Schwarz auf weiß

Dass es anders geht, zeigt Rosegarden: Hier ist der Noten-Editor (Abbildung 4) das Standardwerkzeug für die Noteneingabe, nicht die Piano-Roll. Für die Darstellung nutzt die Software das leistungsfähige Satzsystem Lillypond [11]. Sie "schreiben" die Noten mit der Maus. Der Ziffernblock auf der Tastatur wählt dabei die Dauer (Achtel-, Viertel- oder Sechzehntelnoten etc.). Vorschlagnoten sind ebenso möglich wie Mehrstimmigkeit.

Abbildung 4: Wer auf das gewohnte Notenbild nicht verzichten möchte, sollte statt LMMS Rosegarden benutzen.

Die Eingabe der Noten geht auch bei Rosegarden mit einem MIDI-Keybord am schnellsten. Wer das schon einmal gemacht hat, weiß aber, das die Töne dann so gut wie nie exakt auf dem Schlag sitzen (Abbildung 5, oben). In der Piano-Roll-Ansicht macht das nichts; in der Notenansicht stören jedoch die überflüssigen Pausenzeichen und Noten.

Abbildung 5: Der leistungsfähige heuristische Quantizer in Rosegarden glättet das nach dem Einspielen mit einem Keyboard wegen der kurzen Werte unübersichtliche Notenbild.

Quantensprung

Rosegarden kennt für das Problem ungenau getakteter MIDI-Aufnahmen zwei Lösungen: Im Step-Recording-Modus wählen Sie in der Software zunächst eine Notendauer. Jeder Tastendruck auf dem Keybord fügt dann, unabhängig davon, wie lange er ausfällt, Noten dieser Dauer in die aktuelle Spur ein. Ein natürlichen Ausdruck beim Einspielen erzielen Sie damit freilich nicht.

Eine Alternative zur Einzelschrittaufnahme bietet das nachträgliche Quantifizieren, das Ungenauigkeiten unterhalb einer einstellbaren Schwelle ausbügelt (Abbildung 5, unten). Auch LMMS kennt diese Funktion, bei Rosegarden fällt sie aber leistungsfähiger aus: Damit ausdruckbedingtes Zögern oder Drängen nicht verloren geht, quantisiert Rosegarden auf Wunsch nur die Anzeige, verändert dabei aber nicht den Soundtrack selbst. Außerdem enthält die im universitären Umfeld entstandene Software wesentlich bessere Quantizer-Algorithmen.

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