Home / LinuxUser / 2008 / 12 / Nettes Café

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.
AA_cafe_sxc_357954.jpg

© sxc.hu

Nettes Café

Das Hercules-Netbook eCafé im Test

01.12.2008 Wer gerne Kaffee trinkt, kennt das Problem: Es stehen mehrere Cafés zur Auswahl, man muss sich für eines entscheiden. Oft spielt dabei das Äußere eine wichtigere Rolle, als die inneren Werte.

Beim eCafé erkennt man auf den ersten Blick, dass es sich um ein echtes Netbook handelt. Der in Cappuccino-Braun gehaltene Deckel glänzt angenehm, ohne dass Fingerabdrücke sichtbar werden, und der kleine Rechner liegt sehr angenehm in der Hand. Den Einschaltknopf hat Hercules [1] ins rechte Scharnier verpackt und mit einer blauen LED versehen (Abbildung 1). Beim Einschalten piepst das eCafé kurz und fährt anschließend in rund 35 Sekunden ein stark angepasstes Mandriva Linux hoch, als Desktop kommt LXDE zum Einsatz. Die sehr kleine Tastatur hat einen angenehmen Druckpunkt, das Touchpad sowie beide Tasten reagieren prompt. Bis zu diesem Punkt vermag das Hercules-Netbook (siehe Tabelle "Technische Daten") sehr zu gefallen.

Abbildung 1: Elegant gelöst: Den Einschaltknopf finden Sie beim eCafé seitlich im Scharnier.

Technische Daten

Modell Hercules eCafé
Hersteller Guillemot
Prozessor AMD Geode LX 800, 500 MHz
Hauptspeicher 1 x 512 MByte
Festplatte Samsung HS020GB, 1,8 Zoll, P-ATA, 20 GByte
Grafik AMD Geode LX Video
Webcam 0,3 Megapixel
Netzwerk Fast Ethernet, WLAN 802.11b/g
Anschlüsse 2 x USB 2.0, Audio In/Out VGA-Out
Kartenleser SD/MMC/MS
Gewicht 980 g
Preis 300 Euro
Bezugsquelle Pearl, Quelle, Otto-Versand u.a.

Schwachstellen

Beim genaueren Hinschauen fallen allerdings kleinere Mängel auf. So bringt das Touchpad zum Beispiel keinen Scrollbereich mit, und das Tastaturlayout der deutschen Version (Abbildung 2) fällt etwas aus dem Rahmen: [Ä] befindet sich neben der linken Umschalttaste, [Ü] gleich rechts neben der sehr kurzen Leertaste. Das fordert etwas Übung beim Schreiben.

Abbildung 2: Auch bei der Anordnung der deutschen Tastatur hat sich Guillemot etwas besonderes einfallen lassen.

Das Hercules-Netbook bringt ein 8-Zoll-Display mit 800 x 480 Bildpunkten mit. Wer mit dem Eee-PC 4G arbeitet, kennt die Probleme mit dem kleinen Bildschirm. Guillemot hat die Auflösung in der Grundeinstellung aber auf die bei aktuellen Netbooks üblichen 1024 x 600 Bildpunkte eingestellt, wodurch sämtliche Schriften etwas unscharf wirken. Obwohl der interpolierte Modus die Darstellung von Internetseiten verbessert, erschwert er gleichzeitig das Lesen von Artikeln im Netz. Immerhin lässt sich die Anzeige über ein gesondertes Menü relativ einfach umstellen, was im laufenden Betrieb problemlos funktioniert.

Leichte Probleme bereitet auch der Wifi-Manager. Das sehr hübsche Tool (Abbildung 3) findet zwar sämtliche WLAN-Netze in der Umgebung und zeigt detaillierte Informationen dazu an. Es gelang ihm im Test aber nicht, sich mit einem per WPA-TKIP abgesicherten Access Point zu verbinden. Nachdem wir per wpa_passphrase eine zusätzliche wpa_supplicant.conf-Datei erstellten und den WPA-Supplicanten von der Kommandozeile aus aufriefen, gelang der Verbindungsaufbau über den Zydas-Chip (zd1211rw) letztlich aber ohne weitere Probleme. Interessanterweise klappte anschließend auch der Verbindungsaufbau über das Ecafe-Connect-Tool.

Abbildung 3: Mit Ecafe-Connect bringt das Hercules-Netbook einen eigenen und einfach zu bedienenden Verbindungsmanager mit.

Gehören Sie nicht zur hörgeschädigten iPod-Generation, dürfte Sie zudem ein Piepen in einem sehr hohen Frequenzbereich stören, das von direkt unterhalb der Tastatur zu kommen scheint. Es tritt allerdings nur dann auf, wenn das Gerät den Akku lädt. Bei vollem Akku piepst nur noch das Ladegerät selbst. Im Akkubetrieb arbeitet das eCafé ohne Piepen, auch die 20-GByte-Festplatte gibt kaum Geräusche von sich.

Performance

Das eCafé basiert auf einer mit 500 MHz getakteten AMD-Geode-CPU. Trotz des nicht eben rasend schnellen Prozessors und lediglich 512 MByte Hauptspeicher reagieren die meisten Anwendungen zügig. Eine hübsche 5-Sekunden-Animation verkürzt zudem die Wartezeiten bei sämtlichen Programmen. Auch OpenOffice läuft zufriedenstellend, sobald die automatische Rechtschreibprüfung das Wörterbuch geladen hat.

Der Geode-LX-Prozessor geht sehr sparsam mit dem 4000-mAh-Akku um. Das komplette System verbraucht ohne WLAN im Leerlauf nur 10 Watt, unter Last und mit WLAN steigt der Verbrauch auf 12 Watt an. Mit diesen Werten schafft das eCafé Laufzeiten zwischen drei und vier Stunden. Leider unterstützt das angepasste Mandriva kein Suspend-to-RAM: Um Strom zu sparen, müssen Sie das Netbook ausschalten.

Wie langsam die AMD-CPU im Vergleich zu einem Atom-Prozessor wirklich arbeitet, zeigt sich erst, wenn man CPU-intensive Prozesse startet. So dauert das Konvertieren einer kompletten CD im WAV-Format nach Ogg Vorbis auf dem eCafé rund 62 Minuten. Eine Atom-CPU mit 1,6 GHz erledigt die gleiche Aufgabe in 12 Minuten, ein Core-2-Duo-Prozessor arbeitet sie in nur 3 Minuten ab. Dieser Umstand fällt aber nur bei wenigen Anwendungen negativ auf, zum Beispiel beim Starten des Paketmanagers (man fühlt sich wie bei OpenSuse 10.1 mit kaputtem Zypper) oder beim Laden von Vorschaubildern im Dateimanager. Auch für die Live-Aufnahme von Filmen über die Webcam bringt die interne CPU zu wenig Leistung. Als Resultat erhalten Sie nur ein ruckelndes Video, keinen Film.

Das Interface mit der Schnellstartleiste am linken Rand (Abbildung 4) erweist sich als praktische Lösung, allerdings benötigt der Rechner zum Umschalten von einer "Welt" zu einer anderen mit 2 Sekunden doch etwas lange. So lassen sich im Easy-Modus um die Symbole zwischenzeitlich Artefakte erkennen, wodurch das ganze System etwas unprofessionell wirkt. Dieses Problem sollte sich aber mit einem Software-Update lösen lassen. Für Poweruser gibt es auch eine Einstellung ohne Seitenleiste mit dem Panel am unteren Rand.

Abbildung 4: Die auf LXDE basierte Benutzeroberfläche des eCafé verbirgt die Programme hinter vier Welten.

Wer mit dem eingerichteten speziellen Mandriva nicht zufrieden ist, kann sein Glück auch mit der eigenen Lieblingsdistribution versuchen. In den Tests gelang aber weder das Aufspielen von OpenSuse 11.0 noch die Installation von Ubuntu 8.04.1, lediglich Mandriva 2009 und Alt Linux 4.1 ließen sich auf den Geode-Rechner einrichten. Allerdings gestaltet sich die Installation auf dem kleinen Display nicht ganz trivial: Achten Sie darauf, im Bootbildschirm statt einer festen Auflösung den Vesa-Modus auszuwählen.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

2993 Hits
Wertung: 118 Punkte (21 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

Zum Blog von Marcel Hilzinger →


Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...