fünf Pixeln. Optional verpassen Sie dem Rahmen über -mattecolor Farbe eine Farbe Ihrer Wahl. Als Attribut versteht die Option unter anderem Farbnamen (zum Beispiel red, blue, green etc.), RGB-Werte (wie "rgb(255,0,0)", "rgb(0,0,255)", "rgb(0,255,0)" etc.) oder Hexadezimal-Werte (etwa "#FF0000", "#0000FF", "#00FF00" und so fort). Achten Sie darauf, die RGB-und Hexadezimal-Varianten in Hochkommas einzuschließen.

TIPP

Eine Liste der verfügbaren Farben blenden Sie über convert -list color ein; die RGB- und Hexadezimal-Angaben finden Sie darüber hinaus schnell mithilfe von Programmen wie gcolor2 oder Kcoloredit heraus.

Die Option -shadow setzt einen hübschen Schatteneffekt um die Vorschaubilder und lässt sich wahlweise mit oder ohne -frame nutzen. Falls Sie einen Schatten um die Kacheln setzen, dann achten Sie darauf, vorher mit der Option -geometry einen ausreichend großer Abstand zwischen den einzelnen Kacheln zu definieren.

Der vollständige Montage-Befehl könnte zum Beispiel so aussehen wie in Listing 3. Die Abbildung 4 zeigt die fertige Galerie, die dieses Kommando erstellt hat.

Listing 3
§§nonumber
$ montage -label '%t\n%b Bytes' -size 128x *.JPG -title 'Urlaub in England/Schottland' -tile 5x -geometry +5+5 -frame 5 -mattecolor "#3FCA3F" -shadow index.html
Abbildung 4: Beschriftet, gerahmt und gefärbt: Montage erstellt recht ansehnliche Fotoalben.

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