Plasmoiden

Das Herzstück des neuen KDE-Desktops heißt Plasma [1]. Es offeriert außer den Desktopeffekten einen besonderen Layer (das Dashboard) für Miniprogramme (die so genannten Plasmoiden oder Widgets). Je nach Distribution, KDE-Version und Setup zeigt der Standard-Desktop von KDE 4 einfach einen leeren Desktop an. Um die Leere zu füllen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich der Arbeitsfläche und wählen Miniprogramme hinzufügen. Wer lieber mit der Tastatur arbeitet, drückt [Strg]+[A].

Um eines der Miniprogramme auf dem Desktop abzulegen, klicken Sie entweder doppelt auf den gewünschten Eintrag oder markieren das Widget und klicken auf Miniprogramm hinzufügen. Das neue Plasmoid erscheint in der Grundeinstellung im oberen linken Bildschirmbereich. Haben Sie mehrere Widgets auf einmal hinzugefügt, liegen diese zunächst übereinander, und Sie müssen die Miniprogramme aussortieren. Hier wäre eine gezielte Anordnung wie bei den Programmfenstern hilfreich. Genügt Ihnen die Auswahl der vorhandenen Miniprogramme nicht, finden Sie im Internet weitere.

Zur Installation eines Miniprogramms bietet KDE 4 zwei verschiedene Wege an. Klicken Sie unten links auf den Button Neue Miniprogramme installieren, dann haben Sie die Auswahl zwischen Installation aus Datei und Aus dem Internet herunterladen. In den Tests mit KDE 4.1.2 stand über das Internet ein einziges Plasmoid zur Auswahl.

Die Informationen holt sich KDE von der KDE-Look-Seite [2]. Hier finden Sie über 50 Plasma-Applets zum Download. Die meisten Miniprogramme liegen allerdings nur im Quellcode vor, für die Installation benötigen Sie deshalb die KDE-Entwicklungspakete. Unter OpenSuse installieren Sie dazu das Schema KDE-Entwicklung in YaST, Ubuntu-Benutzer benötigen neben build-essential die Pakete libplasma-dev und libkde4-dev. Je nach Plasmoid entstehen noch weitere Abhängigkeiten zu Devel-Paketen.

Im Quellcode rufen Sie dann cmake -DCMAKE_INSTALL_PREFIX=`$KDEDIR` gefolgt von make und sudo make install auf. Je nach Distribution müssen sie das Miniprogramm von Hand an die passende Stelle kopieren. Unter OpenSuse liegen die Plasmoiden unter /usr/lib/kde4, die Beschreibungsdateien finden Sie unter /usr/share/kde4/services. Wie Sie eigene Plasmoiden programmieren, lesen Sie in einem Artikel in LinuxUser 10/2008 [3].

In Zukunft sollen möglichst viele Applets als Plasma-Paket vorliegen. Diese fügen Sie per Neue Miniprogramme installieren | Aus Datei installieren hinzu. Im Import-Dialog haben Sie die Auswahl zwischen Plasmoid:Echtes Plasma-Miniprogramm und Dashboard: MacOS X Dashboard-Miniprogramm . Bevor Sie sich nun auf die Suche nach Mac-OS-X-Miniprogrammen machen, hier der obligate Hinweis, dass mit KDE 4.1.2 eigentlich keine Dashboard-Applets wirklich funktionieren: In den meisten Fällen zeigt KDE 4 zwar eine Grafik an, die mit dem Applet verknüpfte Funktionalität fehlt hingegen. Mangels passender Plasmoid-Paketen bietet dieser Menüpunkt deshalb vorläufig nur eine Vorschau auf kommende Funktionen.

Möchten Sie ein Plasmoid auf dem Panel ablegen, klicken Sie auf das Plasma-Symbol am rechten Ende der KDE-Kontrollleiste und wählen Miniprogramme hinzufügen. Wer mit Plasma nicht glücklich ist und lieber mit dem von KDE 3 her gewohnten Desktop arbeitet, findet im Kasten "Weniger Plasma, bitte!" nützliche Tipps.

Weniger Plasma, bitte!

Die KDE-Entwickler haben in Version 4.1 auch an die Nutzer gedacht, die sich so an die KDE-3-Oberfläche gewöhnt habe, dass sie Plasma am liebsten gar nicht nutzen möchten. Soll sich der KDE-4-Desktop wie bei KDE 3 verhalten, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop und wählen Arbeitsflächen-Einstellungen. Im neuen Dialog stellen Sie ganz zu oberst unter Desktop Activity den Typ auf Ordner-Ansicht und bestätigen mit OK.

Klicken Sie bei dieser Einstellung mit der rechten Maustaste auf den Desktop, erscheint ein Kontextmenü zum Desktop, um zum Beispiel neue Ordner zu erstellen oder die Symbole anzuordnen. Neue Widgets richten Sie in diesem Modus nur über das Plasma-Menü in der rechten oberen Bildschirmecke ein. Über das Plasma-Menü kehren Sie auch zur Standardoberfläche zurück, falls Sie es sich doch anders überlegt haben. Wählen Sie dazu den Eintrag Ordner-Ansicht einrichten.

Stört Sie lediglich das Plasma-Symbol in der rechten oberen Bildschirmecke, weil Sie dort zum Beispiel ein Applet ablegen möchten, wählen Sie als Desktop-Typ den Eintrag Arbeitsfläche (desktop without toolbox).

Kleider wechseln

Black ist bekanntlich beautiful, ein zu dunkler Desktop erhöht jedoch die Bedienfreundlichkeit nicht unbedingt. Behagt Ihnen das Standard-Oxygen-Theme von KDE 4 nicht (Abbildung 5), wählen Sie einfach ein anderes.

Abbildung 5: Das Standard-Plasma-Theme Oxygen sieht zwar sehr edel aus, die Elemente sind aber etwas dunkel.

Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich des Desktops und wählen Sie Arbeitsflächen-Einstellungen. Im neuen Dialog wählen Sie über die Ausklappliste unter Arbeitsflächen-Design ein neues Theme aus. Die Vorschau hilft Ihnen bei der Auswahl. Findet sich in der Liste der vorhandenen Themes kein passendes Design, klicken Sie auf Neues Design. KDE 4 lädt dann eine Liste der auf KDE-Look.org vorhandenen Plasma Themes herunter, und Sie können diese per Knopfdruck installieren. Im Unterschied zu den Plasmoids klappt dieser Vorgang bei den Themes ausgezeichnet. Hellere Themes sind zum Beispiel Ozon Grey, White Glass oder Glassified (Abbildung 6).

Abbildung 6: Im Kontrast zum dunklen Hintergrundbild bringt das Plasma-Theme Glassified helle Elemente mit.

Die meisten Plasma-Elemente sind transparent. Erscheint Ihnen der Desktop zu hell oder zu dunkel, ändern Sie am einfachsten das Hintergrundbild. Auch diese Einstellung finden Sie per Rechtsklick auf den Plasma-Desktop unter Arbeitsflächen-Einstellungen | Hintergrundbild. Die Farben für Programmfenster und Menüeinträge ändern Sie nach wie vor im KDE-Kontrollzentrum unter Erscheinungsbild.

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