Leserbriefe

15.01.2009

Falsches Rennen

LU 08/2008, S. 84: Der Artikel über Programmierung mit OpenMP war sehr interessant und informativ. An einer Stelle hat sich aber wohl ein Fehler eingeschlichen: Auf Seite 87 wird beschrieben, wie bei Race-Conditions die einzelnen Threads Werte in Registern überschreiben können und dann die Funktion falsche Ergebnisse zurückliefert. Die unterschiedlichen Threads (hier Thread 1 und 2) werden aber in der Regel auf verschiedenen CPU-Kernen ausgeführt, die bei heutigen Prozessoren jeweils eigene Registersätze aufweisen.

Die Race-Condition besteht also nicht darin, dass zwei Threads gegenseitig die Ergebnisse in den Registern überschreiben, sondern beim Zurückschreiben ins RAM. Das liegt in Listing 3 daran, dass die Variable summe als shared deklariert wird (mit summe als private lässt sich die Berechnung nicht parallelisieren). Den Ausweg liefert dann, wie korrekt angegeben, das Statement #pragma omp critical (summierung), wodurch immer nur ein Thread den Lese/Schreibzugriff auf summe erhält. Michael Bayer

Pro und Kontra

LU 09/2008, S. 5: Ich habe mich sehr über das Editorial der Ausgabe 09 gefreut. Den Ärger, dass Computerhersteller sich in Anzeigen für Windows (und dann auch noch Vista) aussprechen, kenne ich. Neulich fiel mir das bei HP auf – dabei dachte ich, dass HP zumindest teilweise Linux unterstützt (siehe etwa das Druckertreiber-Projekt). Aber ich habe den Eindruck, dass kurzfristige Ersparnisse und Abhängigkeiten stärker wirken als eine strategische Ausrichtung. Na hoffen wir, dass es bei IBM anders ist. Dr. Matthias Stiehler

LU 09/2008, S. 5: So ganz kann ich Ihr "Abwatschen" von Asus im Editorial nicht nachvollziehen. Asus empfiehlt Vista Home Premium für Notebooks, Waschmaschinenhersteller empfehlen Persil. Sprich: Der so propagierte Hersteller beteiligt sich an den Kosten der Kampagne, was natürlich einen Kostenvorteil für den Werbenden bedeutet. Da geht es um Marketing und nicht um technische Realitäten.

Ich frage mich, wie die Kommentare zu "Asus empfiehlt Xandros" oder "Dell empfiehlt Ubuntu" ausfallen würden. Das gäbe wohl nur einen Streit ums Thema "Warum empfehlen die nicht meine Lieblingsdistribution?". Da ist es doch allemal besser, wenn die bösen Hersteller Vista empfehlen und man sie publikumswirksam im Editorial zum Sommerloch versenken kann. Rainer Koenig

Blende und Tiefenschärfe

LU 09/2008, S. 35: Im Artikel "Bezaubernde Dynamik" schreiben Sie "Um eine hohe Tiefenschärfe zu erzielen, wählen Sie eine kleine Blende – am besten 8 oder niedriger." Nun stimmt zwar, dass eine kleine Blende eine hohe Tiefenschärfe erzielt, aber es ist falsch, dass man 8 oder niedriger wählen soll: Eine kleine Blende hat eine große Blendenzahl. Somit wäre für eine hohe Tiefenschärfe die Blendenzahl 16 oder höher besser. Dirk Pfeilsticker

LinuxUser: Sie haben recht. Niedriger würde in diesem Kontext tatsächlich bedeuten, die Blende aufzumachen, was natürlich Unsinn ist. Danke für den Hinweis. (tle)

Besser kleinere Hoster

LU 09/2008, S. 62: Zumindest was Strato angeht, kann ich das Ergebnis eures Webhoster-Tests in keiner Weise nachvollziehen. Ich habe soeben meine sämtlichen Domains von einem Strato-Premium-Account umgezogen. Gestimmt hat hier gar nichts – weder die Leistung, noch der Preis, noch der Service.

Ich betreibe eine kleinere Community mit dem CMS PHPFusion. Trotz Premium-Account waren meine Response-Zeiten erbärmlich. Bis der Server überhaupt ein Lebenszeichen von sich gegeben hat, dauerte es zwischen 4 und 6 Sekunden gedauert – bis die 135 KByte geladen waren, bis zu 45 Sekunden. Das habe ich in einer Mail dem Support gemeldet. Die lapidare Antwort: Wenn ich nicht zufrieden sei, könne ich mir ja einen Server mieten.

Daraufhin habe ich mich im Webhoster-Bereich einmal umgesehen und bin jetzt zu einem kleineren Webhoster umgezogen. Für die Hälfte der Kosten, die ich bei Strato gezahlt habe, bekomme ich dort ein Mehr an Leistung und Service. Dort lande ich bei Supportanfragen nicht in einem Call-Center oder einer Endlosschleife, sondern beim Chef persönlich. Auch die Ladezeiten sind um ein Vielfaches besser. Es wäre schön, wenn Sie das nächste Mal auch kleinere Hoster testen, für die der Kunde noch König ist. Marco Quiner

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