Der Desktop

Der Schreibtisch von ALT Linux präsentiert sich in angenehmen Grau- und Grüntönen. Die Distribution setzt auf den bewährten KDE-3-Zweig und bringt davon die aktuelle Version 3.5.10 mit. KDE-4.1.2-Pakete stehen im aktuellen 4.1/branch-Verzeichnis auch schon bereit.

Um den Desktop auf Deutsch umzustellen, müssen Sie im KDE-Kontrollzentrum in den Regionaleinstellungen Deutsch als Sprache auswählen. Das entsprechende Sprachpaket gehört zusammen mit weiteren westeuropäischen Sprachen bei der DVD-Version zur Standardinstallation. Um auch die Tastatur anzupassen, wählen Sie ebenfalls im KDE-Kontrollzentrum das passende Layout aus.

ALT Linux bringt zahlreiche proprietäre Zusätze mit, darunter auch die 3D-Treiber für aktuelle ATI- und Nvidia-Karten. Eine Liste der nicht freien Addons erhalten Sie bei der Installation in den Lizenzvereinbarungen. Sie finden diese auf einem installierten ALT-Linux-Rechner im System Management Center unter System | License. Dank der proprietären Zusätze zeigen Konqueror und Firefox praktisch sämtliche Webseiten mit Multimedia-Inhalten korrekt an, weder MP3s noch DVDs bereiten der russischen Distribution Schwierigkeiten.

Gegenüber einem OpenSuse- oder Ubuntu-Desktop brilliert ALT Linux mit einer sehr ausgeglichenen Programmauswahl. So finden Sie zum Beispiel mit Elinks [2] auch einen Browser für die Kommandozeile. Mit Fbreader [3] ist auch eine E-Book-Software mit an Bord, die das in Russland sehr populäre Fiction-Book-Format [4] unterstützt. Nicht zur Standardinstallation gehört dagegen KMail: hier setzt ALT Linux auf Thunderbird als Mail-Client.

Die Schaltzentrale

Die wichtigsten Einstellungen für Hard- und Software nehmen Sie im ALT-Linux-Kontrollzentrum vor, das Sie über [Alt]+[F2] und den Befehl kdesu acc starten. Die Schaltzentrale (Abbildung 4) bringt Module für die wichtigsten Aufgaben mit. Über System | System restrictions richten Sie zum Beispiel die Rechte von oft benutzten Programmen ein. Dazu können Sie bei den meisten Einträgen zwischen den Rechten publicund restricted wählen oder die Berechtigungen auf eine bestimmte Gruppe reduzieren. Über zwei Mausklicks erlauben Sie hier allen Benutzern, Samba-Shares einzuhängen.

Abbildung 4: Die Schaltzentrale von ALT Linux mit den wichtigsten Modulen für die Rechneradministration.

Über das Kontrollzentrum richten Sie auch die Softwarequellen für ALT Linux ein. In der Grundeinstellung nutzt die Distribution nur das Installationsmedium als Repository, Online-Updates oder weitere Quellen bleiben zunächst deaktiviert. Über Programs | Update Sources schalten Sie die benötigten Quellen bequem per GUI frei, alternativ editieren Sie die Apt-Quelldateien im Verzeichnis /etc/apt/sources.list.d/. Hier finden Sie zahlreiche Dateien, in denen Sie nur noch die gewünschten Zeilen auskommentieren müssen.

In der Grundeinstellung startet ALT Linux keine Firewall, von außen lässt sich lediglich der für den Fernzugriff auf den X-Server zuständige TCP-Port 6000 erreichen. Unter Network | Network Firewall finden Sie jedoch ein passendes Acc-Modul, das ein einfaches Firewallsetup per Mausklick erlaubt.

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