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Gesunder Mix

Kurztest: Buffalo Microstation SSD

01.11.2008 Klein, leicht und ohne externes Netzteil: Das externe SSD-Laufwerk Buffalo Microstation eignet sich ideal, um Netbooks mehr Speicherplatz zu spendieren.

Netbooks sind eine feine Sache: Sie bringen ausreichend Leistung mit, um E-Mails zu lesen, im Netz zu surfen, Texte zu schreiben oder auch mal ein Video anzusehen – und bleiben trotzdem klein, leicht und damit wirklich portabel. Allerdings erkaufen die meisten Geräte das mit einigen Kompromissen, deren nicht geringster der Verzicht auf eine klassische Festplatte darstellt. Stattdessen kommt in den meisten Modellen ein Solid State Drive (SSD) zum Einsatz, das aus Kostengründen selten mehr als 8 GByte Kapazität aufweist.

Da liegt der Wunsch nahe, dem Rechenzwerg eine Erweiterung in Form einer externen Festplatte zu spendieren. Doch diese Laufwerke weisen gleich zwei Nachteile auf, die den vorgesehenen Einsatzzweck ad absurdum führen: Nicht nur, dass sie reichlich Strom aufnehmen, sie benötigen deswegen auch in aller Regel ein externes Netzteil, um ihren Dienst zu versehen. Beides ist nun dem mobilen Einsatz nicht eben förderlich.

Rettung naht in Form der selben Technologie, die auch im Inneren des Netbooks ihren Dienst versieht: Eine externes SSD legt nur einen minimalen Leistungshunger an den Tag und lässt sich deshalb problemlos über die 5 Volt des USB-Anschlusses mit versorgen. Genau nach diesem Prinzip operiert die Buffalo Microstation, die es in Kapazitäten von 32, 64 und 100 GByte gibt. Mobiler geht es kaum noch: Das knapp 6 mal 9 Zentimeter kleine und 15 Millimeter dünne Laufwerk passt in jede Hemdtasche und belastet diese bei rund 60 Gramm Gewicht auch nicht über Gebühr. Das – mit 19 Zentimeter recht kurz ausgefallene – USB-Anschlusskabel wickelt man bei Nichtgebrauch um die Disk, wo es sich in einer Nut fixieren lässt.

Theorie …

Buffalo bezeichnet die Microstation als "Hybrid Portable Silicon Disk", die in geschwindigkeitssteigernder SLC/MLC-Mischtechnologie ausgeführt sei, wie auf der Schachtel zu lesen steht. Was wollen uns diese Worte sagen?

Im Innern eines SSD versehen idealerweise Single-Level-Speicherzellen (SLC) ihren Dienst. Sie heißen so, weil jede Zelle ein einzelnes Bit speichert. Ihre Vorteile liegen im schnellen (Größenordnung: 1,5 ms) Schreibzugriff und der hohen Lebensdauer von rund 100 000 Schreibzyklen. Dummerweise sind SLCs aber ausgesprochen teuer. Deswegen hat sich die Industrie einen Trick ausgedacht, um die SSD aus der (Preis-)Nische zu holen: Man packt einfach mehrere (im Regelfall drei) Bit in eine Speicherzelle, die nun eine MLC (Multi-Level Cell) ist. Das macht das Ganze erheblich günstiger und erlaubt schnelles Auslesen, birgt aber zwei Pferdefüße: Zum einen liegt die Zugriffzeit fürs Schreiben doppelt so hoch wie bei SLCs, zum anderen sterben MLCs jung: Sie vertragen lediglich 5 000 bis 10 000 Schreibzugriffe.

Die Lösung des Knotens: Man packt in die SSD sowohl SLC- als auch MLC-Speicher und setzt einen Controller davor, der die Zugriffe optimiert. Daten, auf die häufige Schreibzugriffe erfolgen, lagert er in den langlebigen SLCs, alles andere wandert in die MLCs. Solche SLC/MLC-Hybriden – zu ihnen zählt auch Buffalos Microstation – halten beinahe so lang, als wäre sie in SLC-Technik gefertigt, kommen aber erheblich günstiger.

… und Praxis

Als Mitbringsel finden sich auf der Microstation gespeichert eine ganze Reihe von Programmen zum Formatieren, Verschlüsseln ("Secure Lock Ware") und besonders schnellen Anbinden ("Turbo-USB") der Platte: alles für Windows und Mac OS X, nichts davon läuft unter Linux – braucht man aber auch nicht wirklich.

Beim Anstöpseln an einen USB-Anschluss erkennt Linux die Microstation brav als Massenspeicher und mountet das im Lieferzustand FAT32-formatierte Laufwerk auch automatisch, sofern die Distribution das unterstützt. Falls Sie das SSD nicht zwischen den Welten benutzen möchten, dann spricht nichts dagegen, es umgehend mit Ext-2/3 zu formatieren, um auch Dateien über 2 GByte Größe unterbringen zu können. Auf die Leistung hat das keinen Einfluss: Reproduzierbar liefert die Microstation einen Durchsatz von rund 8,5 MByte/s beim Schreiben und gut 23 MByte/s beim Lesen – ob nun FAT32 oder Ext-2/3. Das reißt nicht gerade aus dem Sessel, genügt aber für die meisten Einsatzzwecke.

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Jörg Luther

Jörg Luther

Jörg Luther arbeitet seit 1995 als IT-Journalist. Seine Vorliebe für das freie Betriebssystem lebt er privat in der LUG Erding und beruflich seit 2004 als Chefredakteur des LinuxUser aus.

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