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Streaming-Box S100 mit Linux

Der Home-Server

Nach knapp zwei Jahren Sendezeit begrub T-Online seinen TV-Streaming-Service "Vision". Die zugehörige Hardware S100 lebt aber fort – unter anderem als leiser und kleiner Linux-Rechner.

Miniserie: Streaming-Box S100

Teil 1 -- S100 mit Debian einrichten LU 10/2008
Teil 2 – S100 als DVB- und Media-Center LU 11/2008

Am 30. Juni 2008 hat T-Online den TV-Streaming-Dienst Vision endgültig eingestellt. Zurück blieben zahlreiche Kunden mit einer für sie wertlosen Box. Doch die Hardware lebt weiter: Schon bevor das Angebot von der Telekom-Tochter eingestellt wurde, fanden findige Bastler heraus, dass in der wohnzimmerkonformen Box ein einfacher Standard-PC steckt. Mit der Einstellung des Dienstes finden sich die S100-Boxen jetzt massenhaft im Gebrauchtmarkt: Bei E-Bay bekommen Sie neue Boxen inklusive WLAN-Router für 30 Euro, gebrauchte Geräte sind je nach Bieterglück deutlich günstiger zu ersteigern.

Diese Artikelserie zeigt, wie Sie aus einer S100-Box einen kleinen Linux-Heimserver basteln. Der vorliegende Teil 1 erklärt die Grundlagen inklusive der Installation von Debian Etch. Teil 2 zeigt im nächsten Heft, wie sie die DVB- und Media-Center-Software installieren, die Fernbedienung einrichten und weitere Möglichkeiten der Box nutzen.

PC in der Box

In der S100 steckt ein Mobile Intel Celeron mit 733 MHz und 128 Megabyte RAM. Neben zwei USB-2.0-Schnittstellen, Ethernet und Ausgängen für Sound verfügt das Gerät auch über einen WLAN-Adapter und den für den Anschluss an ein TV-Gerät wichtigen Scart-Ausgang. Als Grafikchip kommt ein i830 von Intel zum Einsatz. Dem Originalpaket liegt auch eine Infrarot-Fernbedienung bei. Einen externen VGA-Anschluss besitzt die S100 nicht, dieser befindet sich aber voll beschaltet auf einem Pfostenstecker auf dem Mainboard. Genaue Informationen zur Hardware und zu vielen Modifikationen wie beispielsweise Soundeingänge oder Festplatten-LEDs finden sich im Zenega-Wiki [1] und dem zugehörigen Forum [2].

Installation

Die Box verfügt nicht über eine Festplatte im eigentlichen Sinn: auf dem vorhandenen IDE-Anschluss steckt ein so genanntes "Disk-on-Module" (DOM), eine Art 32-MByte-Flashcard, die sich aber wie eine normale Festplatte verhält (Abbildung 1). Dieses Modul enthält später den Bootloader Grub und den Debian-Kernel: Als Betriebssystem verwenden wir Debian Etch, das sich als problemloseste Variante für die Installation auf der S100 erwiesen hat. Das Windows-CE-Betriebssystem löschen wir.

Als Massenspeicher für das Wurzelverzeichnis benutzen Sie am besten einen USB-Stick – Größen ab 1 GByte sind sinnvoll. Möchten Sie das Gerät später als Heimserver einsetzen, verwenden Sie eine externe USB-Festplatte. Im Gegensatz zur Stick-Variante macht es in diesem Fall auch Sinn, eine Swap-Partition einzurichten, denn 128 MByte Hauptspeicher sind für viele aktuelle Anwendungen recht knapp.

Entscheidet Sie sich für diese Variante, so sollten Sie eine Festplatte wählen, die die den USB-Anschluss elektrisch möglichst wenig belastet: Die S100 bietet in dieser Hinsicht nur eingeschränkte Ressourcen. Externe 2,5-Zoll-Festplatten ohne eigene Stromversorgung eignen sich eher nicht, und Sie riskieren, dass die Box nicht bootet.

Darauf sollten Sie auch bei der Nutzung von USB-Hubs achten: Hängen zu viele Geräte an den USB-Ports, dann startet die S100 entweder gar nicht mehr oder bleibt in einer Reboot-Schleife stecken – fährt also ein bis zwei Sekunden kurz an, geht dann wieder aus und startet von vorne.

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