Netzteil

Generell gehören passiv gekühlte Netzteile zu den kostspieligeren Angelegenheiten. 100 Euro gilt es schon einzukalkulieren, um in diesen Genuss zu kommen. Andererseits reklamieren einige Hersteller ihre aktiven Netzteile als besonders leise: Sie besitzen einen großen, sehr langsam drehenden Lüfter.

Die Energieeffizienz spielt bei diesen Komponenten eine entscheidende Rolle: Gute Netzteile haben eine Effizienz von 80 Prozent und mehr, das heißt: 80 Prozent der Spannung, die am Eingang anliegt, wandelt das Netzteil auch tatsächlich in Mainboard-verträgliche Spannung um. Die restlichen 20 Prozent gehen dabei verloren, unter anderem in Form von Wärme. Aktive Netzteile mit 300 Watt Maximalleistung finden Sie ab 30 Euro im Laden, die passiven Varianten kosten mindestens 75 Euro.

Eine dritte Variante, die bereits beim ersten Test des Boards zum Einsatz kam, ist die Pico-PSU (Abbildung 3). Dabei handelt es sich um ein externes Netzteil (wie bei Laptops) und einem auf dem Stromanschluss des Mainboards sitzenden Gleichstrom-Gleichstrom-Wandler. Der Kostenpunkt liegt hier bei rund 80 Euro, die Energieeffizienz bei gut 80 Prozent.

Abbildung 3: Ein Netzteil in Form einer Pico-PSU arbeitet besonders energieeffizient.

Gehäuse

Für das Wohnzimmer ist ein gleichermaßen schickes und platzsparendes Gehäuse gefragt. Solche kleinen Cases mit dem Aussehen eines CD/DVD-Players kommen recht teuer – nicht selten veranschlagen die Hersteller dafür über 100 Euro. Der Nachteil solcher Gehäuse liegt darin, dass ihr geringes Volumen es erschwert, für ausreichend Frischluft zu sorgen. Große Lüfter finden oft keinen Platz, und infolgedessen verbauen die Hersteller oft kleine Krachmacher.

Eine mögliche Alternative bietet die Firma Thermaltake: In der Lanbox Lite [4] finden sowohl Micro-ATX- als auch Mini-ITX-Boards Platz (Abbildung 4). Die Gehäuse überzeugen mit durchdachtem Design: Sie bieten Platz für drei 3,5-Zoll- und zwei 5,25-Zoll-Laufwerke. Drei Lüfter (1 x 92 mm, 2 x 60 mm) sorgen für die nötige Kühlung. Wer die Ventilatoren als störend empfindet, stöpselt sie einfach vom Netzteil ab – dabei sollte man aber immer die Temperaturen im Auge behalten.

Abbildung 4: Das Klavierlack-Gehäuse der Lanbox Lite von Thermaltake fügt sich auch in ein edles Wohnzimmer-Ambiente nahtlos ein.

Die normale Lanbox-Version verfügt darüber hinaus über einen praktischen Tragegriff und die Möglichkeit, ein LCD-Panel einzubauen. Praktischerweise zeigt das Display dann die Systemwerte oder den gerade wiedergegebenen Musik- beziehungsweise Filmtitel an. Das Display schließen Sie am parallelen, seriellen oder am USB-Port an. Nähere Infos dazu finden Sie auf der LCD-Linux-Seite [5].

Die Vorderseite zeigt ein schlichtes Design: Neben den Laufwerksschächten finden sich hier nur der Netzschalter, die Reset-Taste und zwei LEDs (Strom, Festplatte). Auf der linken Gehäuseseite residieren ein zusätzlicher Audio-Ausgang, ein Mikrofoneingang sowie zwei USB-Ports und ein Firewire-Anschluss. Das Kontron-Board verfügt über einen 7.1/7.2-Ausgang, wovon der Hersteller unverständlicherweise nur die notwendigsten Kanäle – nämlich einen Audioausgang sowie einen Mikrofon- und Audioeingang, nach hinten herausführt. Die anderen Ausgänge zapfen Sie mit etwas Bastelarbeit (siehe Kasten "Bastelstunde") an.

Bastelstunde

Das KT690/mITX verfügt über einen so genannten Audioheader – das ist ein Anschluss auf dem Board, der Audiokanäle herausführt. Das entsprechende Kabel (KT 821043) bestellen Sie direkt bei Kontron. Mit etwas Löterfahrung und den notwendigen Audiobuchsen verwandeln Sie das Board in ein vollwertiges 7.1-Audiosystem.

Der Einbau des Kontron-Boards in die Lanbox gestaltet sich recht einfach: Das Gehäuse weist einen modularen Aufbau auf. Um den Motherboard-Schlitten auszubauen, entfernen Sie nur ein paar Schrauben, für die Sie aber keinen Schraubenzieher brauchen. Zwei weitere Schrauben halten den Laufwerksschlitten, der Platz für zwei 5,25- und ein 3,5-Zoll-Laufwerk bietet.

Die anderen beiden 3,5-Zoll-Laufwerke befinden sich in einem Käfig auf dem Mainboard-Schlitten. Davor wacht ein großer Lüfter mit 92 Millimeter Durchmesser, der die Laufwerke bei Bedarf kühlt. Auch den Einbau des Netzteils macht keine Probleme – es empfiehlt sich lediglich, die Stromversorgung als letztes einzubauen, da nach der Montage des Mainboard-Schlittens im Inneren nur wenig Platz bleibt.

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