Asus reagiert

Mit dem EeePC 900 bringt auch Asus ein 9-Zoll-Modell auf den Markt, in Deutschland allerdings nur mit vorinstalliertem Windows XP und zunächst noch mit Celeron-Prozessor. Seit August gibt es das 9-Zoll-Modell nun auch mit dem bewährten Xandros und Atom-Prozessor als 900A-Modell (die Windows-Variante heißt 901).

Wer ein Linux-Netbook mit einer Akkulaufzeit von mehr als vier Stunden sucht, der kommt an einem Zusatzakku nicht vorbei – oder kauft sich den EeePC 900A (Abbildung 4). Mit dem eingebauten 4400 mAh starken Akku steht der Rechner rund vier Stunden Betrieb durch. Einen noch stärkeren Akku bringt die Windows-Version 901 mit: Er hält rund sechs Stunden durch.

Im Vergleich zum 701er wartet das 900A mit den deutlich besseren Parametern auf (Atom-Prozessor, 1 GByte RAM, 8 GByte SSD, 9-Zoll-Display), wiegt aber immer noch unter einem Kilo. Das neue Asus-Netbook misst in der Tiefe einen knappen Zentimeter mehr als das 4G Surf. In der Breite sind beide Modelle gleich, auch die Tastatur entspricht exakt der des EeePC 701. An der Vorderseite ist das 900A etwas dünner, wodurch es besser in der Hand liegt, wenn man das Netbook herumträgt.

Abbildung 4: Der 900A mit 8,9-Zoll-Display und dem vorinstallierten Xandros bringt Akkulaufzeiten über vier Stunden.

Die Pixart-Webcam des 900A (093a:2700) speichert Bilder und Videos mit einer Auflösung von 640x480 Bildpunkten. Sie arbeitet mit den Uvcvideo-Treibern. Das Touchpad ist zwar größer, nicht aber besser geworden und reagiert immer noch relativ empfindlich. Eine neue Software schaltet es allerdings aus, sobald man zu tippen beginnt.

Der 4-Zellen-Akku mit 4400 mAh hielt in unseren Tests mit zeitweiser WLAN-Nutzung im Dauerbetrieb vier Stunden und sieben Minuten durch. Fällt die Kapazität unter 700 mAh, erscheint auf dem Display eine Warnmeldung, unter 300 mAh fährt der Rechner innerhalb von 3 Minuten automatisch herunter. Der Akku des 900A sieht zwar haargenau genauso aus, wie der des Vorgängermodells, er ist aber damit nicht kompatibel. Wer also noch einen EeePC 701 mit 5200-mAh-Akku bekommen hat, kann dessen Akku nicht für das neue Modell einsetzen. Dasselbe gilt auch für das Netzteil. Es ist zwar immer noch annähernd so kompakt, wie das alte, liefert aber statt 9,5 Volt 12 Volt. Das 9-Zoll-Display fällt nicht nur größer aus als das alte, es leuchtet auch angenehm hell (Abbildung 5).

Abbildung 5: Das Display des alten EeePC-Rechners (rechts) ist nicht nur deutlich kleiner sondern auch weniger hell.

Die beiden Netzwerkmodule hat Asus ebenfalls ausgetauscht. Anstelle des Atheros AR5007 funkt nun ein Atheros AR242x, das neben 802.11b/g auch den Standard 802.11a beherrscht. Das Fast-Ethernet-Modul L2 ersetzt ein L1e-Gigabit-Controller. Beide stammen ebenfalls von Atheros. Bluetooth fehlt in der Grundausstattung, externe Adapter gibt es aber schon für unter 10 Euro.

Am vorinstallierten Xandros hat sich nichts geändert. Es kommt weiterhin mit Kernel 2.6.21.4 und der vereinfachten Oberfläche mit den fünf Reitern Internet, Arbeiten, Lernen, Spielen und Einstellungen. Xandros spendierte allerdings einige neue Module. So startet etwa über Eee Download eine Art Software-Shop. Hinter dem Webfrontend verbirgt sich die von Linspire bekannte Click'n'Run-Technologie, zu erkennen an der Dateiendung .cnr der Verknüpfungen.

Auf dem Arbeiten-Reiter sind nun auch die OpenOffice-Module für das Zeichnen und mathematische Formeln verknüpft. Die Spielesammlung wuchs um Picasa und einen DVD-Player, im Software-Manager gibt es nun endlich einen separaten Reiter für die Updates, sodass man nicht mehr sämtliche Pakete durchgehen muss, um Updates zu finden. Der Update-Manager arbeitet aber auch sehr zuverlässig. Zudem erlaubt ein spezieller Button auch die Installation einzelner Debian-Pakete.

Spezieller LAN-Treiber

Mit 1 GByte RAM taugt das 900 A eigentlich für jede Linux-Distribution. In den Tests mit Debian, OpenSuse und Ubuntu gab es denn auch keinerlei Performance-Probleme. Allerdings fehlen allen drei Distributionen Treiber für die WLAN- und die LAN-Schnittstelle, so dass das Anbinden ans Netzwerk in jedem Fall einen zweiten Rechner erfordert. Den Treiber für die Gigabit-Ethernet-Schnittstelle gibt es bei Asus. Er basiert auf Intels e1000-Treiber und steht unter der GPL. Alle Distributionen außer dem vorinstallierten Xandros zeigen die Karte als Attansic Technology Corp. Device 1026 (rev b0) an. Asus verwendete den Chipsatz um 2004 herum bei einigen Mainboards, inzwischen hat Atheros die Firma Attansic aufgekauft.

Die Installation gestaltet sich nicht ganz einfach, und obendrein baut Asus zurzeit seine Website um, so dass viele Anleitungen aus dem Internet nicht mehr stimmen. Zum Zeitpunkt der Drucklegung war folgender Weg erfolgreich: Öffnen Sie die Seite http://support.asus.de und suchen Sie über das Suchfeld rechts oben nach p5kpl-cm. Klicken Sie in den Suchergebnissen auf P5KPL-CM related files for download, wählen Sie im anschließenden Popup-Dialog Linux als Betriebssystem aus und klicken Sie auf Suche. Wählen Sie aus den Treffern Others (1) aus, laden Sie das ZIP-File LinuxDrivers.zip herunter (Version vom 6. März 2008, Abbildung 6) und entpacken Sie es.

Abbildung 6: Der LAN-Treiber für das EeePC ist auf den Support-Seiten von Asus gut versteckt.

In der ZIP-Datei befindet sich im Verzeichnis L1e_LAN ein RAR-File, das Sie über den Befehl unrar x l1e-l2e-linux-v1.0.0.4.rar entpacken. Um den Treiber zu kompilieren, ignorieren Sie zunächst über export KBUILD_NOPEDANTIC=1 die CFLAGS-Fehlermeldungen. Danach erstellt make das Kernelmodul atl1e.ko. Alternativ bietet auch das ATL1-Projekt auf Sourceforge [7] einen Treiber zum Download an, der ab Version 2.1.3 das Gigabit-Ethernetmodul ebenfalls unterstützen soll. Das WLAN-Modul arbeitet mit den selben Treibern wie beim EeePC 701. OpenSuse-Nutzer finden im Appleonkel-Repository fertige RPM-Pakete, für alle anderen Distributionen liefert das Madwifi-Wiki eine Anleitung. Einen kleinen Fallstrick gibt es noch bei der Webcam: Diese ist im BIOS deaktiviert, weshalb sie die drei Testkandidaten nicht erkannten. Ist die Webcam hingegen aktiviert, arbeitet sie mit den Uvcvideo-Treibern problemlos.

Mit den Modellen A440 und A450 bringt auch Brunen-IT zwei 10-Zoll-Netbooks auf den Markt. Sie basieren weiterhin auf Via-Hardware, arbeiten jetzt aber mit einer 1,6 GHz schnellen CPU. Dies führt zwar zu einer Leistungssteigerung, aber mangels ausreichend starkem Akku hält das angepasste Ubuntu 8.04 auf unserem Testsystem (Abbildung 7) in den Tests nur gut 1,5 Stunden durch – danach muss der Rechner wieder ans Stromnetz.

Abbildung 7: One A440: Gut angepasstes Ubuntu – schlechte Akkulaufzeit.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Broadcom Adapter 802.11n nachinstallieren
Thomas Mengel, 31.10.2017 20:06, 2 Antworten
Hallo, kann man nachträglich auf einer Liveversion, MX Linux auf einem USB-Stick, nachträglich...
RUN fsck Manually / Stromausfall
Arno Krug, 29.10.2017 12:51, 1 Antworten
Hallo, nach Absturz des Rechners aufgrund fehlendem Stroms startet Linux nicht mehr wie gewohn...
source.list öffnet sich nicht
sebastian reimann, 27.10.2017 09:32, 2 Antworten
hallo Zusammen Ich habe das problem Das ich meine source.list nicht öffnen kann weiß vlt jemman...
Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 6 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...