Home / LinuxUser / 2008 / 11 / Der Blick von außen

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Eingedost
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Aufteiler
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Aufmacher Artikel

Der Blick von außen

Sternensuche mit Linux

01.11.2008 "Where is M13?" versetzt Sie an einen Punkt außerhalb unserer Galaxis und zeigt Ihnen unsere Milchstraße aus ungewohnter Perspektive.

Eine klare Nacht unter dem funkelnden Sternenzelt, dazu das leuchtende Band der Milchstraße: Ein wunderschöner Anblick, dennoch nur ein verzerrtes Abbild der Wirklichkeit. Zwar sind wir uns heutzutage bewusst, dass wir nicht mehr auf einer Scheibe unter der Himmelskuppel leben, doch die Perspektive des Beobachters beschränkt sich bei herkömmlicher Astronomiesoftware auf die nächste Umgebung von Erde und Sonne. Während viele Programme sich auf das Erkunden des Sonnensystems beschränken, geht "Where is M13?" (kurz: M13, [1] ) noch einen großen Schritt weiter: Es erweitert den Radius von unserem Sonnensystem auf die gesamte Milchstraße[2].

M13 installieren

M13 ist in der plattformunabhängigen Programmiersprache Java [3] geschrieben und benötigt als Basis das Sun-Java-Paket der von Ihnen verwendeten Distribution (für Debian beispielsweise sun-java5-jre). Auf der Heft-DVD finden Sie eine 7,7 MByte große ZIP-Datei, die den Code von M13 enthält. Sie kopieren dieses Archiv in Ihr Home-Verzeichnis, entpacken es, und dann steht dem extragalaktischen Ausflug nichts mehr im Wege.

Öffnet sich nach einem Klick auf WhereIsM13.jar lediglich ein Java-Archiv-Fenster, weisen Sie der Anwendung die Java-Laufzeitumgebung über den Öffnen-mit-Dialog im Kontextmenü zu. Alternativ rufen Sie eine Konsole auf und geben java -jar WhereIsM13.jar ein.

TIPP

Stoßen Sie im Text auf einen astronomischen Begriff, den Sie nicht kennen, schafft das gut gestaltete Astronomie-Portal der Wikipedia [4] Klarheit.

Galaktische Ansichten

Nach dem Programmstart öffnet sich ein Fenster mit drei Spalten (Abbildung 1). Es besteht aus einer Draufsicht und einer Seitenansicht unserer Milchstraße sowie einer Tabelle, die Deep-Sky-Objekte mitsamt den zugehörigen Informationen auflistet. Das orangefarbene Scheibchen in den oberen Ansichten ist unsere Sonne. Sie können beliebig viele Objekte in der Tabelle anklicken, wodurch M13 diese dann in den beiden Ansichten markiert und bezeichnet (Abbildung 1). Dazu füllen Sie die entsprechenden Kästchen in der Spalte Show jeweils mit einem Häkchen. Befindet sich ein Objekt außerhalb der Ansicht, beispielsweise in einer weit entfernten Galaxie, weist eine Linie in seine Richtung, wie etwa beim Objekt M31, der Andromeda Galaxie.

Die Spalten der Tabelle führen neben dem Katalogeintrag und der Bezeichnung eine ganze Reihe weiterer Angaben auf:

  • den Type (OC = Open Cluster = Offener Sternhaufen, GC = Globular Cluster = Kugelsternhaufen, Glx = Galaxy etc.),
  • das Sternbild (Constellation),
  • die galaktische Länge und Breite (Gal Lon/Gal Lat),
  • die Leuchtkraft (Luminosity),
  • die Größe und die Entfernung in Lichtjahren (Size, Distance)
  • und – soweit bekannt – das Alter in Jahrmillionen (Age).

Alternativ schalten Sie mit Show Apparent Data auf Sichtbarkeitsdaten um. Das Kästchen finden Sie unter der Tabelle. Dadurch ändern sich bestimmte Spalten: Die Koordinaten gibt M13 dann in Rektaszension und Deklination, die Helligkeit in Mag und die Größe in Bogensekunden an.

Abbildung 1

Abbildung 1: Das Hauptfenster mit zwei ausgewählten Objekten: M13 rechts oben und die Richtung zur Nachbargalaxie Andromeda (M31).

Der Button Show All zeigt sämtliche Objekte der Tabelle in den beiden oberen Ansichten, Hide All entfernt sie wieder. Sie können zudem auf eine invertierte Schwarzweiß-Darstellung umschalten (Black on White) und die Objekte verschieben und heranzoomen. Letzteres funktioniert über die Plus/Minus-Symbole neben Zoom oder über das Scrollen mit dem Mausrad. Auch das Suchen in der Tabelle ist möglich (Find). Kommentare zu einzelnen Objekten und vorhandenen Presets blenden Sie unten über Show Notes ein. Gibt es noch keinen Kommentar, schreiben Sie einfach einen eigenen und speichern ihn über ein Häkchen bei Make editable.

Bisher kamen die Sterne noch nicht zur Sprache, aber auch die sind an Bord: Sie müssen nur im Menü Filters den entsprechenden Katalog aktivieren, zum Beispiel Bayer Stars. Die Namen der Spiralarme (Abbildung 2) fehlen ebensowenig wie die Möglichkeit, die Sektoren der – natürlich nur von der Erde aus sichtbaren – Sternbilder einzublenden (Abbildung 3). Es handelt sich um die 16 größeren, bekannteren Sternbilder, die in Richtung der Milchstraßenebene liegen.

Abbildung 2

Abbildung 2: Jeder Spiralarm hat einen Namen, entsprechend des in seiner Blickrichtung befindlichen Sternbildes.

Abbildung 3

Abbildung 3: Die Sternbildsektoren, in die sich der Sternenhimmel von der Erde aus einteilen lässt.

Das Menü Presets hingegen bietet zahlreiche vorgefertigte Ansichten: Alle 88 Sternbilder (Constellations), offene und andere Sternhaufen (Open Clusters), unsere Nachbarsterne (Stars | Nearby Stars), die Lokale Gruppe (GalaxiesLocal Group) und einige mehr können Sie auswählen. M13 stellt sie in einem separaten Fenster dar. Sehr interessant – und lehrreich – ist dies bei den Sternbildern.

Abbildung 4 zeigt, wie sich die Sterne des Sternbildes Schwan (Cygnus) in unserer Milchstraße verteilen – von oben und von der Seite betrachtet (Galaxy View). Wechseln Sie zur Sky-View-Ansicht (über den Reiter Sky View), zentriert M13 das Sternbild und färbt dessen Sterne blau (Abbildung 5). Beim Klick auf einen Stern kreist die Software ihn ein, bezeichnet ihn und markiert den Eintrag in der Tabelle. Dies funktioniert aber nur bei den blau markierten Sternen in den Presets.

Abbildung 4

Abbildung 4: Die Sterne des Sternbildes Schwan zeigt M13 zunächst in der Standardansicht Galaxy View.

Abbildung 5

Abbildung 5: Klicken Sie auf den Reiter Sky View, dann präsentiert M13 eine andere Ansicht der ausgewählten Sterne.

Noch ein Wort zum Datenumfang: Das Java-Archiv enthält insgesamt 1639 Objekte, davon 134 Galaxien, 381 Sternhaufen, 165 Gas- und Staubnebel sowie 857 Sterne.

Irdische Ansichten

Bei der Karte unseres irdischen Sternenhimmels, Sky View, handelt es sich um eine einfache Kartenprojektion im galaktischen Koordinatensystem – leider ohne Bezeichnungen der Sternbilder, aber mit den Sternbildlinien. Die roten Linien repräsentieren die Milchstraßenebene (horizontal) und 0° galaktische Länge (vertikal), sie kreuzen sich im Milchstraßenzentrum.

Beim Klick auf einen Stern in der Tabelle markiert M13 ihn in der Karte und bezeichnet (Abbildung 6). Sehr realistisch erscheint auch der wolkenartige Anblick der Milchstraße. Ansonsten bietet diese Karte keine weiteren Möglichkeiten. Mit einem Rechtsklick können Sie lediglich die Kartenansicht in die Zwischenablage kopieren.

Abbildung 6

Abbildung 6: Die (vergrößerte) einfache Sternkarte des Sky View-Fensters.

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1935 Hits
Wertung: 121 Punkte (4 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 05/2014

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...