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Netbook Dell Inspiron Mini 9 mit Ubuntu 8.04

Klein und fein

Seit November gibt es Dells Netbook Inspiron Mini 9 auch hierzulande mit vorinstalliertem Ubuntu 8.04. Das Mini 9 beeindruckt nicht nur mit durchdachte Technik, sondern schont auch den Geldbeutel.

Dell zeigt, was mit einem guten Setup und entsprechender Hardware machbar ist. Für 320 Euro bietet das Inspiron Mini 9 ein (allerdings spiegelndes) 9-Zoll-Display, eine 8 GByte große Solid State Disk, 1 GByte RAM, 802.11b/g-WLAN und Bluetooth. Dank der SSD und des sehr gut angepassten Ubuntu hält der vierzellige Standardakku selbst bei intensivem Betrieb (WLAN, Webcam-Nutzung, voll beleuchtetes Display) drei bis vier Stunden durch. Wer das Netbook nur als Schreibmaschine nutzt, kommt auf Laufzeiten von deutlich über vier Stunden. Einen geleerten Akku lädt ihn das sehr kompakte Netzteil auch während der Arbeit innerhalb von zwei Stunden wieder auf.

Dell hat beim Inspiron Mini 9 auf einen Lüfter verzichtet, wodurch das Netbook flüsterleise arbeitet. Lediglich ein leichtes Surren erreicht das Ohr, hält man es ganz nah an das Gerät. Wer nicht gerade mit dem Kopf auf der Tastatur tippt, dem erscheint das Dell-Netbook absolut stumm. Neben drei USB-Anschlüssen bringt das Inspiron Mini 9 einen Kartenleser für SD-, MMC- und Memory-Stick-Karten mit. Die Karten verschwinden komplett im Leser, das Netbook lässt sich somit auch mit eingelegter Speicherkarte problemlos transportieren.

Perfektes Setup

Dell hat das Ubuntu-System stark angepasst. So erscheinen beim ersten Start zwei Dialoge zur Dell-EULA und zum Dell-Support. Anschließend richten Sie einen Benutzeraccount und die Sprache ein. Der Rechner benötigt anschließend rund fünf Minuten, um die Sprachdateien zu installieren, dann startet automatisch der Gnome-Desktop. Durch einen Fehler im Partitionierungsmodul [1] stehen beim ersten Start anstelle der möglichen sieben GByte Plattenplatz nur deren drei zur Verfügung. Ein Update mit darauffolgenden Neustart behebt dieses Problem aber.

Gut im Griff hat der Inspiron Mini 9 das Powermanagement: Schließen Sie den Netbook-Deckel, legt sich das Gerät schlafen; beim Aufklappen wacht es automatisch wieder auf. Eine Verbindung zu unserem per WPA gesicherten WLAN-Netz klappte auf Anhieb. Nach dem Suspend verbindet sich der Rechner automatisch wieder – hier zeigen viele andere Netbooks Schwächen. Gut gefallen konnte in den Tests auch die 0,3-Megapixel-Webcam. Sie schaltet sich bei Bedarf automatisch ein, eine kleine Lampe sorgt auch im Dunkeln für eine akzeptable Bildqualität. Bei Tageslicht liefert die Webcam ein perfektes Bild.

Die Tastatur des Inspiron Mini 9 fällt relativ klein aus. Sie weist aber einen sehr angenehmen Druckpunkt auf und lässt sich nach etwas Übung problemlos mit 10 Fingern bedienen. Die Funktionstasten hat Dell auf die mittlere Buchstabenreihe gelegt. Dummerweise reicht das nur für die Emulation von [F1] bis [F10] – viele KDE- und Gnome-Programme aber schalten über [F11] in den Vollbildmodus. Auch das Starten von Programmen über [Alt]+[F2] verlangt etwas Fingerakrobatik, da man [Fn]+[Alt]+[S] drücken muss. Schließlich bringt auch die Linux-Version des Inspiron Mini eine Windows-Taste mit, die jedoch nicht einmal das Hauptmenü öffnet. Hier hätte Dell besser die von Asus erfundene Home-Taste übernommen.

Der Mini 9 kommt mit lediglich zwei LEDs aus, Statusanzeigen für Caps- oder Numlock und WLAN fehlen. Auch lässt sich die Webcam nicht per Tastendruck ein- oder ausschalten. Dies sind aber auch die einzigen echten Kritikpunkte am 9-Zoll-Netbook, das in den Tests sonst sehr viel Freude bereitete. Das Touchpad reagiert sehr präzise, ohne überempfindlich zu sein; der Scroll-Bereich am rechten Rand funktioniert tadellos. Die zwei Maustasten verfügen über einen angenehmen und spürbaren Druckpunkt, ohne laut zu klicken.

Eigenes Interface

Um Windows-Umsteigern das Leben unter Ubuntu möglichst schmackhaft zu machen, hat Dell einen eigenen Programmstarter entwickelt. Der Dell Launcher (Abbildung 1) legt sich quasi transparent über den Gnome-Desktop und bietet Zugriff auf die fünf Menüpunkte Internet, Lernen, Produktivität, Spiele und Unterhaltung. Er macht dabei intensiven Gebrauch von 3D-Effekten. Über ein großes Pluszeichen lassen sich dem Hauptmenü weitere Punkte hinzufügen. Auch die Liste der Einträge, die zu einem Hauptmenü gehören, passen Sie auf diese Weise an, ohne dass dazu ( wie beim EeePC) externe Tools nötig wären. Sagt ihnen die schillernde Dell-Oberfläche nicht zu, wechseln Sie über Desktopmodus wechseln aus dem Hauptmenü zum gewohnten Gnome. Das funktioniert auch im laufenden Betrieb.

Abbildung 1: Das Schnellstartmenü von Dell sieht nicht nur gut aus, es lässt sich auch einfach konfigurieren.

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