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© James Thew, Fotolia

Aufgemischt

Audacity, Ardour, LMMS und Rosegarden

12.12.2008 Die Linux-Jukebox mit Sound aus der Konserve zu füttern, ist eine Sache – mehr Spaß macht es, die Musik selbst zu produzieren. Gute freie Software dazu gibt es seit langem.

Zugegeben: Freie Musiksoftware reicht noch lange nicht an Profi-Anwendungen wie das mehrere hundert Euro teure Cubase [1] von Steinberg heran. Für die Anforderungen von Hobby-Komponisten jedoch gibt es unter Linux eine ganze Reihe sehr guter Programme. Gerade die Release 0.4.0 des Linux-Musikstudios LMMS ([2], [3]) Ende Oktober hat ein Stück dazu beigetragen, die Linux-Musikszene aufzumischen. Daneben gibt es die bewährten Player: den MIDI-Sequenzer Rosegarden ([4],[5]) sowie die Wave-Editoren Audacity ([6],[7]) und Ardour ([8],[9]) .

Soft-Skills

Bei LMMS (Linux Multimedia Studio, Abbildung 1) handelt es sich um MIDI-Software, die mit editierbaren Einzelnnoten statt mit Audioaufnahmen arbeitet. Die Noten existieren zunächst nur als in Länge, Tonhöhe und Lautstärke festgelegte Tastenanschläge auf einem virtuellen Instrument. Letzteres kann eine Soundkarte, ein Keyboard oder auch ein Synthesizerprogramm sein.

Abbildung 1: Die MIDI-Software Linux Multimedia Studio (LMMS) bringt Software-Synthesizer zum Abspielen gleich mit. Sie erzeugt ohne Rückgriff auf weitere Programme fertig abgemischte Songs.

Das Besondere an LMMS: Es bringt zahlreiche eingebaute Soft-Synthesizer mit, die weitere Software oder eine MIDI-Soundkarte überflüssig machen. Die Synthesizer im engeren Sinn, wie der Triple-Oscilator in LMMS (Abbildung 2, links) erzeugen Klänge rechnerisch aus einfachen Grundschwingungen, zum Beispiel einer Sinus- oder Sägezahnwelle. Nachgeschaltete Klangregler verfeinern diesen Rohklang. In die selbe Kategorie fallen das für Hammond-Orgel-ähnliche Klänge zuständige Organic-Plugin (Abbildung 2, rechts) sowie Vibed, ein Spezialist für Klänge von Seiteninstrumenten, und der Drum-Synthesizer Kicker.

Abbildung 2: Einmal klassischer Synthesizer (rechts), einmal Hammond-Orgel (links): LMMS enthält eine Reihe von Soft-Synthesizern.

Wavetable-Synthesizer, die Aufnahmen echter Instrumente in der gewünschten Tonhöhe und Dauer abspielen, gibt es in LMMS ebenfalls. Das einfache Audiofile-Processor-Plugin verändert beim Abspielen von Klangdateien bloß die Sample-Rate. Über einen größeren Tonumfang natürlich klingende Wavetable-Instrumente, die viele Samples und weitere Klangdefinitionen wie Hüllkurven enthalten, finden sich in Form von GUS-Patches und SF2-Soundfonts im Internet. SF2-Dateien gibt es in großer Zahl und teilweise guter Qualität [10] , die uralten GUS-Patches sterben dagegen langsam aus.

Computer-Spiel

Das Futter für die LMMS-Synthesizer-Plugins, die Noten, spielen Sie mit LMMS auf drei Arten ein: Entweder zeichnet das Programm die Tastenanschläge eines MIDI-fähigen Keyboard auf, importiert fertige MIDI-Dateien, oder Sie geben die Töne in der Piano-Roll-Ansicht direkt in LMMS ein (Abbildung 2). Hier symbolisieren farbige Balken Zeitpunkt, Höhe und Anschlagstärke der Töne. Eine Notenschrift-Ansicht gibt es in LMMS nicht.

Dafür bietet LMMS eine leistungsstarke Automatisierung: Jede Reglereinstellung in LMMS lässt sich über eine mit einen Stift gezeichnete Kurve im zeitlichen Verlauf variieren (Abbildung 3). So gelingen flüssige Tempowechsel ebenso gut wie gleitende Lautstärkeübergänge und viele andere Effekte. Beim Feintunen stört es aber, dass der Automation-Editor als Orientierungshilfe nur die Taktzahl anzeigt. Am hilfreichsten wäre für versierte Musiker hier das Notenbild, das in LMMS aber völlig fehlt.

Abbildung 3: Die Einstellung aller Regler können Sie in LMMS über mit einen Stift gezeichnete Kurven im Verlauf des Musikstücks variieren.

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LinuxUser 06/2012

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