Gammu und Wammu

Dynamisches Duo

Wammu macht den Datenabgleich zwischen PC und Handy komfortabel: Über eine simple Oberfläche synchronisieren Sie Telefonbücher, Kalendereinträge und Gerätedaten.

Das Handy ist längst vom bloßen Mobiltelefon zu einer Art Multimedia-Zentrale mutiert, einem Kleinstcomputer mit Kamera, Notizbuch, Organizer und Spielekonsole. Das macht einen regelmäßigen Datenabgleich zwischen dem Handy und dem heimischen Computer für viele zu Muss. Diese Aufgabe erledigen Sie unter Linux mit Wammu einfach und komfortabel.

Erste Schritte

Alle gängigen Distributionen führen das Kommandozeilenprogramm Gammu [1] und dessen grafisches Frontend Wammu [2] in ihren Repositories, sodass sich das Duo ohne große Umstände über den jeweiligen Paketmanager einrichten lässt. Mit dem Befehl wammu starten Sie die grafische Oberfläche. Beim ersten Aufruf erscheint auch gleich der Einrichtungsassistent, um Ihr Mobiltelefon so einfach wie möglich mit Ihrem Rechner zu verbinden. Das kann über Infrarot, Bluetooth, Serial- oder USB-Kabel erfolgen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Ein praktischer Assistent führt Sie durch die Konfigurationseinstellungen für die Verbindungsaufnahme zum Mobiltelefon.

Der nächste Dialog gibt Ihnen die Möglichkeit das Handy nach Hersteller näher zu definieren. Die Auswahl Ich weiß nicht vereinfacht die Sache aber erheblich: Wammu sucht dann alle Hersteller durch, was vom Zeitaufwand her aber kaum ins Gewicht fällt. Der Verbindungstyp AT-basiert funktioniert bei den meisten Geräten.

Nach Auswahl des zu verwendenden Treibers und des Handy-Ports versucht der Einrichtungsassistent Ihr Handy mit den gegebenen Einstellungen zu finden und zeigt bei Erfolg den Gerätenamen des Telefons an. Taucht hier eine Fehlermeldung auf, ist das kein Beinbruch: Sie klicken dann auf <Back und versuchen es mit anderen Einstellungen. Ein Blick auf die Handy-Datenbank des Projekts [3] hilft oft dabei weiter, die richtigen Settings zu finden. Auch ein älterer Artikel aus LinuxUser [4] bietet tiefer gehende Informationen zur Schnittstellenkonfiguration.

Die Oberfläche

Die Programmoberfläche von Wammu gestaltet sich einfach und schlicht (Abbildung 2). Unter der Titelleiste finden Sie das Hauptmenü. Auf der linken Seite der Programmoberfläche fasst eine Navigationsliste einzelne Punkte wie Kalender, Anrufe, Adressbuch, Nachrichten sowie Aufgaben zusammen, sodass sich das Gewünschte schnell ansteuern lässt. Der rechte Teil der Oberfläche verändert sich entsprechende der Option, die Sie in der Navigationsliste ausgewählt haben, und präsentiert die gewünschten Informationen in übersichtlicher Form.

Abbildung 2: Die Oberfläche von Wammu fällt übersichtlich und weitgehend selbsterklärend aus: Menü oben, Funktionsauswahl links, Datenanzeige auf der rechten Seite.

Nachdem Sie Ihr Handy über den Einrichtungsassistenten konfiguriert haben, verbinden Sie es mit dem PC, indem Sie unter dem Menüpunkt Handy auf Verbinden klicken. Der Menüpunkt Abrufen bietet die Möglichkeit, diverse Informationen wie Anrufe, Adressbucheinträge, Nachrichten, Aufgaben oder Kalenderdaten von Ihrem Handy abzurufen. Diese stellt Wammu im rechten Teil der Benutzeroberfläche in einer Tabelle dar.

Sie können die einzelnen Einträge nach Speicherplatz, Namen oder Rufnummer ordnen. Zu jedem Eintrag zeigt Wammu im unteren Bereich weitere Detailinformationen an. So stellt das Programm nach einem Abruf über Anrufe in der Navigationsliste die zuletzt getätigten Telefonate entweder komplett dar oder ordnet sie nach ein- und ausgehenden Gesprächen.

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Kommentare
Wammu und Motorola V3i
Friedrich Dimmling, Montag, 29. Dezember 2008 15:07:44
Ein/Ausklappen

Der Artikel klingt gut, die Praxis mit dem Motorola V3i, das in der Handy Datenbank für Telefonbuch und SMS freigegeben ist, sieht leider anders aus. System eeebuntu 2.0 nbr (Intrepid mit Netbook Remix) auf einem eeePC 901, neueste Wammu Version. Verbindung über Bluetooth geht nicht, USB funktioniert. Allerdings dauert das Laden des Telefonbuchs etwa 10 Minuten und ständig ist eine etwa 10 Sekunden dauernde Denkpause angesagt, die das Arbeiten zur Qual macht. Mausklick, 10 Sekunden keine Reaktion, 5 Buchstaben schreiben, 10 Sekunden Pause .... SMS Senden - Fehlanzeige. Dabei ist das Handy ja nicht gerade brandneu oder ein Exot. Schade.

Friedrich


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