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Schönheit kommt von unten

Hübsches Panel installieren

01.12.2008 Der Linux-Desktop lässt sich mit ein paar Handgriffen optisch aufwerten: Wir zeigen, wie Sie ein Mac-OS-X-ähnliches Panel einrichten.

Avant Window Navigator (kurz AWN) ist mehr als ein Panel: Die Software bringt das Look-and-Feel von Mac OS X auf den Linux-Desktop (Abbildung 1). Sie läuft zwar bevorzugt unter Gnome, lässt sich aber auch unter XFCE und KDE betreiben. Das optisch ansprechende Desktop-Gefährt beherrscht zahlreiche Effekte wie etwa drehende oder sich vergrößernde Icons, lässt sich in der Größe verändern und ersetzt wahlweise das vorhandene Panel.

Abbildung 1: Für die Icons auf dem Panel besorgen Sie sich am besten SVG-Grafiken als Symbole für die verschiedenen Anwendungen.

Avant Window Navigator besteht aus zwei Komponenten – dem eigentlichen Panel namens Avant Window Navigator und dem AWN Manager. Letzterer hilft Ihnen dabei, die Software an Ihre Bedürfnisse anzupassen und beispielsweise die Effekte auszusuchen oder die Anordnung der Icons zu fixieren. Ein Blick ins Wiki [1] oder in die FAQ [2] des Projekts erschließt zahlreiche weitere Tricks und Möglichkeiten, um das Panel nach Gutdünken zu konfigurieren.

3D Kickstart

Das Panel spielt aber nur mit, wenn Sie Ihre Grafikkarte mit 3D-Beschleunigung betreiben und die Desktopeffekte aktivieren. Ubuntu erledigt das automatisch – falls nicht, finden sich im UbuntuUsers.de-Wiki [3] Hinweise zum Einrichten der 3D-Beschleunigung. Als OpenSuse-Nutzer schauen Sie unter [4] nach, um zu erfahren, wie Sie den richtigen Treiber für Ihre Grafikkarte installieren.

Danach müssen Sie unter beiden Distributionen die Desktop-Effekte aktivieren. Unter Ubuntu wählen Sie dazu System | Einstellungen | Erscheinungsbild, wechseln dann zum Reiter Visuelle Effekte und wählen den Punkt Normal, um eine dezente Variante der Effekte ins Leben zu rufen.

Unter OpenSuse 11 schalten Sie die Effekte über das Startmenü und den Aufruf von Anwendungen | Dienstprogramme | Desktop | Desktop-Effekte ein. Setzen Sie ein Häkchen bei Enable desktop effects und klicken Sie auf Schließen (Abbildung 2). Dann öffnen Sie eine Konsole und ergänzen mit Root-Rechten die Section "Extensions" in der Datei /etc/X11/xorg.conf um den Eintrag Option "Composite" "on" beziehungsweise verändern den vorhandenen Eintrag von "off" zu "on".

Abbildung 2: Unter Ubuntu und OpenSuse müssen Sie die Desktop-Effekte aktivieren, damit AWN seinen Dienst antritt.

Speichern Sie die Datei und geben Sie init 3 ein, um den X-Server zu beenden. Als root holen Sie dann über init 5 die grafische Oberfläche zurück.

Den Navigator auf Kurs bringen

Funktionieren die Desktopeffekte, sind Sie fast am Ziel. Sie installieren unter Ubuntu über Synaptic die Pakete avant-window-navigator und awn-manager. OpenSuse-Anwender binden über YaST zusätzlich das Packman-Repository ein und installieren die Pakete avant-window-navigator und awn-extras-applets. Wollen Sie Avant Window Navigator unter KDE oder XFCE betreiben, folgt nun eine Überraschung: Der Paketmanager installiert zusätzlich zum Panel noch zahllose Gnome-Abhängigkeiten – Sie sollten also überlegen, ob Sie genug Platz auf der Festplatte haben.

Um AWN zu starten, drücken Sie unter Ubuntu 8.04 und OpenSuse 11 [Alt]+[F2] und geben avant-window-navigator ein. Nach dem Start erscheinen jeweils die Panels aus Abbildung 3 (Ubuntu 8.04) und Abbildung 4 (OpenSuse 11). Unter Ubuntu startet AWN nach dem ersten Aufruf noch nicht automatisch nach jedem Neustart des Desktops. Um das zu erreichen, wählen Sie im Gnome-Startmenü System | Einstellungen | Sitzungen und im Reiter Startprogramme den Knopf Hinzufügen. Im nächsten Dialogfeld geben Sie den Namen des Programms ein, in die Zeile Befehl schreiben Sie avant-window-navigator.

Abbildung 3: Avant Window Navigator direkt nach dem Start unter Ubuntu.

Abbildung 4: Noch segelt der Navigator recht schmucklos auf dem Desktop von OpenSuse 11, also schreiten Sie zur Konfiguration.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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