Übersicht über aktuelle und geplante Netbooks

Schwere Entscheidung

Seit Asus mit dem EeePC 4G den lukrativen Markt eröffnete, vergeht kaum ein Monat ohne Netbook-Neuankündigung. Dieser Artikel hilft Ihnen, die Übersicht zu behalten und das Modell zu wählen, das von Preis und Ausstattung her zu Ihnen passt.

Das perfekte Netbook muss günstig und leicht sein, es sollte ein möglichst großes Display und eine lange Akkulaufzeit aufweisen. Das perfekte Netbook gibt es aber nicht: Die günstigen und leichten Geräte haben meistens ein zu kleines Display. Bei Netbooks mit großem Display stimmt entweder der Preis oder die Akkulaufzeit nicht.

Die günstigen

Schon für 200 Euro kommen Sie an ein neues Netbook (siehe Tabelle "Marktübersicht"). Das A110 von One, das Brunen-IT in regelmäßigen Abständen für 199 Euro anbietet, bringt allerdings nur ein 7-Zoll-Display mit 800 x 480 Bildpunkten und eine 2 GByte große SSD mit. Auf eine Webcam müssen Sie zu diesem Preis verzichten.

Auch der Asus-Erstling EeePC 701 4G wechselt inzwischen bereits für weniger als 200 Euro den Besitzer. Hier erhalten Sie immerhin eine 4 GByte große Solid State Disk, Webcam und 512 MByte Hauptspeicher. Mit dem 4400 mAh starken Akku hält der 900 MHz schnelle Celeron-Prozessor zwei bis drei Stunden durch, größere Akkus von Drittherstellern gibt es bereits zuhauf im Internet.

Für die gleiche Ausstattung zahlen Sie bei One 240 Euro und erhalten das One A115. Lassen Sie sich vom identischen Preis aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei den zwei Rechnern (A115/EeePC 4G) um komplett verschiedene Systeme handelt: Die One-Rechner basieren auf einem Referenzdesign von Quanta und bringen ein Via-Board inklusive CPU und Grafikchip mit. Der Hauptspeicher ist fest auf dem Mainboard verlötet, ein nachträgliches Upgrade daher nicht möglich.

Die EeePC-Hardware stammt weitgehend von Intel. Da der Via-Prozessor dem Celeron in Sachen Stromsparen überlegen ist, halten die One-Rechner bei gleichem Akku etwas länger durch. Die Via-Grafik macht aber das Setup unter Linux etwas umständlicher, falls Sie nicht das vorinstallierte Ubuntu nutzen wollen. Beim EeePC 4G gibt es hingegen dank Intel-Grafik keine 3D-Probleme. Anders beim Touchpad: Es reagiert sehr unkontrollierbar, scrollen kann man nur mit sehr viel Geduld. Auch lässt der WLAN-Treiber zu wünschen übrig: oft dauert es bis zu einer Minute, bis sich der Rechner mit dem Access-Point verbindet.

Obwohl oft vernachlässigt, stellt sich ein Modem manchmal als sehr praktisch heraus. Hier haben die Brunen-Rechner die Nase vorn, weil sie ein integriertes Modem mitbringen. Mangels serieller Schnittstelle bleibt beim EeePC nur die Wahl eines externen USB-Modems – auch ein Sorgenkind unter Linux.

Suchen Sie ein kleines Netbook für wenig Geld, dann empfiehlt sich das One A115 von Brunen-IT oder der EeePC 4G (das Original) von Asus. Für den One-Rechner sprechen das Modem und die längere Akkulaufzeit (obwohl One inzwischen nur noch einen 4400 mAh-Akku beilegt, bei den Festplattenmodellen sogar nur noch einen 3600 mAh-Akku). Für den EeePC spricht das bessere Linux-Setup (Xandros wurde speziell an die Hardware angepasst, das Ubuntu auf den One-Rechnern ist ein normales 8.04). Mit dem One A140 gibt es den Via-Rechner zudem für 260 Euro mit einer 60 GByte großen Festplatte und 1 GByte RAM. Drei erwähnten Rechner wiegen alle knapp unter einem Kilo und bringen eine 0,3-Megapixel-Webcam mit.

Endlich 1024

Den größte Nachteil der supergünstigen Netbooks stellt das kleine Display mit maximal 800 x 480 Bildpunkten dar. Beim Browsen zeigt es auf vielen Seiten gerade mal die Reklame an, oft müssen Sie horizontal und vertikal scrollen, um eine Seite komplett betrachten zu können.

Hier setzt das Mittelfeld mit Displays im Format 1024 x 600 an und bringt gleich eine zweite Neuerung mit: Dank Intels Atom-Prozessor arbeitet die zweite Netbook-Generation trotz größerem Display deutlich stromsparender. Dass das letztlich dennoch keine längeren Laufzeiten bringt, liegt daran, dass die Hersteller nun am Akku sparen. So bringen die meisten Rechner mit 9- und 10-Zoll-Rechner nur einen Akku mit 2200 mAh Kapazität mit – das reicht gerade einmal für zwei bis drei Stunden Betrieb.

Den Einstieg in die neue Netbook-Klasse machte in Deutschland Aldi mit dem Medion Akoya Mini 1210. Für 400 Euro liefert Aldi einen Windows-Rechner mit 10,2-Zoll-Display, 1 GByte Hauptspeicher, WLAN nach Draft-N und einer 80 GByte großen Festplatte. Der Preis liegt für ein Netbook an der oberen Grenze, doch die Rechner gehen weg wie warme Semmeln.

Der Medion-Rechner stammt von Micro Star International, MSI selbst verkauft das Netbook unter dem Namen MSI Wind U100 (Abbildung 1) mit einer leicht anderen Ausstattung zum ungefähr gleichen Preis. Neuerdings bieten auch Terra und Pearl den Aldi-Rechner an. Das Terra Mobile Go (Abbildung 2) ist außer dem Logo auf dem Displaydeckel zu 100 Prozent mit dem Akoya Mini identisch, es kostet ebenfalls 400 Euro.

Bei der Dresdner Hardware-Schmiede Notebook-Guru [1] können Sie Ihr MSI-Netbook selbst konfigurieren. Die Grundkonfiguration mit 1 GByte RAM und 80 GByte Festplatte kostet hier ohne Betriebssystem 380 Euro plus 8 Euro Versandkosten. Ein System mit 2 GByte Hauptspeicher, Bluetooth und 250 GByte-Harddisk kostet 470 Euro.

Auch Pearl bietet inzwischen das MSI Wind zum Kauf an. Hier kostet es mit Windows XP 450 Euro. Linux lässt sich auf allen Rechnern mit mehr oder weniger Handarbeit installieren, dank des großzügigen Arbeitsspeichers arbeiten auch aktuelle Distributionen flott.

Abbildung 1: MSI verkauft das Wind U100 mit Windows XP Home, OpenSuse lässt sich darauf aber problemlos installieren.
Abbildung 2: Das Terra Mobile Go ist baugleich mit dem Medion Akoya Mini und kommt ebenfalls mit vorinstalliertem Windows XP Home.

Zum Aspire One 110L und zum Medion Akoya Mini erschien in den vergangenen LinuxUser-Ausgaben je ein Artikel [2], [3]. Dieser Text geht deshalb auf diese zwei Rechner nicht detaillierter ein. Wer das vorinstallierte Linpus Lite auf dem Aspire One nicht löschen möchte, aber lieber mit einem normalen XFCE-Desktop arbeitet, findet im AAO-Forum [4] ein RPM-Paket, das für einen einfachen Wechsel zwischen XFCE und der vereinfachten Linpus-Oberfläche per Mausklick sorgt.

Der Lüfter des Aspire One schaltet sich relativ häufig ein. Samuel Greef bietet auf seiner Homepage zwei Skripte für die Lüftersteuerung [5] mit einer deutschen Beschreibung zum Download an. Für längere Laufzeiten bieten diverse Internetshops einen Zweitakku mit 5200 mAh an (Acer LC.BTP00.017/016), der für fünf bis sieben Stunden Netbook-Genuss sorgt und zwischen 80 und 100 Euro kostet.

Konkurrenz bekommt das Aldi/MSI-Netbook zunächst von Acers Aspire One 110L (Abbildung 3). Das bringt zwar nur ein 9-Zoll-Display mit, hat dafür aber ein stark angepasstes Linux-System an Bord: Linpus Lite bootet in nur 18 Sekunden, und die Bedienung stellt selbst Windows-Anfänger vor keine großen Schwierigkeiten. Der Clou des Acer-Rechners: Dank eines zweiten Kartenlesers lässt sich die 8 GByte große SSD beinahe beliebig erweitern.

Die meisten Linux-Poweruser dürften vom taiwanesischen Betriebssystem nicht sehr erfreut sein. Es bringt nur sehr wenige Programme mit, dafür viel kommerzielle Software. Die Installation der Lieblingsdistribution erfordert je nach Vorwissen sehr viel Handarbeit. Da Linpus Lite auf Fedora 8 basiert, erweitert man das Linpus am einfachsten um Fedora-Pakete – zum Beispiel für die Videotelefonie mit Skype.

Abbildung 3: Die beiden Acer-Rechner Aspire One 110L und 150L kommen mit vorinstalliertem Linpus Linux Lite.

Die Redaktion hatte inzwischen auch das 150L in den Händen. Es bringt eine 120 GByte große Festplatte und 1 GByte Hauptspeicher mit. Bei den übrigen Parametern unterscheidet es sich nicht vom 110L. Interessanterweise waren bei unserem Testgerät nur 8 GByte der 120 GByte formatiert. Vermutlich hat Acer hier einfach das Image des 110L installiert. Sie müssen die Platte also zunächst selbst aufteilen und neue Partitionen formatieren, um den gesamten Speicher zu nutzen.

Einige Benutzer berichten von Problemen bei der Installation von Ubuntu über ein externes CD/DVD-Laufwerk auf dem Aspire One. Die Schwierigkeiten hängen vermutlich mit der eingesetzten BIOS-Version zusammen. In unseren Tests traten weder mit dem 110L noch dem 150L entsprechende Probleme auf. Laut einigen Forenteilnehmern hilft es in einem solchen Fall, die Installation per USB-Stick vorzunehmen [6].

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