Systemverwaltung

Nach wie vor fasst das Mandriva-Kontrollzentrum zentral die bekannten Drak-Tools zusammen (Abbildung 2). Grafisch aufgewertet, bringt es nun auch einige Neuigkeiten mit, wie etwa weitreichendere Funktionen zur Kindersicherung oder eine Weiterentwicklung von Draksnapshot, mit dem man einen Schnappschuss des Systems sichert.

Abbildung 2: Das Mandriva-Kontrollzentrum fasst die Systemverwaltungsprogramme übersichtlich zusammen.

Beim Einrichten der Softwarequellen müssen Sie sich nicht mehr wie bisher für einen bestimmten Spiegelserver entscheiden. Stattdessen verweist Mandriva jetzt auf eine Liste dieser Server, aus der das System bei jeder Aktion einen sowohl geografisch als auch von der Erreichbarkeit und Aktualität her geeigneten Server aussucht. Wer einen "Lieblingsserver" hat, kann aber auch das Einrichten der Quellen umgehen und diesen über das Webtool Smarturpmi [3] vorgeben. Nach dem Einrichten der Quellen mit den entsprechenden Update-Zweigen steht Mandriva Update zur Verfügung. Es prüft die Repositories regelmäßig auf verfügbare Aktualisierungen und macht durch einen Farbwechsel des entsprechenden Symbols im Systemtray auf anstehende Updates aufmerksam, die sich dann per Mausklick installieren lassen.

Proprietäre Grafikkartentreiber zum Aktivieren der 3D-Beschleunigung des Grafikchips bringt die Free Edition nicht mit. Sie richten diese aber problemlos über das entsprechende Werkzeug im Mandriva-Kontrollzentrum ein. Dazu rufen Sie nach dem Einrichten der Softwarequellen das X-Server-Konfigurationswerkzeug auf, das die Treiber nach einer Abfrage automatisch installiert.

Das bisherige Werkzeug zum Einrichten von Druckern, Printerdrake, haben die Entwickler gegen das von Fedora übernommene system-config-printer ausgetauscht. Im Test lief das Einrichten eines HP-Multifunktionsgeräts wie gewohnt völlig automatisch ab, auch die Installation der Scanner-Software vergaß das Tool nicht. Der Drucker stand auch im Netzwerk sofort zur Verfügung – eine wirklich gelungene Funktion.

Runde Ausstattung

Für Internet, Office und Multimedia bringt Mandriva 2009 eine große Anzahl von Anwendungen mit. Als Standardbrowser dient Mozilla Firefox in der Version 3.0.3, die üblichen Plugins wie Adobe Reader und Flashplayer lassen sich mit ein paar Klicks von der Adobe-Website installieren. Als Alternative zu Adobe Reader bringt KDE 4 den Dokumentbetrachter Okular mit, der eine bessere Darstellung als Kpdf oder Xpdf bietet. Fürs Büro liefert Mandriva auf der DVD einen Release Candidate von OpenOffice 3.0 (Abbildung 3), die finale Version steht via Update zur Verfügung.

Abbildung 3: Mandriva 2009 fürs Büro: OpenOffice 3.0 und der KDE-Dokumentbetrachter Okular im Einsatz.

In Sachen Multimedia hat Mandriva sehr gute Arbeit geleistet: Das Abspielen von Inhalten mit Amarok, Totem, Kaffeine und anderen Multimedia-Anwendungen verläuft im Allgemeinen gut bis einwandfrei. Es gibt aber auch ein paar Schwächen, die in erster Linie auf fehlende oder nicht funktionierende Eigenschaften von KDE zurückzuführen sind. So mussten wir im Test etwa das Backend des Soundsystems auf Phonon-Xine umstellen (Mandriva setzt standardmäßig auf Gstreamer), ehe Kscd zum Abspielen einer Audio-CD bereit war. Die nötigen Plugins mit den Codecs für Video und Audio bringt die Free Edition nicht mit, Sie müssen sie aus dem non-free-Zweig der Mandriva-Quellen nachinstallieren.

Zur Grafik- und Bildbearbeitung dienen bewährte Anwendungen wie Inkscape, Gimp und Digikam (Abbildung 4). Das Schnittprogramm Kino übernimmt Filme von einer Videokamera und stellt Werkzeuge zum Bearbeiten zur Verfügung. Als Highlights der Mandriva Free Edition auf dem Multimedia-Sektor brillieren aber unzweifelhaft das Linux Multimedia Studio [4] zur Musik-Produktion und das Elisa Media Center [5].

Abbildung 4: Kein Problem für Mandriva 2009: Audio-Streaming mit Amarok und Fotoverwaltung mit Showfoto.

Als Virtualisierungslösung liefert Mandriva die inzwischen sehr beliebte Virtualbox in der Open Source Edition (OSE) mit. Zur Installation wählen Sie in der Paketverwaltung das Paket virtualbox an. Das Anlegen von Gastsystemen fällt dank der GUI sehr leicht. Als Gast zeigt sich Mandriva Linux ebenfalls von seiner angenehmsten Seite, da sich die benötigten Treibermodule sowie die Guest Additions, die erweiterte Funktionen bieten, auch über die Paketverwaltung installieren lassen. Die Live-CD Mandriva "One" liefert diese sogar von vornherein mit.

Netbooks sind der Boom dieses Jahres, und auch Mandriva hat sich mit der Version 2009 um diesen Trend gekümmert. So steht beispielsweise mit dem GTK-basierten LXDE ein Desktop speziell für diese Geräte zur Verfügung, der sich aber auch für ältere und weniger leistungsfähige Hardware eignet.

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