Aktuelles

15.01.2009

Novell lässt KDE 3.5 fallen

Wie OpenSuse-Community-Manager Joe "Zonker" Brockmeier Anfang September bekanntgab (http://tinyurl.com/lu-suse11-kde35), wird OpenSuse 11.1 die letzte Distributionsversion mit KDE-3.5-Paketen sein und auch nur einen abgespeckten Umfang des Desktops enthalten. KDE 3.5 findet sich auch nicht mehr in der Desktopauswahl des Installationsmenüs, sondern muss wie XFCE oder Windowmaker extra installiert werden.

Ab OpenSuse 11.2 gibt es dann von OpenSuse keinerlei KDE-3.5-Komponenten mehr in den Repositories, das Novell-KDE-Team behebt nur noch Bugs der höchsten Prioritätsstufe. Paketbau, Fehlerbehebung oder das Erstellen von KDE-3.5-Distributionsvarianten könnten gerne Freiwillige aus der Community übernehmen, schlägt Brockmeier vor.

Inspiron Mini 9 – Linux-Netbook von Dell

In Deutschland soll Dells 9-Zöller Inspiron Mini 9 (http://www.dell.de/mini/) ab Oktober in einer Linux-Ausgabe auf den Markt kommen und rund 400 Euro kosten. Mit einem 4-Zellen-Akku wiegt der 23 x 17 Zentimeter kleine Zwerg 1035 Gramm.

Das Netbook hat Intels Atom-Prozessor N270 mit 1,6 GHz, einen integrierten Grafikchipsatz von Intel sowie 1 GByte Hauptspeicher an Bord. In Sachen Massenspeicher setzt der Mini auf eine Solid-State-Disk mit 16 GByte. Das 8,9-Zoll-Hochglanz-Display des Dell-Netbooks hat eine Auflösung von 1024 x 600 Bildpunkten.

Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen des Inspiron Mini 9 zählen 802.11g-WLAN und 10/100-Mbit/s-Ethernet, Bluetooth, drei USB-Schnittstellen, eine 1,3-Megapixel-Webcam, ein 3-in-1-Kartenleser, Audio-Anschlüsse und ein VGA-Ausgang.

Kommt ab Oktober auch mit Linux: Dells Netbook Inspiron 9 Mini.

Bugbase: Baukastensystem für mobile Linux-Devices

Einen Baukasten für mobile Linux-Devices bieten die in New York ansässigen Bug Labs (http://buglabs.net) ab sofort an. Als Basis des nach dem Lego-Prinzip funktionierenden Systems dient die Bugbase, ein Kleinstcomputer mit ARM1136JF-S-Prozessor und 128 MByte RAM zum Preis von 349 US-Dollar. Die 127 x 64 x 15 Millimeter kleine Einheit wiegt rund 100 Gramm und lässt sich über das mitgelieferte Bug-SDK in Java programmieren.

An Schnittstellen bietet die Bugbase USB 2.0, Fast Ethernet, vier serielle Interfaces und vor allem vier Erweiterungsslots. An diese lassen sich das 2,46-Zoll-LCD Bugview (320 x 240 Pixel, 119 Dollar), der Bewegungssensor Bugmotion (59 Dollar), der GPS-Empfänger Buglocate (99 Dollar) und die 2-Megapixel-Digicam Bugcam2mp (79 Dollar) als Funktionsmodule ankoppeln. Das Komplettpaket samt Base und allen Modulen gibt es auch zum Bundle-Preis von 629 Dollar.

Als Betriebssystem kommt Poky Linux (http://www.pokylinux.org) zum Einsatz, das auf Kernel 2.6.21 aufsetzt und dessen Oberfläche auf X11, GTK+ und dem Windowmanager Matchbox basiert. Eine ganze Reihe von der Community entwickelten Anwendungen für die Bugbase und Ihre Module finden sich bereits im Entwicklerportal Bugnet (http://buglabs.net/applications/).

Spielzeug für Technophile: Das Bug-Bundle mit Bugbase samt Bugview und darüber die Module (von links) Bugmotion, Buglocate und Bugcam2mp.

Nmap 4.75 erkennt iPhones und visualisiert Netzwerke

Die frisch erschienene Version 4.75 des Securityscanners Nmap (http://nmap.org) erkennt nun auch iPhones und Wii-Konsolen und integriert mit RadialNet ein Visualisierungstool für Netzwerktopologien. So erhält man schnell einen Überblick, welche Rechner im Netz besonders viele offene Ports anbieten. Die Entfernung des gescannten Hosts von der eigenen Maschine zeigt RadialNet über graue Linien an, von denen jeder einem Hop entspricht.

Daneben beschleunigt die neue Version den Scan-Vorgang: Nmap prüft standardmäßig nur noch 1000 TCP- und UDP-Ports statt wie bisher 1715 (TCP) und 1488 (UDP). Auch der schnelle Scan über die Option -F erfasst nur noch die 100 wichtigsten Ports statt wie bisher mehr als 1000. Die Datenbank zur Erkennung der eingesetzten Betriebssysteme haben die Nmap-Macher auf den neuesten Stand gebracht: Sie enthält nun mehr als 1500 Signaturen.

Mehr Übersicht für Nmap: Die neue Version 4.75 des Netzwerkscanners integriert die Visualisierungslösung RadialNet.

OpenOffice: 3.0 da, 2.4.2 kommt

Anfang September hatte das OpenOffice-Projekt (http://www.openoffice.org) aufgrund einiger Showstopper-Bugs im RC1 von OpenOffice 3.0 beschlossen, vor der endgültigen Freigabe der neuen Version noch einen zweiten Release Candidate auf den Weg zu bringen, ihm folgte wenig später sogar noch ein ursprünglich gar nicht vorhergesehener RC3. Damit verschob sich sich das ursprünglich für Ende September geplante Release der Version 3.0 auf Anfang Oktober. Wir stellen Ihnen die neue OOo-Major-Release im nächsten Heft ausführlich vor.

Wie das Projekt kurz vor Veröffentlichung von OpenOffice 3.0 verlauten ließ, wird es auch noch ein OpenOffice.org 2.4.2 geben, das einige ärgerliche Bugs der 2er-Serie schließen soll. Damit will man vor allem jene Anwender bedienen, die aus Gründen der Stabilität nicht sofort auf die neue Version 3.0 aktualisieren wollen. Als geplantes Releasedatum nennt OpenOffice.org den 28. Oktober.

Mozilla bricht EULA-Streit vom Zaun

Dass Anwender erst ein umfangreiches End User License Agreement (EULA) von Mozilla bestätigen mussten, bevor sie Firefox nutzen konnten, sorgte bei der Vorabversion von Ubuntu 8.10 "Intrepid Ibex" für gesteigerten Unmut. In einer Mailingliste meldeten die Nutzer das zunächst als Bug. Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth schaltete sich jedoch schnell in die hitzige Diskussion ein und erklärte den Hintergrund: "Die Mozilla Corporation hat verlangt, dass wir dies hinzufügen, um den Browser weiterhin Firefox nennen zu dürfen." (http://tinyurl.com/lu-mozeula).

Mit der EULA-Forderung sorgte Mozilla für eine heftige Debatte, in zahlreichen Kommentaren zeigte sich deutliche Verärgerung über das Browser-Projekt. Viele Stimmen plädierten dafür, die Praxis von Debian zu übernehmen und als Standardbrowser Iceweasel zu verwenden, einige Anwender votierten für den Gnome-Browser Epiphany.

Daraufhin lenkte Mozilla nun ein und will beim ersten Start des Browsers künftig lediglich eine HTML-Seite präsentieren, die über einen Link ("Know Your Rights") den Benutzer zum juristischen Text weiterleitet. Erste Entwürfe dazu finden sich auf der Website des Mozilla-Entwicklers Harvey Anderson (http://tinyurl.com/lu-mozlicense). Das Verfahren könnte in Zukunft so auch bei anderen Distributionen zum Einsatz kommen.

Kompromisslösung: Statt eines aufdringlichen EULA-Splashscreens setzt Mozilla bei Firefox in Zukunft wohl diese dezentere Lösung ein.

VLC 0.9.2 mit vielen Verbesserungen

Nach zweijähriger Entwicklungszeit bringt die neue Version 0.9.2 des plattformübergreifenden Multimedia-Players VLC (http://www.videolan.org/vlc/) eine ganze Reihe neuer Funktionen und Verbesserungen. Der Player unterstützt nun neue Codecs (etwa neue Flash-Varianten, Codecs für Camcorder, Dirac, Atrac3, H.264 PAFF, APE-Audio, Realvideo, VC-3, Fraps) und verbessert zugleich die Decoding-Performance. Daneben bringt VLC neue Demuxer mit, unterstützt nun auch Video4Linux2 und hat mehr Audio- und Video-Filter an Bord, über die man die Bild- und Tonqualität manipuliert. Last not least unterstützt die Version 0.9.2 Last.fm-Beiträge und öffnet Links zu Youtube und anderen Videoseiten direkt.

Das Projekt setzt nun auf Qt 4. VLC lässt sich dadurch einfacher installieren, es braucht lediglich die Bibliotheken LibQtCore, LibQtGui und Libvlc. Die neue Oberfläche bietet mehr Komfort und eine integrierte Media-Bibliothek, sowohl Album-Grafik als auch Metadaten lassen sich über die GUI bearbeiten. Der Player lässt sich aber auch weiterhin per Konsole steuern.

KDE baut Wiki für Benutzerhilfe auf

Wer Fragen zu KDE 4 hat, musste sich bisher meist mit den bestehenden Mailinglisten oder IRC-Räumen zufrieden geben. Das soll sich nun ändern: Das KDE-Projekt arbeitet an einem eigenen Anwender-Wiki, der so genannten KDE-Userbase (http://userbase.kde.org).

Das bisherige Wiki litt darunter, "dass es für alle und niemanden da sein wollte", wie Lydia Pintscher vom KDE-Projekt es formuliert. Zudem war es nicht auf KDE-eigenen Servern gehostet, was den Zugang erschwerte. Das ändert nun die KDE-Userbase, die vor allem allgemeine Fragen zu KDE 4 und seinen Anwendungen beantworten will. Pflegen und bestücken sollen es interessierte KDE-Benutzer.

Freilich steht und fällt der Nutzen des Wikis mit der permanenten Pflege der Einträge. Einen Hauptverantwortlichen für das Wiki gibt es laut Pintscher bisher nicht, aber es hätten sich bereits Freiwillige gemeldet, um die Beiträge zu prüfen. Im Moment organisiert die Community Working Group die Userbase; interessierte Anwender können eine Mail an mailto://community-wg@kde.org schicken, um eigene Beiträge zu ergänzen. Später soll die KDE-Userbase mittels OpenID für alle potenziellen Autoren offen stehen.

Kurz notiert

Sun hat VirtualBox 2.0http://www.virtualbox.de veröffentlicht. Die Oberfläche der Virtualisierungssoftware basiert jetzt auf Qt4, zu den zahlreichen Verbesserung zählen Support für 64-Bit-Gastsysteme, VHD-Disk-Images und SATA-NCQ (Native Command Queueing).

Auf der Mailingliste der Distribution taufte Mark Shuttleworth Ubuntu 9.04 auf den Namen Jaunty Jackalope, zu deutsch etwa "Fescher Wolpertinger" (http://tinyurl.com/lu-jaunty). Der in USA beheimatete Jackalope, eine Kreuzung aus Hase und Hirsch, steht dabei laut Shuttleworth symbolisch für die geplante Integration von Web-Diensten und Desktop-Anwendungen.

Canonical, die Firma hinter Ubuntu, möchte Anwendern einen schöneren und bedienungsfreundlicheren Linux-Desktop liefern. Dazu will man Entwickler beschäftigen, die an X, OpenGL, Gtk, Qt, Gnome und KDE arbeiten (http://www.markshuttleworth.com/archives/162). Die Experten sollen für ein einheitliches Desktop-Erlebnis sorgen.

Der Gnome-Bildbetrachter F-Spot (http://f-spot.org) liegt in der neuen Version 0.5.0 vor. Die Entwickler optimierten den Vollbildmodus sowie die Interaktion mit der Datenbank und führten eine neue Seitenleiste ein. Beim Import von Dateien achtet F-Spot nun auf Duplikate, daneben unterstützt er jetzt Farbprofile.

In New York haben Google und T-Mobile zusammen das erste Handy für Googles Android-Plattform vorgestellt: Das T-Mobile G1 (http://announcement.t-mobileg1.com/) gibt es in iPod-Manier ausschließlich zusammen mit einem T-Mobile-Vertrag ab Anfang nächsten Jahres auch in Deutschland.

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