AA_geist.jpg

© Intern_Fotoclip_PO-9418

Wiimote unter Linux benutzen

Wii von Geisterhand

Nintendos Spielekonsole Wii findet wegen ihrer ausgefallenen Bedienung mit der Wiimote immer mehr Fans. Das exotische Eingabegerät setzen Sie ohne Schwierigkeit auch unter Linux ein.

Wer eine Wii besitzt, muss sich erst an deren Steuerung gewöhnen: Mit der Fernbedienung namens Wiimote wedelt der Spieler vor dem Fernseher herum und hofft, dass sein virtueller Tennisspieler, Golfer oder Baseballspieler den imaginären Ball erwischt. Das erfordert etwas Geschick, geht aber nach einiger Zeit ganz gut von der Hand.

Aber einen Linux-Desktop mit der Wiimote steuern? Technisch macht das keine großen Probleme: Sie brauchen lediglich einen Bluetooth-Adapter und eine Wiimote. Ob die Spielerei Sinn ergibt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein hier getestetes Szenario ist das Steuern einer Präsentation: Mit der Wiimote in der Hand bewegen Sie sich bei einem Vortrag frei im Raum und blättern die Folien mit der Wiimote durch. Auf die selbe Weise können Sie auch in Bildsammlungen blättern oder ein Multimedia-Centers wie MythTV [1] steuern. Um letzteres zu tun, schließen Sie den Rechner an einen Fernseher an, starten die grafische Oberfläche und zappen sich dann per Wiimote durch das Programm. Auch der Audioeditor Ardour lässt sich ab Version 2.7 mit der Wiimote steuern – bisher gilt als Feature aber als experimentell.

Wiimote in Aktion

Nach der Installation (siehe Kasten "Installation unter Kubuntu 8.10" und Kasten "Installation unter Opensuse 11.0") beschreiben, nehmen Sie das Gerät in Betrieb. Über den Befehl wmgui rufen Sie eine kleine grafische Oberfläche auf (Abbildung 1). Sie zeigt links oben schematisch sämtliche Knöpfe der Wiimote an.

Abbildung 1: In der grafischen Oberfläche sehen Sie, ob Linux alle Knöpfchen der Wiimote gut erkennt.

Allerdings müssen Sie die Fernbedienung zunächst bei der GUI anmelden. Dazu drücken Sie [Strg]+[C]. Es erscheint ein Fenster, dass Sie dazu auffordert, [ 1]+[ 2] auf der Wiimote zu drücken. Nach einem Mausklick auf OK dauert es einen Moment, bevor die Wiimote startbereit ist. Drücken Sie nun einen der Knöpfe auf der Wiimote – etwa [A],[B],[ 1] und [ 2] – leuchten oben links auf der grafischen Oberfläche die zugehörigen Felder grün auf (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die auf der Wiimote gedrückten Tasten erscheinen in grüner Farbe in Wmgui.

Über [Strg]+[A] aktivieren Sie die Motion Sensors, die Bewegungen der Wiimote registrieren und in Form von Zahlenwerten ausgeben. Ein erneuter Druck auf die beiden Tasten schaltet die Funktion wieder aus. Über [Strg]+[E] sehen Sie die Bewegungsdaten einer Wiimote-Extension – etwa einen an die Wiimote angeschlossenen Nunchuk. Drücken Sie zweimal nacheinander [Strg]+[R], aktivieren und deaktivieren Sie die eingebaute Vibrationsfunktion, was aber die Batterien belastet.

Wiimote als Mausersatz

Nun gehen Sie einen Schritt weiter und setzen die Wiimote als Mausersatz ein. Dazu beenden Sie wmgui und laden über sudo modprobe uinput zunächst das gleichnamige Kernel-Modul, das alternative Eingabegeräte bedient. Schreiben Sie den Befehl modprobe uinput in die Datei /etc/rc.local, damit Linux das Modul beim nächsten Start automatisch lädt. Nun geben Sie

$ sudo wminput 00:1F:32:A9:6B:4D

ein und drücken auf der Wiimote [ 1] und [ 2], bevor Sie [Eingabe] drücken, um den Befehl abzusetzen. Erscheint hinter der Eingabe ein Ready, steht die Verbindung, und Sie bewegen den Mauszeiger nun mit der Wiimote. [A] entspricht dabei der rechten Maustaste, [B] der linken. Bewegen Sie die Wiimote nach oben und unten, wandert sich der Cursor auf und ab; eine Drehung des Handgelenks nach rechts und links bewegt den Mauszeiger nach rechts und links. So steuern Sie nun alle Programme, die Sie sonst mit der Maus bedienen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 08/2016: Multimedia

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Wie kann man das berichtigen
Udo Muelle, 17.07.2016 20:39, 1 Antworten
Fehlschlag beim Holen von http://extra.linuxmint.com/dists/rosa/main/binary-i386/Packages Hash-S...
Installation Genimotion
Horst Müller, 15.07.2016 17:00, 1 Antworten
Hallo, ich kann Genimotion nicht installieren. Folgende Fehlermeldung habe ich beim Aufruf erh...
Probleme beim Hochfahren der Terastaion 5400 mit Unix-Distrib
Sheldon Cooper, 10.07.2016 09:32, 0 Antworten
Hallo ihr lieben, habe seit zwei Tagen das Problem, das das NAS (Raid5) nicht mehr sauber hoch...
Mit Firewire Videos improtieren?
Werner Hahn, 09.06.2016 11:06, 5 Antworten
Ich besitze den Camcorder Panasonic NV-GS330, bei dem die Videos in guter Qualität nur über den 4...
lidl internetstick für linux mint
rolf meyer, 04.06.2016 14:17, 3 Antworten
hallo zusammen ich benötige eure hilfe habe einen lidl-internetstick möchte ihn auf linux mint i...