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Das 30-Euro-Wunder

Multimedia-Center im Eigenbau

TV mit der S100

Ein bestimmtes MMS-Modul benötigt aber noch eine etwas aufwendigere Konfiguration: Die TV-Funktion von MMS (Abbildung 4) soll mit einem im Hintergrund laufenden VDR zusammenarbeiten. Dazu installieren Sie zunächst VDR als Serverdienst, der ständig als Daemon läuft. Nur so funktionieren die Aufnahmetimer korrekt funktionieren und Sie können TV-Sendungen im Hintergrund aufzunehmen.

Abbildung 4: Über die S100 können Sie nicht nur mit MMS fernsehen, sondern die Sendungen auch per VDR aufzeichnen.

Die in Debian "Etch" enthaltene VDR-Version ist recht alt, eine aktuelle Version erhalten Sie als Debian-Paket über e-TOBI.net. Dazu nehmen Sie die folgende Zeile in /etc/apt/sources.list auf:

deb http://e-tobi.net/vdr-experimental etch base backports addons vdr-multipatch vdr-standard

Als Gegenstück zum VDR-Server-Backend dient das Xine-Frontend für VDR, vdr-sxfe. Es verbindet sich mit einem entsprechend konfigurierten VDR-Server und spielt dessen DVB-Stream ab. Vdr-sxfe findet sich im VDR-Paket xineliboutput-sxfe, das Sie aus einer der VDR-Paketquellen einrichten.

Prinzipiell können Sie Vdr-sxfe von jedem Rechner im Netzwerk aus benutzen, um sich auf dem auf der S100 laufenden VDR zu verbinden. Damit mutiert die S100 zum universellen TV-Server im Heimnetz. Wir beschränken uns hier aber zunächst auf die Nutzung direkt auf der S100 und der Ausgabe über den X-Server auf dem Scart-Ausgang.

Fliegender Wechsel

Nach der Installation von VDR müssen Sie MMS zunächst so konfigurieren, dass es bei Auswahl der TV-Option den VDR-Client startet. Dazu setzen Sie in der Datei /etc/mms/TVConfig folgende Option:

tv_path = /etc/mms/xinevdr.sh

Das Shell-Skript xinevdr.sh (Listing 3) ist ein "Switching-Skript": Beim ersten Aufruf startet es den VDR-Client, beim zweiten beendet es ihn wieder. So wechseln Sie aus dem Client wieder in die MMS-Oberfläche.

Listing 3
#!/bin/bash
if pidof vdr-sxfe; then
  killall -HUP vdr-sxfe
  if pidof vdr-sxfe; then
    killall -9 vdr-sxfe
  fi
else
   vdr-sxfe --fullscreen > /dev/null 2>&1
fi

Um ein laufendes Vdr-sxfe zu verlassen, nutzen wir einen Kunstgriff in Zusammenhang mit dem Switching-Skript. Das Programm irexec (aus dem Paket lirc) ist ein kleiner LIRC-Client, der bei Tasteneingaben über LIRC beliebige Programme startet. Es stößt in unserem Fall bei Druck auf die T-Online-Taste der Fernbedienung das Skript xinevdr.sh an und wechselt so bei jedem Tastendruck zwischen MMS und dem VDR-Client. Dazu benötigen Sie zusätzlich zum Switching-Skript noch eine Konfiguration für Irexec (Listing 4). Diese legen Sie in /etc/lirc.conf ab und starten beim Hochfahren des Systems Irexec damit:

/usr/bin/irexec -d /etc/lirc.conf
Listing 4
begin
  button = TONLINE
  prog   = irexec
  repeat = 0
  config = /etc/mms/xinevdr.sh
end

Wollen Sie wie oben beschrieben von anderen Rechnern im Netz auf den VDR-Server zugreifen, dann fügen Sie in /etc/vdr/svdrphosts.conf einfach weitere Rechner oder Netze hinzu. Diese dürfen dann auf den VDR zugreifen und Sie können dann über Vdr-sxfe die TV-Streams betrachten.

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LinuxUser 06/2012

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