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Stabil gebaut

Freies Enterprise-System CentOS 4.7

15.01.2009 CentOS nutzt die Möglichkeit, aus den freien Enterprise-Komponenten von Red Hat ein eigenes System zusammenzustellen, das in Sachen Stabilität und Qualität dem Original kaum nachsteht.

README

Das Projekt CentOS [1] erstellt auf der Grundlage der Source-RPMs der Enterprise-Linux-Versionen von Red Hat ein System ohne Komponenten mit unfreien Lizenzen. Damit erhalten Sie ein System, das über die gleiche Stabilität und Qualität verfügt wie die Industrieprodukte, ohne sich an den eigentlichen Hersteller zu binden.

Schon der Start der Installation macht erfahrenen Linux-Anwendern auch ohne große Kenntnis des Projektes klar: Hier startet ein Red-Hat-Derivat. Mit Anaconda [2] haben die CentOS-Entwickler nämlich auch das Programm für das Setup des Systems übernommen. Zwar findet sich an allen Stellen, an denen früher ein Red-Hat-Logo prangte, nun ein CentOS-Artwork, aber die Funktionalität hat sich nicht geändert.

Je nach persönlichen Präferenzen fällt der Fragenkatalog des Installers mal kürzer, mal länger aus. Auf jeden Fall möchte das Setup von Ihnen wissen, welche Art von System Sie installieren möchten (Persönlicher Desktop, Workstation, Server, oder Benutzerdefiniert) und wohin die Daten wandern (Partitionieren). Dank DHCP treten mittlerweile auch bei privaten Rechnern kaum mehr Probleme mit dem Einrichten des Netzwerks auf. Falls Sie doch Hand anlegen wollen, bietet der Installer aber auch hier die Möglichkeit zum manuellen Eingriff.

Firewall

Weiterhin bietet der Installer an, sowohl eine Firewall als auch das im Kernel integrierte Sicherheitssystem SE Linux zu aktivieren. Ändern Sie nichts, starten nach der Installation sowohl die Firewall als auch SE Linux. Bei der Firewall haben Sie die Möglichkeit, einzelne Dienste (Mail, Web, FTP oder SSH) bereits während der Installation freizuschalten. Tun Sie dies aber nur, wenn Sie diese wirklich brauchen.

Nach dem Einrichten von Sprache, Zeitzone und Root-Passwort gelangen Sie zur Auswahl der Pakete. Hier bietet der Installer noch mal eine Übersicht der zu installierenden Komponenten. Daneben haben Sie die Möglichkeit, für jede Aufgabe selbst ein entsprechendes Programm zu definieren. Nutzen Sie die Möglichkeit nicht, hebt das Setup die Standardpakete auf den Rechner.

Feinschliff

Beim ersten Start fragt das System noch einige Konfigurationsdaten ab – merkwürdigerweise auch solche, die der Installer bereits im Setup angefordert hat. Im folgenden haben Sie auch die Möglichkeit, einen normalen Benutzeraccount anzulegen. Auch bei der Konfiguration von Komplettpaketen gibt es noch Optimierungspotential: Trotz Installation eines persönlichen Desktops, eingeschalteter Firewall und geschlossenem Port für den entfernten Zugriff (SSH) kam beim Booten der SSH-Server hoch.

Der Desktop wirkt auf den ersten Blick aufgeräumt: Am oberen und unteren Bildrand finden Sie die Gnome-typischen Leisten sowie einige Icons auf dem Desktop. Unter dem Menüpunkt Anwendungen oben links residieren die nach Bereich gegliederten Applikationen, die beim ersten Setup mit auf die Platte gewandert sind. Das Repertoire fällt umfangreich aus: Browser, Office-Paket und Mailclient befinden sich nur einen Mausklick entfernt.

Wie für ein auf Stabilität getrimmtes Produkt nicht anders zu erwarten, markieren die Versionsnummern der Programme nicht immer unbedingt den neusten Stand der Entwicklung: Hier geht es eben um ausgereifte Software. Da es sich aber um ein freies Produkt ohne Beschränkungen handelt, spricht nichts dagegen, es mit neueren Programmen aus einem anderen Zweig des Fedora-Projektes zu versorgen. Die CentOS-Maintainer achten beim Zusammenstellen der Software nämlich darauf, dass sich ihr System kompatibel zum Original verhält.

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LinuxUser 03/2012

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