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© OMC#4

4. Open Music Contest mehr als 100 Teilnehmern

Shareway to heaven

Es geht auch ohne Gebühren: Der Open Music Contest zeigt, dass freie Lizenzen und innovative Musik sich nicht ausschließen.

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Der Open Music Contest ist ein Bandwettbewerb der besonderen Art: Er widmet sich ausdrücklich dem Thema Urheberrecht im digitalen Zeitalter. Die Teilnahme setzt voraus, dass die gespielte Musik unter einer Creative-Commons-Lizenz (CCL) steht.

Immerhin 35 Bewerbungen trudelten beim ersten Open Music Contest [1] an der Uni Marburg ein. Beflügelt vom Erfolg und Spaß an der Sache, legte der Asta seitdem jedes Jahr die Veranstaltung aufs neue auf. Mit dem OMC#3 gewannen die Organisatoren Creative-Commons-Initiator Lawrence Lessig als Schirmherr für den Wettbewerb. Die vierte Auflage setzte nun mit 109 Bewerbungen gegenüber 76 im Vorjahr eine neue Rekordmarke. Das hieß für die Jury: Sechzehneinhalb Stunden Musik genießen und bewerten.

Erstmals gingen auch Anfragen von Übersee ein – Bands aus den USA und Südafrika interessierten sich, ob es auch ein englisches Bewerbungsformular gebe. Mit den Headlinern Cranes (England) und Firewater (USA) macht der OMC einen weiteren Schritt in Richtung Internationalität [2]. Beide Bands treten am 17. Oktober in Marburg zusammen mit sechs OMC-Gewinnern auf: Abzolut, Elaine, Ivan Ivanovich & The Kreml Krauts, Yeahbutnow!, Pornophonique und Lax-O-Mat [3].

Hilfe von außen

Inzwischen erhält das Projekt viel Hilfe von außen: In diesem Jahr griffen etwa das luxemburgische CC-Portal Jamendo, Creative Commons International, die Grüne Jugend, der LinuxTag, die Musikportale MP3.de und Regioactive.de sowie den Asta der Nachbar-FH Giessen-Friedberg dem Projekt unter die Arme.

Dank dieser Hilfe verteilte das OMC-Team seit dem Start bereits 11 000 gebührenfreie CDs mit Informationen zu freier Kultur und guter Musik als praktisches Beispiel für freie Lizenzen. LinuxUser unterstützt das Projekt ebenfalls: Auf der Heft-DVD finden Sie den neuen OMC-Sampler thistleblower vollständig im Ogg-Vorbis-Format. Booten Sie einfach das Geexbox-System, dann spielt der Audio-Player die Dateien direkt ab.

Es zeichnet sich ab, dass der OMC bei einem fünften Anlauf bei den Bewerbungen noch einmal zulegt. Die Anfragen aus dem Ausland zeigen zudem, dass weltweit noch einige Bands auf ihre Chance warten. Das OMC-Team würde sich sehr über Portierungen auf andere Länder freuen, um so ein internationales Netzwerk zu stricken – aktive Mitarbeit sehen die Veranstalter ohnehin immer gerne. Als Idee steht auch eine globale, von der Community getriebene Alternative zu klassischen Verwertungsgesellschaften zur Diskussion, sozusagen "GEMA from scratch" (bitte beachten Sie dazu auch den Gastkommentar auf Seite ###). Das Projekt richtet sich vor allem an Musikerinnen und Musiker, damit diese das Projekt nach eigenen Wünschen mitgestalten.

Wie alles begann

2003 entstand aus dem Technik-Referat des Allgemeinen Studieredenausschusses (Asta) der Philipps-Universität Marburg das "Referat für Technik und Open-Source-Politik". Es engagiert sich seitdem vor Ort für den Einsatz quelloffener Alternativen. Anderthalb Jahre später dehnten die damaligen Asta-Referenten Marcel Hennes, Christoph Scheid und M.eik Michalke die Idee aus. Sie wollten die Parallelen zwischen freier Software und (wissenschaftlichem) Publizieren via Open Access deutlich machen.

Um die Studierenden für das trockene rechtliche Thema zu interessieren, nahmen sie sich die regelmäßig vom Asta organisierte Party mit Live-Konzerten als Aufhänger vor. Warum nicht mal ein Experiment wagen und abseits ausgetretener Pfade wandeln? Die Creative Commons Licenses waren gerade in Version 2.0 für Deutschland erschienen, und die Community suchte nach Wegen, die Lizenzen bekannter zu machen.

So sicherte sich das Asta-Team einen Auftritt der Hamburger Band Die Sterne als Publikumsmagneten, vergab jedoch alle weiteren Auftritte im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs. Dabei waren die Teilnahmebedingungen weder an Stil noch Vorerfahrungen geknüpft, sondern konzentrierten sich ganz auf freie Lizenzen für die gespielten Stücke – der erste Open Music Contest war geboren.

Als weitere Motivationshilfe für die Bands – und um mit dem ungewöhnliche Wettbewerb nicht in Vergessenheit zu geraten – entschlossen sich die Organisatoren zu einem weiteren Schritt: Von den sonst üblichen Band-Gagen beglichen die Organisatoren die Reisekosten, Verpflegung und Unterkunft der Bands.

Aus dem übrige Geld entstand ein Promo-Sampler mit den besten Einsendungen und Informationen über das Warum des Wettbewerbs. Auf diese Weise hat niemand Nachteile, die Ausgaben für den Asta bleiben im üblichen Rahmen und alle Beteiligten gewinnen jedoch an Aufmerksamkeit – eine Win-Win-Situation.

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