Eingesteckt

Die eigentliche Effekte-Power bezieht Ardour aus den auf dem System vorhanden LADSPA-Effektplugins. Im Mixerfenster ([Alt]+[M]) öffnet ein Rechtsklick auf Bereich oberhalb oder unterhalb des Mixerreglers (Abbildung 8, Markierung) ein Kontextmenü. Der Menüpunkt Alle Plugins öffnet einen Dialog, in dem Sie alle Plugins durchsuchen können.

Abbildung 8: Live-Studio: Ardour zeichnet alle Bewegungen der Mixerregler und sogar die der Plugins beim Abspielen auf.

Wenn Sie Effektregler während des Abspielens bewegen, zeichnet Ardour dies auf. Auf diese Weise erzielen Sie subtile Effekte, wie zum Beispiel verstärkten Hall für einzelne Töne, nachträgliche gezielte Pitch-Bends (Tonhöhenveränderungen) oder selektives Verzerren. So entstehen – Übung und Geduld vorausgesetzt – professionell klingende Aufnahmen.

Überhaupt ist bei Ardour Geduld gefragt: Mit seiner eigenwilligen Bedienung verlangt die Software dem Benutzer einiges ab. Dafür liefert sie aber hochwertige Ergebnisse. Wer sich auskennt, arbeitet mit dem Programm schnell und effizient. Um wie in LMMS auch VST-Effekte aus der Windows-Welt zu benutzen, müssen Sie Ardour nach der Anleitung unter [16] selbst kompilieren, da die Entwickler das Verteilen von Binaries mit dieser Funktion als Verletzung der GPL werten.

Solist vs. Ensemble

Erst die Kombination von Rosegarden und Ardour ergibt ein vollwertiges Musik-Studio. LMMS bietet das Ganze dagegen unter einer einheitlichen Oberfläche, allerdings auf niedrigerem Niveau: Zwar erstellt es eine fertig abgemischte Audiodatei, die dank LADSPA- und VST-Plugins auch Raumakustik und andere Effekte enthält. Aber LMMS erspart es dem Benutzer, sich mit externen Synthesizern und einem Wave-Editor zum Mixen der einzelnen Tracks herumzuschlagen. Zeitlich differenzierte Effekte, wie sie jede professionelle Musikproduktion einsetzt, lassen sich beispielsweise nicht erzielen, da LMMS die Automation nicht auf Plugins ausdehnt.

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