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Dreigespann

Drei stromsparende Rechner mit vorinstalliertem Ubuntu

29.11.2008
Für viele Leute muss ein Rechner in einem richtig großen Tower stecken, um ein echter Computer zu sein. Moderne Hardware bietet jedoch auch in kleinen Gehäusen volle Rechenpower.

Die drei Teo-Rechner ("Thin Economic Office") sind zwar nicht komplett Made in Germany, immerhin stammen aber ihre Metallgehäuse aus heimischer Produktion und die Endmontage erfolgt beim deutschen Unternehmen Christmann.

Der mit 300 Euro Einstiegspreis recht günstige Teo-X (Abbildung 1) beruht auf dem stromsparenden Intel-Board D201GLY2 mit Celeron-CPU. LinuxUser testete bereits in einer früheren Ausgabe einen Rechner, der auf diesem Mainboard beruht [1]. Die Hauptprobleme treten dabei mit der integrierten SIS-Grafik auf: Sie arbeitet bei einer Standard-Installation von Ubuntu nur im Vesa-Modus, wodurch Sie auf 2D-Beschleunigung komplett verzichten müssen.

Auch unser Testgerät brachte vorinstalliert nur die Vesa-Treiber mit. Inzwischen bietet Christman im Openteo-Wiki [2] einen Tarball des SIS-Treibers inklusive Installationsanleitung zum Download an. Das Einrichten funktionierte im Test auf Anhieb, allerdings erkannte der Gnome-Displaymanager die neue Auflösung nicht korrekt: Das Login-Feld war auf unserem Testsystem bei 1280 x 1024 Pixeln am unteren rechten Bildschirmrand gerade noch zu erkennen. Nach dem Login stimmte die Anzeige hingegen.

Abbildung 1: Unser Testgerät des Teo-X verfügt im Unterschied zum Einstiegsmodell über ein DVD-Laufwerk.

Der Teo-X-Power (Abbildung 2) und der Teo Mini (Abbildung 3) bringen einen Grafikchip von Intel mit – hier gibt es keine Probleme mit der Grafik. Der Einstiegspreis für das Power-Modell liegt bei 440 Euro, der kleine Mini kostet mindestens 550 Euro. Andere Konfigurationen gibt es im Teo-Online-Shop [3].

Abbildung 2: Der Teo-X-Power sieht zwar seinem kleinen Bruder sehr ähnlich, besteht jedoch aus komplett anderen Komponenten.
Abbildung 3: Der kleine Teo-Mini ist zwar etwas weniger sexy als ein Mac Mini, lässt sich aber einfacher auseinandernehmen.

Setup nicht optimal

Alle drei Teo-Rechner leiden unter einem kleinen Setup-Problem des Ubuntu-OEM-Installers. Er richtet in der Grundeinstellung zwar eine primäre Partition für das Wurzelverzeichnis ein, den Swap-Bereich lagert er jedoch auf eine erweiterte Partition aus. Da die erweiterte Partition aber genau so groß ausfällt wie die sich darauf befindliche logische Swap-Partition, bleibt auf dem Rechner nur noch Platz für zwei primäre Partitionen. Sie umgehen dieses Problem, indem Sie die erweiterte Partition löschen, den Swap-Bereich als primäre Partition anlegen und danach sämtlichen freien Speicher einer erweiterten Partition zuordnen. So lassen sich noch beliebig viele Partitionen anlegen.

Echte Probleme bereitete in den Tests nur der Teo-X-Power. Die im Rechner verbaute Ethernet-Karte arbeitet mit den Kernelmodulen r8168 und r8169 – theoretisch. Während ältere Ubuntu-Versionen noch beide Module mitbrachten, beschränkt sich Version 8.04 auf den r8169-Treiber. Mit diesem schafft es die Distribution aber nur sporadisch, eine Netzwerkverbindung aufzubauen. Als Workaround liefert Christmann die Rechner mit dem Kernelmodul r8168 aus, der fehlerhafte r8169-Treiber steht auf der Blacklist. Dieser Umstand fiel uns allerdings erst nach dem ersten Kernelupdate auf, weil dann der Rechner mangels passendem Treiber überhaupt keine Internetverbindung mehr aufbaute.

Abhilfe schafft der richtige Treiber. Christman bietet dazu im Openteo-Wiki fertige DEB-Pakete sowie den Quellcode zum Download an [4]. Bei den aktuellen Modellen liegt in der Box zudem ein entsprechender Zettel bei, der den Benutzer frühzeitig über das Problem informiert, sodass er sich das passende Modul bereits vor dem ersten Kernelupdate herunterladen kann. Dieses Netzwerkproblem betrifft übrigens die meisten Distributionen mit einem aktuellen Kernel.

Wer sein Ubuntu-System selbst aufsetzen möchte und den r8168-Treiber von Hand installiert hat, legt nach der Installation unter /etc/modprobe.d/ die Datei blacklist-network an und trägt hier folgende zwei Zeilen ein:

#Bug mit r8169-Treiber
blacklist r8169

Ein Neustart des Rechners, wie im Openteo-Wiki beschrieben, ist nicht nötig. Es genügt, das r8168-Modul von Hand neu zu laden:

modprobe -r r8168
modprobe r8168

Als Workaround können Sie natürlich auch in den freien PCI-Slot eine Ethernet-Karte einbauen, um nicht bei jedem Kernel-Update den passenden Treiber herunterladen zu müssen.

Der Mini

Mit dem Teo-X-Mini bekommen Sie einen Rechner, der kaum größer ist als ein Stapel CD-Hüllen. Den Mini-Rechner mit einem Mainboard von Aopen liefert Christmann in der Grundausstattung mit einer Dualcore-Prozessor aus, gegen Aufpreis gibt es den Teo-X-Mini auch mit einer Core-2-Duo-CPU. Neben einem allgemein positiven Eindruck fielen in den Tests auch ein paar Schwachstellen auf: Der X-Server war auf dem Testgerät für einen Breitbildschirm vorkonfiguriert, und wir mussten die 1280 x 1024 von Hand einstellen. Zudem war das Suspend-to-RAM im BIOS deaktiviert – der Kleine ließ sich nicht in den Stromsparmodus versetzen. Am meisten störte aber die viel zu grelle blaue LED des Teo-X-Mini (Abbildung 4). Sie scheint selbst bei Tageslicht so hell, dass sie blendet. Um abends mit dem Rechner einen Film zu schauen, muss man die LED und damit den Einschaltknopf abdecken. Im direkten Vergleich zum Mac Mini kostet der Teo-X zwar etwas mehr, der Rechner lässt sich dafür besser demontieren und den eigenen Bedürfnissen anpassen.

Abbildung 4: Die Beleuchtung für den Einschaltknopf hat Christmann etwas überdimensioniert.

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