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Buchtipp

18.12.2008

Fotobearbeitung mit Gimp

Das Grafikprogramm Gimp hat – nicht ganz zu unrecht – den Ruf, einer schwierig zu bedienenden Software. Abhilfe speziell beim Bearbeiten von Fotos schafft nun "Gimp 2.6 für digitale Fotografie" von Jürgen Wolf. Es richtet sich sowohl an Einsteiger in Gimp als auch an fortgeschrittene Benutzer.

Zu Beginn führt der Autor in die Funktionen des Programms ein, wozu er keinerlei Grundwissen über Gimp beim Leser voraussetzt. Er erläutert das Bedienkonzept des Open-Source-Werkzeugs sehr genau und in einfachen Worten. Nur grundsätzliches Know-how zum Bearbeiten von Bildern ist gefragt, wie etwa der Umgang mit Ebenen. Auf solche Punkte geht das Buch lediglich knapp ein. Umso detaillierter erklärt der Autor die verschiedenen Werkzeuge und die Oberfläche.

Das Nachbearbeiten von Fotos beginnt mit grundlegenden Aufgaben aus der Praxis. Das Entfernen roter Augen eröffnet den zweiten Teil des Buches. Schritt für Schritt zeigt der Verfasser, wie Sie aus einem Schnappschuss ein Portrait zaubern. Vorher/Nachher-Bilder und Screenshots erlauben es, das Vorgehen leicht nachzuvollziehen und damit schnell zum Erfolg zu kommen. Auch schwierige Fälle spart das Buch nicht aus – so etwa die Korrektur von Netzhautreflexen bei Tieren, die Sie nicht mit der Automatik von Gimp allein erreichen.

Breiten Raum gibt der Autor dem Thema "Farbe". Farbwertkorrekturen, Kontraste und auch das Umfärben von Bildmotiven behandelt er ausführlich und in klassischer Workshop-Manier. Richtig anspruchsvoll gibt sich das Kapitel "Belichtungskorrekturen": Hier begnügt sich das Buch nicht damit, unter- oder überbelichtete Fotos zu retten. Der Autor setzt sich auch das Ziel, hier auch die Bilddramaturgie anhand gut gewählter Beispiele zu manipulieren.

Das gelingt dem Handbuch nicht nur in diesem Kapitel, sondern auch im folgenden Abschnitt zur Schwarzweiß-Fotografie. An ernsthafte Hobby-Fotografen schließlich wendet sich die zweite Hälfte des Buches. Hier zeigt Wolf, wie Sie Pseudo-3D-Effekte erzeugen, Fotos retuschieren, restaurieren und montieren sowie Gimp-Aktionen mit Skripten automatisieren. So ist es zum Beispiel anhand der Schritt-für-Schritt-Anleitung ein Kinderspiel, den wolkenlosen Himmel eines Bergpanoramas durch einen mit Dekorationswölkchen auszutauschen.

"Gimp 2.6 für digitale Fotografie" eignet sich nicht nur als leicht verständliches Handbuch für Hobby-Fotografen, sondern bietet auch dem Gimp-Erfahrenen noch einiges an Hilfe. Eine praktische Referenzkarte zum schnelleren Bedienen der Software sowie eine DVD mit Beispielbildern zu den Workshops, den Installationsdateien sowie einigen Plug-Ins runden das sehr gelungene Buch ab. (Jan Schulze)

Infos

gimp.png

Jürgen Wolf

Gimp 2.6 für digitale Fotografie

Galileo Press, 2009

ISBN 978-3-8362-1184-0

356 Seiten, 39,90 Euro

http://www.galileo-press.de

Content im Griff

Das modulare Content Management System (CMS) Joomla hat sich zu einem Shooting-Star der Open-Source-Welt entwickelt. Sowohl Profis als auch ambitionierte Hobby-Webmaster greifen immer öfter zu dieser mächtigen Lösung, um dynamische Webseiten bereitzustellen. Wer tiefer in das CMS einsteigen möchte, dem eröffnet "Joomla! 1.5 – Das umfassende Handbuch" von Anja Ebersbach, Markus Glaser und Radovan Kubani dazu den Weg.

Der Umfang des Buches – mehr als 800 Seiten – mag abschrecken, aber die Lektüre lohnt sich: Es löst in der Tat den Anspruch ein, umfassend über das CMS zu informieren. Dabei beschränken sich die Verfasser nicht nur auf die eigentliche Anwendung, sondern beziehen auch zahlreiche ausgewählte Module mit in ihre Erklärungen ein. Dabei wendet sich das Buch auch an Einsteiger, die bislang weder mit grundlegenden Konzepten des Content Managements noch mit Open Source zu tun hatten. Auch die Installation des CMS unter den gängigen Betriebssystemen erläutern die Autoren ausführlich. Praktischer Weise liegt dem Buch eine DVD bei, die unter anderem alle Installationsdateien enthält.

An das Kapitel zur Installation schließt sich eine kurze, sehr grundlegenden Einführung in Frontend und Backend von Joomla 1.5 an. Der Hauptteil des Buchs dreht sich aber um die Funktionen des CMS. Neben den ersten Schritten bei Erstellen von Inhalten gehen die Verfasser ausführlich auf das Verwalten des Servers ein. Besonders hilfreich ist dabei die leicht verständliche und umfassende Beschäftigung mit den Erweiterungsmöglichkeiten – immerhin einer der Hauptgründe, warum Joomla! sich schnell wachsender Beliebtheit erfreut.

Dabei schlägt das Handbuch die Brücke von der Theorie in die Praxis und zeigt die Funktionsweise von Plugins, Modulen und Komponenten anhand von Beispielen wie dem Einrichten einen RSS-Feeds oder der Installation eine Wiki-Komponente auf. Auch auf den Umgang mit Templates gehen die Autoren ausführlich ein. Für Fortgeschrittene und ambitionierte Einsteiger schließt das Buch mit einem Einstieg in das Programmieren eigener Module und Plugins – PHP-Kenntnisse muss der Leser dazu aber selbst mitbringen.

Für Einsteiger, die ernsthaft mit Joomla 1.5 arbeiten wollen, erweist sich das Handbuch als wertvolle Hilfe, die kaum Fragen offen lässt. Es eignet sich sowohl zum Lernen als auch zum Referenzbuch in der Handbibliothek. Professionelle Anwender und Administratoren, die bereits erfahren im Umgang mit dem Open-Source-CMS sind, finden jedoch nur wenig Neues. (Jan Schulze)

Infos

joomla.png

Anja Ebersbach, Markus Glaser, Radovan Kubani

Joomla! 1.5 -- Das umfassende Handbuch

Galileo Press, 2009

ISBN 978-3-89842-881-1

820 Seiten, DVD, 34,90 Euro

http://www.galileo-press.de

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