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© sxc.hu

Schöner booten

Individueller Bootsplash für das eigene System

01.12.2008 Desktops bieten viele Möglichkeiten für das individuelle Gestalten. Wer seinem Rechner aber die perfekte Note verleihen möchte, der verpasst dem System einen individuellen Bootsplash.

Viele aktuelle Distributionen verstecken die Startmeldungen eines Linux-Systems hinter einem bunten Bild mit einem Fortschrittsbalken. Der so genannte Bootsplash [1] hat sich zum Markenzeichen des jeweiligen Systems entwickelt – in der Windows-Welt ein bekanntes Phänomen. Für ein komplett handoptimiertes System gilt es natürlich auch hier Hand anzulegen.

Bislang galt es zum Anpassen des Bootsplash immer Hand an den Kernel anzulegen [2]. Zum einen musste der Support für das Framebuffer Device aktiviert sein und dieses mindestens 16 Bit Farbtiefe unterstützen. Zum anderen galt es zusätzlich einen Patch einzuspielen. Dieser finden sich auf der Bootsplash-Homepage. Allerdings verweisen die Macher des Originalen Bootsplash-Systems schon auf der Startseite auf neuere Ansätze.

Derzeit existieren in der Linux-Welt mehrere alternative Ansätze: Splashy [3], Usplash [4] sowie Red Hat Graphical Boot. Splashy und Usplash laufen im Userspace, dass heißt mit den Rechten eines Nutzers. Das bringt mehrere Vorteile mit sich: Zum einen gefährdet es weniger die Stabilität des Systems, falls sich Fehler in den Programmcode eingeschlichen hat. Zum anderen erleichtert es die Konfiguration und das Anspassen.

OpenSuse 11.0

OpenSuse setzt noch auf die ältere, Kernel-basierte Methode für den Bootsplash. Haben Sie das System installiert, finden Sie über Yast2 zwei Pakete, die die Daten für den Bootsplash enthalten: bootsplash enthält das Framework und bootsplash-branding-openSUSE mit den Dateien für das aktuelle OpenSuse-Theme (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der Standardhintergund von OpenSuse wirkt zwar auf Dauer etwas langweilig. Abhilfe schafft hier ein eigenes Theme für den Bootsplash.

Die Dateien aus dem letzteren Paket landen unter /etc/bootsplash/themes im Filesystem. Dort finden Sie mit dem Ordner openSUSE ein Verzeichnis, dass alle wichtigen Dateien für den animierten Bootsplash sowie den Hintergrund für die Kernel- und Startmeldungen enthält. Sie haben nämlich beim Starten die Möglichkeit, über [F2] zwischen dem normalen Startschirm und den ausführlichen Meldungen hin- und herzuschalten.

Die Hierarchie im Ordner openSUSE folgt nicht komplett der Anleitung auf der Bootsplash-Homepage. Für ein neues Theme benötigen Sie laut dieser die Verzeichnisse images/ sowie config/ und animations/ für die eigentlichen Grafikdaten und die Konfiguration. Im zusätzlichen Ordner bootloader liegen Dateien, die den Text enthalten, den OpenSuse im Bootmenü anzeigt.

Ob und welchen Bootsplash Sie überhaupt sehen, das konfigurieren Sie in der Datei /etc/sysconfig/bootsplash. Darin finden Sie die beiden Variablen SPLASH und THEME. Mit der ersten legen Sie über yes oder no fest, ob das System einen Bootscreen einschaltet. Die andere Variable bezeichnet den Ordner (unterhalb von /etc/bootsplash/themes) mit den Daten für den Bootsplash.

Selbst gebaut

Die Vielzahl der Bildschirmauflösungen macht die Arbeit an einem generischen Theme zum Verteilen übers Internet nicht gerade einfach. Möchten Sie keine schwarzen Ränder oder nur Ausschnitte beim Start sehen, benötigen Sie für jede erdenkliche Größe ein separates Hintergrundbild. Am einfachsten machen Sie eine Kopie des Verzeichnisses openSUSE.

Zum Gestalten des Hintergundbildes nutzen Sie am einfachten ein Bildbearbeitungsprogramm, wie Gimp (siehe auch http://www.linuxcommunity.de/artikel/17254), oder ein Vektorzeichenprogramm, wie Inkscape [5]. Erstellen Sie damit die notwenigen Dateien, indem Sie eine Ausgangsgrafik auf die richtigen Größen skalieren oder zuschneiden. Mit dem Tool Convert aus dem Imagemagick-Paket erledigen Sie diesen Schritt automatisch. So brauchen Sie nur eine Ausgangsgrafik zu bearbeiten.

Möchten Sie Ihrem Bootscreen noch eine Animation hinzufügen, erstellen Sie eine Serie von Bildern im PNG-Format, die Sie optimalerweise im Dateinamen entsprechend durchnummerieren. Beachten Sie dabei, dass Sie dabei führende Nullen verwenden, damit sich die Files richtig im Dateisystem sortieren. Die einzelnen Bilder der Animation fügen Sie mit dem Tool Convert aus Imagemagick zu einem File zusammen:

convert -delay 20 anim*.png anim.mng

Jetzt geht es daran, die Teile zusammenzufügen. Alle zentralen Einstellungen nehmen Sie im Verzeichnis config/ vor. Hier editieren Sie die passenden Dateien zu den jeweiligen Bildschirmgrößen, die jeweils alle mit dem Wort bootsplash- beginnen und auf .cfg enden. Zum Konfigurieren stehen je nach Version des eingesetzten Bootsplash-Pakets verschiedene Befehle bereit.

Unter der aktuellen OpenSuse stehen die Kommandos aus der Version 3 zur Verfügung. Eine Übersicht bietet die Tabelle "Bootsplash-Kommandos", mehr Informationen erhalten Sie im Web [6] oder in der Datei /usr/share/doc/bootsplash/README.config auf einem OpenSuse-Rechner mit installiertem Bootsplash-Paket.

Bootsplash-Kommandos

Variable

Wert

Beschreibung

version 2 oder 3 Verwendete Bootsplash-Version
state 0 oder 1 Grafischen Bootsplash an- oder abschalten
jpeg Pfadname Hintergrund für die Ausgabe von Boot-Meldungen
silentjpeg Pfadname Grafik für den Modus ohne Ausgaben
fgcolor 0 bis 8 Textvordergrundfarbe
bgcolor 0 bis 8 Texthintergrundfarbe
tx/ty Zahlenwerte Linke, obere Ecke eines Textrahmens
tw/th Zahlenwerte Breite/Höhe eines Textrahmens
text_x/text_y Zahlenwerte Linke, obere Ecke eines Truetype-Textes
text_size Zahlenwert Größe des Textes in Punkt
text_color Hexadezimalwert Textfarbe
box siehe Dokumentation Zeichnet Boxen über die Hintergundgrafik
overpaintok 0 oder 1 Nur Boxen und nicht den ganzen Bildschirm aktualisieren
progress_enable o oder 1 Fortschrittsbalken ein- oder ausschalten
percent 0 bis 65535 Startwert für die Berechnung des Fortschrittsbalkens

Zum Schluss gilt es noch eine neue Initrd zu erstellen. Dies erledigen Sie mit dem folgenden Befehl:

mkinitrd -s Screen-Breite
 x Screen-Höhe

Damit haben Sie das passende Paket geschnürt, und schon beim Herunterfahren sehen Sie die neuen Grafiken und Texte, die Sie erstellt haben.

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Infos zum Autor

Jörg Luther

Jörg Luther

Jörg Luther arbeitet seit 1995 als IT-Journalist. Seine Vorliebe für das freie Betriebssystem lebt er privat in der LUG Erding und beruflich seit 2004 als Chefredakteur des LinuxUser aus.

Zum Blog von Jörg Luther →


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LinuxUser 03/2012

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