Jhead, Convert & Montage

Würdiger Rahmen

Mit den Programmen aus dem Imagemagick-Paket zaubern Sie im Handumdrehen schicke HTML-Galerien, die sich nicht nur ins Web stellen, sondern auch auf CD/DVD brennen lassen.

Programme zum Erstellen von HTML-Bildergalerien gibt es wie Sand am Meer: Die meisten dieser Tools setzen auf PHP oder Ähnliches, um Inhalte dynamisch zu generieren. Darf es stattdessen etwas einfacher ausfallen, empfehlen sich diverse Programme aus dem Imagemagick-Paket: Damit zaubern Sie im Handumdrehen schicke HTML-Galerien, die sich nicht nur ins Web stellen, sondern auch auf CD/DVD brennen lassen, da sie ganz ohne Webserver im Hintergrund auskommen.

Die Schmuckstücke vorbereiten

Bevor Sie die Galerie einrichten, bringen Sie die Fotos in Form. Dazu gehört neben dem Sortieren der Bilder auch die korrekte Ausrichtung der Schnappschüsse sowie eventuell das Anpassen der Größe. Das Programm Jhead [1] hilft dabei, die Bilder richtig herum zu drehen. Jhead liest die Exif-Informationen der Fotos aus und bietet verschiedene Optionen an, um diese zu verändern. Mit der Option -autorot drehen Sie alle Bilder eines Verzeichnisses in die korrekte Richtung :

§§nonumber
$ <§§B>jhead -autorot *<§§B>
Modified: IMG_0231.JPG
Modified: IMG_0234.JPG
…

Jhead einrichten

Die meisten Distributionen installieren Jhead nicht standardmäßig, es lässt sich aber meist über den Paketmanager schnell nachrüsten. Finden Sie es dort nicht, bietet die Jhead-Webseite Binaries für viele Betriebssysteme (darunter auch Windows und Mac OS X), ein RPM sowie die Quellen zum Kompilieren.

Abbildung 1 zeigt das Ergebnis des Kommandos: links die Originalbilder im Dateimanager, rechts die gedrehten Schnappschüsse nach dem Jhead-Befehl. Nun kann es an die Größenanpassung gehen – nicht jeder verfügt über ausreichend Bandbreite und Plattenplatz, um riesige Bilder in der Webgalerie zu präsentieren.

Abbildung 1: Mit nur einem Kommando in die richtige Richtung: Jhead dreht Bilder.

Beim Skalieren zahlreicher Dateien am Stück demonstriert das Kommandozeilentool convert aus dem Imagemagick-Paket seine Qualitäten. Mit nur einem einzigen Befehl bringen Sie alle Fotos auf die gewünschte Größe. Das Kommando identify (ebenfalls Teil der Imagemagick-Tools) verrät, wie groß die Originale ausfallen:

§§nonumber
$ <§§B>identify *<§§B>
IMG_0231.JPG JPEG 1200x1600 Dire§§
ctClass 1.4mb
IMG_0234.JPG[1] JPEG 1200x1600 D§§
irectClass 752kb
IMG_0235.JPG[2] JPEG 1600x1200 D§§
irectClass 844kb
…

Um nun alle Bilder für die Galerie beispielsweise auf 800x600 zu "schrumpfen", die Originale zu behalten und die verkleinerten Schnappschüsse in einem Unterordner namens small_pics zu speichern, tippen Sie beispielsweise:

$ test -d small_pics || mkdir sm§§
all_pics && for i in *.JPG; do c§§
onvert -resize 800x800 "$i" "sma§§
ll_pics/$i"; done

Hier sieht test zunächst nach, ob das Verzeichnis small_pics schon existiert (Parameter -d). Nur, wenn das nicht der Fall ist, erstellt das nachfolgende mkdir den Ordner. Der Operator && sorgt dafür, dass der Aufruf von Convert nur dann stattfindet, wenn das Erstellen des Verzeichnisses erfolgreich war [2]. Dabei sorgt die Angabe von 800x800 dafür, dass Convert die vorher 1600 x 1200 Pixel großen Bilder auf 800 x 600 Punkte verkleinert. Bilder, die 1200 x 1600 Pixel groß waren, messen anschließend 600 x 800 Bildpunkte. Hier dient 800x800 also als "Maximalangabe": -resize verkleinert das Bild auf ein Rechteck, das genau in die Zielgröße hineinpasst – ohne zu verzerren.

Ein nachfolgendes identify small_pics/* bestätigt, dass die verkleinerten Fotos nun richtig herum gedreht im Unterordner liegen.

Bilder beschriften

Möchten Sie Ihren Fotos gerne einen Copyright-Vermerk verpassen, dann greifen Sie ebenfalls zum Tool Convert. Ein solches Wasserzeichen muss sowohl auf hellen als auch auf dunklen Bildern gut sichtbar ausfallen. Darüber hinaus sollte es zwar schwierig zu entfernen, aber dennoch nicht zu nervig sein. Die folgenden Convert-Optionen eignen sich prima, um Bilder zu beschriften:

  • -font: Dieser Parameter wählt die Schriftart für das Wasserzeichen aus. Als zusätzliche Angabe definieren Sie entweder den Schriftnamen (zum Beispiel -font helvetica oder -font arial) oder den vollen Pfad zu einer installierten Schrift (etwa -font /usr/share/fonts/truetype/msttcorefonts/Comic_Sans_MS.ttf).
  • -pointsize: Mit dieser Option spezifizieren Sie die Schriftgröße in Punkt (zum Beispiel -pointsize 40).
  • -draw: Dieser Aufrufparameter nimmt gleich mehrere weitere Argumente entgegen, wie etwa die Position des Wasserzeichens (gravity south) oder die Farbe der Beschriftung (fill black text, fill white text). Um einen Schatteneffekt zu erzielen, können Sie einen kleinen Versatz zwischen weißem und schwarzen Text definieren. Die Argumente für -draw schließen Sie in Hochkommas ein; enthält der Wasserzeichentext Leer- oder Sonderzeichen, dann schachteln Sie diesen ebenfalls in Hochkommas.

Zusätzlich erwartet Convert die Angabe der Originaldatei sowie einen Namen für das Bild mit dem Wasserzeichen. Ein Beispiel für den kompletten Befehl finden Sie in Listing 1, die Abbildung 2 zeigt das Ergebnis dieses Aufrufs. Wie im vorherigen Abschnitt gezeigt, können Sie das Markieren der Bilder wieder automatisieren und auf einen Rutsch allen Schnappschüssen den Vermerk verpassen und diese in einem neuen Unterverzeichnis ablegen (Listing 2).

Abbildung 2: Das Programm Convert versieht Ihre Schnappschüsse auf Befehl mit einem Copyright-Vermerk.
Listing 1
§§nonumber
$ convert -font helvetica -point size 40 -draw "gravity south fill black text 0,12 'Copyright Heike Jurzik' fill white text 1,11 'Copyright Heike Jurzik'" IMG_0262.JPG IMG_0262_Copy.JPG
Listing 2
§§nonumber
$ test -d copy_pics || mkdir copy_pics && for i in *.JPG; do convert -font helvetica -pointsize 40 -draw "gravity south fill black text 0,12 'Copyright Heike Jurzik' fill white text 1,11 'Copyright Heike Jurzik'" "$i" "copy_pics/$i"; done

Nach diesen Vorarbeiten geht es nun an das Erstellen der HTML-Galerie. Mögen Sie es schlicht und funktional, greifen Sie zum im nächsten Abschnitt vorgestellten Convert-Befehl. Alternativ können Sie mit Montage etwas tiefer in die Trickkiste greifen. Tipps dazu finden Sie im übernächsten Abschnitt ("Geschickt montiert").

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