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Tapetenwechsel

Verschiedene Wallpaper nutzen unter Gnome und XFCE

01.12.2008
Die Arbeit am Rechner macht viel mehr Spaß, wenn optische Schmankerl den Desktop-Hintergrund verschönern. Wir zeigen, wie Sie mit einer Fotoshow Gnome und XFCE optisch aufwerten.

Gnome, KDE und XFCE bieten für die tägliche Arbeit praktisch alle wichtigen Funktionen. Doch Usability allein macht das Arbeiten nicht aus, und insbesondere Gnome und XFCE wirken in den aktuellen Versionen trotz überarbeitetem Artwork etwas bieder und leicht angestaubt.

Als Anwender sehen Sie tagein, tagaus stets das gleiche Bild auf dem Desktop – gerade so, wie die unnatürlich grüne Wiesen vor einem ebenso künstlich blauen Himmel bei anderen Betriebssystemen. Doch es geht auch anders: KDE enthält seit vielen Jahren eine integrierte Diashow-Funktion, mit der Sie in vordefinierten Abständen den Hintergrund automatisch tauschen und somit für neue Impressionen auf den Desktop sorgen. Gnome und XFCE bieten diese Funktion selbst in den neuesten Versionen noch nicht. Mit zusätzlicher Software (bei Gnome) oder etwas Handarbeit (bei XFCE) rüsten Sie diese Funktion entsprechend nach.

Gnome aufpeppen

Arbeiten Sie mit Gnome und wollen dem Wallpaper-Einerlei entfliehen? Dann haben Sie die Wahl zwischen gleich drei Programmen, die Ihren Desktop abwechslungsreicher gestalten. Der Oldtimer Bgchanger verlangt Ihnen bei der Installation die meiste Handarbeit ab. Laden Sie das komprimierte Archiv bgchanger-0.9-1.tar.gz aus dem Netz herunter [1], und speichern Sie es in einem temporären Verzeichnis.

Anschließend entpacken Sie mittels des Befehls tar -xzvf bgchanger-0.9-1.tar.gz den Tarball. Dabei entsteht ein Unterverzeichnis mit dem Namen bgchanger im aktuellen Ordner, in das sämtliche entpackten Dateien wandern. Danach verschieben Sie mithilfe des Befehls mv bgchanger /usr/share/bgchanger das Verzeichnis in den Systemordner /usr/share auf Ihrem Rechner. Falls Sie nicht als root arbeiten, stellen Sie dem Befehl noch ein sudo voran.

Damit Ihr System die beiden Programmdateien bgchanger und bgconfig später beim Start im Suchpfad findet, legen Sie zwei symbolische Links an (Listing 1). Diese Befehle erfordern ebenfalls Root-Rechte, sodass Sie den Eingaben erneut bei Bedarf ein sudo voranstellen, sofern Sie nicht als Superuser angemeldet arbeiten.

Listing 1
ln -s /usr/share/bgchanger/bin/bgchanger /usr/local/bin/
ln -s /usr/share/bgchanger/bin/bgconfig /usr/local/bin/

Damit Bgchanger allen am System arbeitenden Nutzern zur Verfügung steht, erstellen Sie im Homeverzeichnis des jeweiligen Nutzers ein verstecktes Unterverzeichnis namens .bgchanger, in das Sie danach mit dem Befehl cp /usr/share/bgchanger/bgchanger.conf ~/.bgchanger/ die Konfigurationsdatei kopieren. Zu guter Letzt legen Sie mit dem Befehl cp /usr/share/bgchanger/bgchanger.desktop /usr/share/applications/ einen Eintrag im Gnome-Menü an, wodurch im Untermenü System | Einstellungen künftig der Menüpunkt BgConfig erscheint.

Um die Software bei jedem Systemstart automatisch zu aktivieren, tragen Sie schließlich das Programm im Menü System | Einstellungen | Sitzungen im Reiter Startprogramme ein. Nach einem Neustart des Windowmanagers mit [Strg]+[Alt]+[Rückschritt] läuft Bgchanger zunächst mit den mitgelieferten Bildern. Um diese nun durch Ihre eigenen Fotos zu ersetzen, starten Sie mit einem Klick auf BgConfig das grafische Optionsmenü (Abbildung 1).

Abbildung 1: Bgconfig ermöglicht in einem übersichtlichen Dialog das Einstellen wichtiger Parameter von Bgchanger.

Hier laden Sie durch Anklicken von Add Image oder Add Directory einzelne Bilder oder ganze Verzeichnisse mit Bildern als Hintergründe. Im Feld Rotate Wallpaper Every geben Sie die Zeitspanne an, nach der die Bilder wechseln sollen. Die Wallpaper Display Option erlaubt es schließlich, die Hintergrundbilder jeweils an die Auflösung anzupassen. Ein Klick auf den Schalter Save sichert die Einstellungen. Ab dem nächsten Start von Gnome zeigt das Programm nun die neuen Bilder in Zufallsreihenfolge an.

Gwallpapers

Deutlich einfacher gelingt die Installation des brandneuen Programm Gwallpapers von Stefan Haller. Das liegt zwar erst in der frühen Version 0.2 vor, läuft jedoch trotzdem schon sehr stabil. Auf der Projektseite sowie auf der Heft-DVD [2] finden Sie bereits vorkompilierte Pakete für das Debian-Paketverwaltungssystem und den Quellcode in 32- und 64-Bit-Versionen. Damit installieren Sie Gwallpapers unter praktisch allen Distributionen.

Die Installationsroutine legt unter Gnome einen Eintrag gWallpapers im Menü Anwendungen | Zubehör an. Ein Klick auf den neuen Eintrag öffnet den entsprechenden Konfigurator, in dem Sie sehr übersichtlich die üblichen Einstellungen vornehmen (Abbildung 2). Auf Wunsch aktivieren Sie das Programm auch direkt aus dem Dialog durch Anklicken der Schaltfläche Dämon starten. Ein Häkchen im Feld Dämon bei jeder Sitzung starten (Autostart) sorgt ab dem nächsten Hochfahren von Gnome für einen automatischen Start des Diensts.

Abbildung 2: Einfacher gehts nicht: Die Gwallpapers-Oberfläche überfordert keinen Anwender mit komplexen Dialogen.

Wallpaper Tray

Das Programm Wallpaper Tray komplettiert macht das Trio der Gnome-Tools. Wie der Name bereits andeutet, zeigt diese Software ein stark verkleinertes Abbild des gerade geladenen Hintergrundbilds im Nachrichtenfeld des Gnome-Panels an. Ein Klick auf das Bild öffnet ein Auswahlmenü, in dem Sie auch den Konfigurator finden.

Die Software steht in vielen Repositories bereit. So installieren alle Nutzer von Debian, Ubuntu und deren Derivaten das Programm einfach über das Paketmanagement. Für Fedora-Nutzer stehen vorkompilierte Pakete ebenso wie Quellarchive auf der Website des Projekts [3] bereit.

Nach der Installation läuft Wallpaper Tray ab dem nächsten Systemstart oder einem Neustart von Gnome. Im Konfigurationsmenü der Software finden Sie neben den Funktionen zum Hinzufügen oder Entfernen von Bildern zusätzlich die Option, die Bilder nicht nur nach dem Zufallsprinzip zu wechseln, sondern auch noch nach Speicherdatum oder alphabetisch sortiert (Abbildung 3).

Abbildung 3: Wallpaper Tray bietet verschiedene Methoden zum Bestimmen der Bildfolge.

Zweizeiler für XFCE

Auch der schlanke Windowmanager XFCE benötigt etwas Nachhilfe, um durch wechselnde Hintergrundbilder einen echten Hingucker zu bieten. Im Gegensatz zu Gnome stehen für XFCE zwar keine speziellen Softwarepakete zu diesem Zweck bereit, doch mit einem Zweizeiler bringen Sie dem Windowmanager innerhalb von wenigen Minuten der Hintergrundwechsel bei.

Zunächst klicken Sie im Menü Applikationen | Einstellungen | Hintergrundeinstellungen im unteren Abschnitt Bild das Feld Neue Liste an und stellen dann in den folgenden Dialogen eine entsprechende Liste der Hintergrundbilder zusammen (Abbildung 4). Sobald Sie diese Liste sichern, legt XFCE im versteckten Verzeichnis .config/xfce4/desktop in Ihrem Homeverzeichnis eine Datei namens hintergrundbilder.list an.

Abbildung 4: In diesem Menü stellen Sie unter XFCE eine Bilderliste zusammen.

Nun wechseln Sie in ein Terminal und legen mit einem beliebigen Editor eine Datei namens cron.txt an. In diese tragen Sie folgende beiden Zeilen ein, wobei Sie auf die Groß/Kleinschreibung sowie Interpunktion achten müssen:

# Wallpaper Changer
*/5 * * * * DISPLAY=:0.0 xfdesktop --reload

Anschließend sichern Sie die Datei. Mit der Sequenz im Beispiel baut das System alle fünf Minuten den Desktop neu auf. Natürlich steht es Ihnen frei, je nach Gusto andere Zahlenwerte zu verwenden.

Um keinen bereits vorhandenen Cronjobs in die Quere zu kommen, sollten Sie nun mit dem Befehl crontab -l zunächst überprüfen, ob weitere zeitgesteuerte Jobs laufen. Erhalten Sie nach Eingabe des Befehls keine Ausgabe, so stoßen Sie den regelmäßigen Wechsel des Hintergrundbildes mit dem Befehl crontab cron.txt an.

Laufen bereits Cronjobs, so fügen Sie die oben aufgeführte Befehlszeile in die Datei crontab ein. Das erledigen Sie am einfachsten mithilfe des Befehls crontab -e in einem Terminal. Da das System den im Hintergrund laufenden Cron-Daemon bei jedem Start automatisch aktiviert, brauchen Sie sich nun um nichts mehr zu kümmern. XFCE arbeitet ab sofort die vorgegebene Bilderliste ab.

Fazit

Mit den drei Tools für Gnome und dem auf Linux-Bordmitteln beruhenden Cronjob für XFCE sagen beide Desktops dem langweiligen Oberflächen-Einerlei servus. Positiv fällt bei allen drei Programmen der geringe Ressourcenhunger auf. Lediglich bei sehr großen Hintergrundbildern, wie sie bei 12-Megapixel-Digitalkameras im größtmöglichen Format entstehen, empfiehlt es sich, die Dateien vorab mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms wie Gimp zu skalieren. Dann steht dem Einsatz umfangreicher Bildersammlungen als Desktop-Hintergrund nichts mehr im Wege.

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