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Distribits

18.12.2008

Debian Installer als Release Candidate

Das Debian-Entwicklerteam (http://www.debian.org) hat den ersten Release-Candidate des Debian-Installers für die kommende Version 5.0 der Distribution fertiggestellt. Damit rückt auch die Freigabe von Debian 5.0 ein Stück näher. In den letzten Monaten hatte es so ausgesehen, als würde Debian 5.0 nicht vor Mitte 2009 erscheinen.

In der aktuellen Version erleichtert das Installationsprogramm das Einrichten von Debian auf zahlreichen NAS-Geräten auf Basis von ARM-Prozessoren. Auch an der Installation von Debian von Live-CDs aus haben die Entwickler gefeilt: So klappt jetzt das Einspielen von Firmware während der Installation, auch wenn diese sich auf Wechselmedien befinden.

Unter http://debian.org/devel/debian-installer finden Sie die aktuelle Version des Installers zum Ausprobieren. Die Debian-Entwickler warnen ausdrücklich, dass das Programm noch einige Fehler enthält.

OpenSuse 11.1 liest Fingerabdrücke

Die vierte Beta-Version von OpenSuse 11.1 (http://www.opensuse.org) unterstützt eine große Zahl von Fingerabdruckscannern. Sie verwalten diese über ein eigenes YaST-Modul. Das ermöglicht es, sich sowohl in der grafischen Umgebung als auch in einer Konsole per Fingerabdruck anzumelden.

Die aktuelle Beta enthält darüber hinaus Kernel 2.6.27.4, den Desktop Gnome 2.24.1, OpenOffice 3.0, KOffice 2.0 Beta2, Evolution 2.24.1, Banshee 1.3.3, Virtualbox 2.0.4, Mono 2.0.1 und die Remote-Desktop-Lösung Nomad. Letztere erlaubt es, Desktopsitzungen verschlüsselt übers Netz auf einen anderen Rechner zu übertragen. Dabei kommt die Hardwarebeschleunigung des Clients zum Einsatz, sodass auch Desktop-Effekte funktionieren.

Geht alles glatt, erscheint OpenSuse 11.1 am 18. Dezember 2008. Die aktuelle Testversion steht für x86-, x86_64- und PowerPC-Systeme auf der Homepage von OpenSuse und zahlreichen Spiegelservern zum Download bereit.

Mint mit Fluxbox

Unter dem Namen Linux Mint 5 Fluxbox (http://www.linuxmint.com/blog/?p=404) gibt es eine neue Mint-Variante (http://www.linuxmint.com), die auf den sparsamen Windowmanager Fluxbox setzt. Die Entwickler nahmen Linux Mint 5 samt seiner Tools, wie MintInstall, MintWifi, MintBackup und MintConfig und ergänzten das System um ressourcenschonende Programme für die tägliche Büroarbeit.

Als Browser liegt Firefox 3 bei, als Mailprogramm Sylpheed. Pidgin bedient das Instant Messaging, GPRS EasyConnect verwaltet GPRS-Verbindungen. Für die Büroarbeit sind Abiword und Gnumeric dabei, Orage dient als PIM-Programm. Für Multimedia-Inhalte zeichnet MPlayer verantwortlich; als Brennprogramm dient Brasero. Bilder bearbeiten Sie mit Gimp; GPicview arbeitet als einfacher Bildbetrachter.

Dateien verwalten Sie mit Thunar, die Fuse-SMB-Tools kümmern sich um das Filesharing im Netz. Catfish bietet eine übersichtliche Oberfläche für verschiedene Desktop-Suchprogramme. Um die Paketverwaltung kümmert sich Synaptic, mit EnvyNG gelingt die Installation von Grafikkartentreibern für Nvidia- und ATI-Grafikkarten.

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Dank Fluxbox läuft Linux Mint auch auf schwacher Hardware.

Mandriva mit XFCE

Mitglieder der Mandriva-Nutzergemeinde haben Mandriva Linux 2009 XFCE Live (http://wiki.mandriva.com/en/XFCELive2009) auf Basis von Mandriva Linux 2009 zusammengestellt. Das System verwendet Mandriva One als Grundlage, basiert auf Kernel 2.6.27 und nutzt XFCE 4.4.2 als Desktop. Für die Arbeit im Büro liegt OpenOffice bei, als PIM-Software dient Orage, als PDF-Betrachter EPDFview.

Der Instant-Messenger Pidgin, Claws-Mail und Firefox sind für den Zugriff auf Internet-Dienste ebenso dabei wie das VoIP-Programm Ekiga. Für das Bearbeiten von Bildern bringt die Distribution Gimp, Gthumb und Ristretto mit. Zum Abspielen multimedialer Inhalte dienen Xfmedia, Exaile, Tvtime und Totem.

Mandriva Linux 2009 XFCE Live bringt alle Sicherheitsaktualisierungen von Mandriva 2009 bis zum 23. Oktober mit. Mittels grafischem Installer heben Sie das System auf die Festplatte und ergänzen es dann gegebenenfalls mit Programmen aus dem Mandriva-Pool.

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Auch mit dem XFCE-Desktop macht das aktuelle Mandriva Linux eine gute Figur.

Ubuntu, ganz privat

Unter dem Namen Ubuntu Privacy Remix (http://www.privacy-cd.org) haben einige Entwickler ein System auf Basis von Ubuntu 8.04 (http://www.ubuntu.com) veröffentlicht, das eine sichere Arbeitsumgebung bereitstellt, die jeden Zugriff von außen verhindert. Das ermöglicht es, sensible Daten völlig ungefährdet zu bearbeiten.

Ubuntu Privacy Remix arbeitet als Live-System, das von CD bootet und die installierten Festplatten des Rechners nicht einbindet. Das schließt aus, dass von dort aus Schädlinge Zugriff auf das System nehmen. Ferner entfernten die Entwickler die Möglichkeit, via Netzwerk Kontakt mit anderen Rechnern aufzunehmen. Ubuntu Privacy Remix beruht zudem vollständig auf quelloffener Software – das ermöglicht es, die Funktionsweise genau zu überprüfen.

GnuPG und Truecrypt erlauben das Verschlüsseln von Daten. Veränderliche Daten, wie etwa die Rechtschreibprüfung von OpenOffice oder die GnuPG-Einstellungen, speichern Sie auf Wechselmedien in erweiterten Truecrypt-Volumes ab. Beim Mounten der Volumes stehen diese Daten automatisch bereit. Auf der Homepage findet sich eine Anleitung, wie Sie das System an die eigenen Bedürfnisse anpassen und selbst erstellen.

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Ubuntu Privacy Remix bietet eine komplett abgeschottete Umgebung zum Bearbeiten sensibler Daten.

RHEL-5.3-Beta veröffentlicht

Der amerikanische Distributor Red Hat hat die erste Beta-Version des kommenden Red Hat Enterprise Linux 5.3 (RHEL) zum Download freigegeben. Als Kernel verwendet RHEL 5.3 die Version 2.6.18, ergänzt um zusätzliche Treiber für Ralink- und Atheros-WLAN-Chips. Für die bessere Integration in Windows-Umgebungen liegt Samba jetzt in Version 3.0.32 bei. Für den Desktop-Einsatz integrierten die Entwickler den Networkmanager 0.7, der UMTS-Verbindungen unterstützt und Netzwerkverbindungen schneller aufbaut. Außerdem erlaubt es das System, die Root- und Swap-Partitionen während der Installation zu verschlüsseln. Red Hat Enterprise Linux 5.3 Beta1 erhalten Sie nur über das Red Hat Network, die Betaphase soll bis zum 6. Januar 2009 dauern.

Debian Pure Blends

Offizielle Unterprojekte von Debian heißen künftig "Debian Pure Blends", da der bisherige Name "Debian Custom Distributions" missverständlich war. Pure Blends basieren auf Debian, greifen auf das Hauptarchiv zu, bieten aber eine spezialisierte Auswahl an. Zurzeit gibt es folgende Blends: Debian Edu für Schulen, Debian GIS für geografische Informationssysteme, Debichem mit Chemieprogrammen, Demudi (64Studio) für Multimedia-Produktionen, Debian Med für das Gesundheitswesen und Debian Science mit wissenschaftlicher Software verschiedener Fachrichtungen. Unter http://cdd.alioth.debian.org/blends finden Sie ausführliche Informationen zu den einzelnen Blends.

Kurz notiert

Laut Paul Frieds, Mitglied im Fedora-Entwicklerteam, ist Fedora die am weitesten verbreitete Distribution. Nach seinen Angaben weist Fedora zwischen 9,5 und 10,5 Millionen Installationen auf und liegt dabei deutlich vor Ubuntu, das eine Zahl von über 8 Millionen Installationen für sich beansprucht. Die Zahlen beider Distributoren gilt es allerdings mit Vorsicht zu genießen, da sich Linux als freies System ja auf beliebig vielen Rechnern installieren lässt.

Schon kurz nach der Freigabe von Ubuntu 8.10 haben die Entwickler die erste Alpha-Version der für April 2009 vorgesehenen Ubuntu 9.04 zum Download freigegeben. Die Änderungen in der aktuellen Alpha beschränken sich auf die Integration des neuen Kernels 2.6.27 und den Abgleich der Repositories mit denen von Debian "Sid". Auf einen Developer Summit Anfang Dezember 2008 beraten die Entwickler über die Änderungen für die nächste Version. Als wichtigste Ziele stehen schon jetzt Verbesserungen beim Support für mobile Geräte, ein schnellerer Systemstart und verbesserte Backup-Funktionen fest.

Debian "Etch" (http://www.debian.org) steht als aktualisierte Version Debian 4.0r5 zum Download bereit. Die Entwickler integrierten in den stabilen Zweig der Distribution alle Updates und Sicherheitsaktualisierungen. Wer sein System regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht hat, braucht Debian 4.0r5 nicht: Das System ist für Neuinstallationen gedacht und erspart den Download zahlreicher Patches und neuer Softwareversionen.

Die Systembauanleitung Linux From Scratch (LFS) (http://www.linuxfromscratch.org) liegt in Version 6.4 vor. Das Projekt liefert keine Distribution, sondern eine Anleitung, wie Sie ein System komplett aus den Quelltexten zusammenstellen und in Betrieb nehmen. Auf diese Weise vermittelt LFS tiefgreifende Kenntnisse über Linux-Systeme. LFS 6.4 setzt auf Kernel 2.6.27.4, Glibc 2.8 und GCC 4.3.2. Eine deutsche Version des Buches findet sich unter http://oss.erdfunkstelle.de/lfs-de/ und auf der Heft-DVD dieser Ausgabe.

Unter http://screenshots.debian.net sammeln Debian-Entwickler um Christoph Haas Screenshots aller in Debian enthaltenen Programme, um Benutzern vor der Installation einen visuellen Eindruck von Programmen zu ermöglichen. Jeder darf Bilder zur Sammlung beisteuern. Allerdings landen die Screenshots erst nach der Freigabe durch einen Administrator in der Galerie. Zur Zeit enthält die Sammlung etwa 400 Abbildungen, die Debian-Repositories enthalten knapp 20 000 Programme.

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