AVM Fritzbox vs. D-Link Horstbox

Fritz, Horst und Herta

Organisiert ins Internet geht es mit DSL-Routern. Wir haben drei Linux-betriebene Exemplare von AVM und D-Link näher unter die Lupe genommen.

In den wohl meisten deutschen Haushalten mit DSL-Anschluss verrichtet ein DSL-Router sein Werk. Man hört nichts von ihm und braucht sich nicht um ihn zu kümmern, im stillen organisiert er das lokale Netzwerk, kümmert sich um Internet- und Telefonverbindung und schützt zumeist vor unangenehmen Besuchern aus den Tiefen des Internets.

Ein besonders weit verbreiteter Vertreter dieser Art Hardware ist die Fritzbox von AVM: Zum einen legen viele Anbieter diese Box einem Neuanschluss als kostenlose oder vergünstigte Dreingabe bei. Zum anderen hat sich der Hersteller einen guten Namen durch Unterstützung der Open-Source-Community gemacht.

Weit weniger verbreitet ist eine ähnliche Box des Herstellers D-Link: die Horstbox. Sie ähnelt der Fritzbox nicht nur hinsichtlich des Benennung – auch wenn D-Link betont, die habe nichts mit dem AVM-Gerät zu tun, sondern mit dem Vornamen des Hauptentwicklers. Die Ähnlichkeiten zeigen sich auch beim Funktionsumfang. Doch bietet die Horstbox ein Feature, das so in kaum einem anderen Router zu finden ist: Sie bringt von Haus aus eine vollwertige Asterisk-Appliance mit.

Fritzbox

AVMs Fritzbox gab und gibt es in verschiedenen Ausführungen – vom schlichten Router mit DSL-Modem bis zum Topmodell mit WLAN, DECT-Basisstation, integriertem Datei- und Druckserver sowie VoIP-Telefonanlage und analogem oder ISDN-Anschluss.

In unserem Vergleichstest treten gleich zwei Fritzboxen an (Abbildung 1), das Modell FRITZ!Box Fon WLAN 7170 und dessen aktueller Nachfolger 7270. Sie unterscheiden sich sowohl äußerlich als auch im Inneren. Bereits der Vergleich der Optik zeigt: Die neue 7270 ist deutlich schlanker geraten und hat zwei Taster auf der Geräteoberseite. Über die lassen sich schnell und einfach die WLAN- und die DECT-Funktionen ein- und ausschalten. Bei der älteren 7170 schaltet man die WLAN-Funktion noch ein wenig umständlich über einen Taster auf der Rückseite des Gehäuses, die DECT-Funktion ist noch nicht an Bord.

Abbildung 1: Geschwisterpaar: Zwei Taster und zwei zusätzliche Antennen unterscheiden die beiden Fritzboxen rein äußerlich.

Die wohl wichtigste Änderung im Inneren ist der Wechsel des Chipsatzes. Basierten die älteren Fritzboxen noch auf dem AR7-Chipsatz von Infineon, kommt in den aktuellen Modellen der UR8-Chipsatz des gleichen Herstellers zum Einsatz. Auch hinsichtlich der Möglichkeiten zum Aufbau eines Funknetzwerks unterscheiden sich die beiden Modelle. Die 7170 funkt gemäß den Standards 802.11 b und g, die 7270 beherrscht zusätzlich 802.11 a sowie einen Draft-n-Modus.

Beide Boxen verfügen über einen USB-Anschluss – die 7270 mit USB 2.0, die 7170 noch mit dem älteren USB 1.1 – über die der Hersteller die File- und Druckserverfunktion realisiert. Die Schnittstellenausstattung (Abbildung 2) beider Modelle unterscheidet sich ansonsten nur marginal. Beide kommen mit einem Port zum DSL-Anschluss, vier Fast-Ethernet-Buchsen, je einem internen und externen S0-ISDN-Port und zwei (7170) beziehungsweise drei (7270) internen Analoganschlüssen. Hinzu kommt der Anschluss zum externen Analognetz.

Abbildung 2: Praktisch gelöst: Die Fritzbox 7270 (Mitte und unten) bringt Analoganschlüsse im TAE-Format mit, was den Einsatz einer Kabelpeitsche überflüssig macht.

Die Software

Zu den Grundfunktionen der Boxen gehören neben dem Routing auch Firewall, VPN und dynamisches DNS. Zudem agieren beide Fritzboxen als kleine Telefonzentrale, VoIP beherrscht diese jedoch nur als Client. Demzufolge lassen sich IP-Telefone nicht zentral einbinden, man kann jedoch mit etwas Mühe einen kleinen Asterisk-Server installieren ([1],[2]). Zu den Softwarefunktionen, die sonst kaum eine andere Box bietet, gehört der Energiemonitor (Abbildung 3). Er zeigt an, welche Hardwarebestandteile gerade aktiv sind, und gibt Hinweise, wie sich der Energieverbrauch senken lässt.

Abbildung 3: Umweltschutz im Blick: Der Energiemonitor der Fritzboxen zeigt, an welcher Stelle Subsysteme abgeschaltet werden können oder bereits abgeschaltet sind.

Die Benutzeroberfläche der Fritzboxen lässt sich wie bei den meisten Routern via Webbrowser erreichen. Speziellere Funktionen wie Routing oder Port-Forwarding verstecken sich in den Menüs der erweiterten Einstellungen. Einen Webserver setzen Sie beispielsweise unter Freigaben auf – hier wären treffendere Bezeichnungen besser gewesen. Das Aktivieren der "Expertenansicht" unter Erweiterte Einstellungen | Anzeige fördert sehr spezielle Menüpunkte wie das Feintuning der DSL-Verbindung zutage. Von denen sollten Sie allerdings die Finger lassen, es sei denn, Sie wissen ganz genau was Sie tun. Der Rest der Oberfläche fällt selbsterklärend aus, bei noch offenen Fragen sorgt die integrierte Hilfe nach einem Klick auf das Fragezeichen rechts oben für Klärung.

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