Aufmacher Artikel

Distributionen

15.01.2009

Kurz notiert

Mitte August nahmen die Red-Hat-Admins die Server von Fedora und Red Hat für einige Tage vom Netz, da diese Ziel von Einbrüchen waren. In der Downtime haben die Admins die Systeme neu installiert, Updates eingespielt und einige Sicherheitsverbesserungen vorgenommen. Fedora-Projektleiter Paul Frields versichert, dass das Signaturpasswort nicht geknackt sei. Dennoch tauschte das Entwicklerteam den Signaturschlüssel vorsichtshalber aus und signierte alle Pakete neu.

Die Entwickler von OpenSuse (http://www.opensuse.org) haben die zweite Alpha-Version von OpenSuse 11.1 fertig gestellt. Sie enthält unter anderem Änderungen an Cmake, Cups und D-Bus. Neben KDE 4.1 integrierten die Entwickler auch das aktuelle Gnome 2.23.6, das bis zum Release noch Gnome 2.24 weichen soll. OpenOffice ist in einer Betaversion der 3.0 mit an Bord.

Zenwalk (http://www.zenwalk.org) gibt es jetzt in einer Version mit Gnome-Desktop. Zenwalk Gnome 5.2 enthält das aktuelle Gnome 2.22.3 statt des sonst bei Zenwalk verwendeten XFCE. Das System basiert auf Kernel 2.6.25.4 und X.org 7.3. Auch Zenwalk Gnome enthält für jede Aufgabe nur genau ein Programm. Mit Geany ist beispielsweise ein komplett ausgestatteter Editor an Bord, der Totem Mediaplayer kümmert sich um das Abspielen von Bild- und Tondateien.

KDE 4.1 hat es nicht mehr in das kommende Debian "Lenny" geschafft. Um Nutzern die Möglichkeit zu geben, das aktuelle KDE trotzdem auszuprobieren, hat die Debian-Entwicklerin Ana Lopez inoffizielle KDE-4.1-Backports für Debian veröffentlicht, die auf den KDE-4-Seiten (http://kde4.debian.net) zum Download bereit liegen.

Patrick Volkerding, Gründer und Maintainer von Slackware (http://www.slackware.com) hat sich entschieden, in der kommenden Version seiner Distribution KDE 4.1 als Standarddesktop zu nutzen. Volkerding zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung, die KDE 4 nimmt. Mit der nächsten Version der dienstältesten noch aktiven Linux-Distribution ist allerdings erst 2009 zu rechnen.

Der amerikanische Prozessorbauer Intel hat die Firma OpenHanded (http://www.o-hand.com) gekauft. Das Unternehmen entwickelt Linux- und Unix-Umgebungen für mobile Geräte und beteiligt sich außerdem an der Gnome-Embedded-Plattform. Die Mitarbeiter von OpenHanded sollen in Zukunft an Intels eigener Linux-Plattform Mobilin (http://mobilin.org) arbeiten und dort die von OpenHanded entwickelten Programme und Bibliotheken integrieren.

Canonical, die Firma hinter Ubuntu (http://www.ubuntu.com), ist der Linux Foundation (http://linux-foundation.org) beigetreten. Die Linux Foundation verfolgt das Ziel, das Wachstum von Linux zu fördern und für die verschiedenen Distributionen eine einheitliche Basis zu schaffen.

Debian 5 "Lenny" jetzt Live

Die Entwickler von Debian (http://www.debian.org) haben die erste Betaversion einer Live-Variante von Debian 5 fertig gestellt. Das Debian-Live-Team möchte seine Version der Distribution mit möglichst wenig Unterschieden zur Installationsvariante auf eine CD bringen. Damit unterscheidet sich das System von anderen Live-Distributionen wie Sidux, die teilweise erhebliche Änderungen am Original vornehmen.

Beim Erstellen des Live-Systems hilft die Skriptsammlung Live Helper (http://wiki.debian.org/DebianLive/Guidelines) im Duett mit dem neuen Frontend Live Magic (http://packages.qa.debian.org/l/live-magic.html). Mit dem Live Helper erstellen Sie in wenigen Schritten ein individuelles Live-System. Um das Ausprobieren von Debian Live zu vereinfachen, stellen die Entwickler fertige ISO-Images zum Download unter http://live.debian.net/ zum Download bereit. Dort gibt es Images zum Brennen auf CDs, daneben finden sich aber auch Dateien für USB-Medien oder Images zum Booten über PXE oder HTTP.

Da der Platz auf CD-Rohlingen beschränkt ist, gibt es Varianten mit KDE 3.5, Gnome und XFCE als Oberfläche. Für den Herbst steht das Release eines DVD-Images an, das dann alle drei Desktops mitbringt. Auch ein Rescue-System mit Werkzeugen zum Datenretten und für forensische Aufgabe planen die Entwickler bis dahin.

lennylive.png

Die Live-Version von Debian 5 "Lenny" bringt einen vollausgestatteten KDE-Desktop mit.

Vollständig freie Version von Ubuntu

Das Ubuntu-Derivat Gnewsense 2.1 (http://www.gnewsense.org) enthält ausschließlich freie Software. Die Entwickler entfernten dazu aus dem aktuellen Ubuntu alle Software, Artwork und Firmware, die nicht unter einer freien Lizenz steht. Die Entwickler ersetzten das Gnome-Artwork durch ein neues Theme, das deutlich freundlicher wirkt.

Als Büroprogramm dient das aktuelle OpenOffice, Iceweasel und Icedove stehen für den Zugriff auf Internet, Mail und News bereit. Gimp liegt in einer aktuellen Version für das Bearbeiten von Pixelgrafiken bei, während Inkscape zum Gestalten von Vektorgrafiken dient.

Die Distribution kommt als installierbares Live-System mit Gnome als Desktop daher. Mit Hilfe des Ubuntu-Installationsprogramms installieren Sie Gnewsense jedoch problemlos auf eine Festplatte und erweitern das System aus dem Projektfundus um weitere Programme. Gnewsense ist ausschließlich für x86-Systeme erhältlich. Eine ISO-Datei des Systems finden Sie auf der Heft-CD dieser Ausgabe.

gnewsense.png

Gnewsense basiert auf Ubuntu und bringt ausschließlich freie Software mit.

Ubuntu 8.10 nimmt Gestalt an

Canonical hat die vierte Alpha des kommenden von Ubuntu 8.10 (http://www.ubuntu.com) 8.10 zum Download freigegeben. Der Schnappschuss des aktuellen Entwicklungsstands weist zwar nur wenige schwere Fehler auf, eignet sich jedoch trotzdem noch nicht für den täglichen Einsatz.

X.org liegt in der aktuellen Testversion bei, da die offizielle Freigabe von X.org 7.4 immer noch auf sich warten lässt. Als Kernel integrierten die Entwickler Version 2.6.26.2. Das Paket EcryptFS gehört nun zum Repository main, sodass Sie nun verschlüsselte private Verzeichnisse aus der Standardinstallation erstellen. Dazu legt das System normalerweise im Home-Verzeichnis ein Verzeichnis namens Private an und verschlüsselt dieses.

Der Networkmanager bringt neue Funktionen zum Verwalten von 3G-Verbindungen und zum Erstellen und Verwalten mehrerer gleichzeitiger PPP- und PPPoE-Verbindungen mit. Die Vorabversion erlaubt es außerdem, unter Gnome eine Gastsession in einem temporären Account zu starten: Der erhält keinen Zugriff auf die Benutzerverzeichnisse und darf keine Daten permanent speichern. Download-Links für die aktuelle Alpha von Ubuntu 8.10 finden Sie unter https://wiki.ubuntu.com/Mirrors.

Neue Beta von Mandriva 2009.0

Mandriva (http://www.mandriva.com) hat die zweite Beta des kommenden Mandriva 2009.0 fertig gestellt. Sie enthält ein vollkommen überarbeitetes Installationsprogramm, wobei sich die Änderungen sowohl auf die Funktionalität als auch auf die Optik erstrecken. Mandriva setzt in der aktuellen Version auf das Druckerkonfigurationsprogramm System-config-printer von Fedora. Allerdings verwendet Mandriva noch immer das eigene Druckersetup sowie die eigene Konfigurationsdatenbank. Benutzer von EeePCs dürfen sich freuen: Mandriva hat jetzt den NIC-Treiber atl1e mit an Bord, den einige der Netbooks von Asus benötigen.

Auch auf dem Desktop hat sich einiges getan. Die Entwickler integrierten das offizielle Mandriva-Theme in KDE 4.1. Firefox 3 ersetzt den Vorgänger, OpenOffice wurde auf Version 3.0 Beta aktualisiert. Läuft alles wie geplant, liegt die Mandriva-2009.0-Final Anfang Oktober 2008 auf den Servern. Downloadlinks für die aktuelle Beta finden sich unter http://wiki.mandriva.com/de/2009.0_Beta_2.

Xpud für Netbooks

Hinter der Live-Distribution Xpud (http://www.xpud.org) verbirgt sich ein speziell für den Einsatz auf USB-Sticks ausgelegtes System mit einer an den Easy-Mode von Xandros angelehnten Oberfläche. Die Benutzerschnittstelle Plate UI basiert auf der Technologie XUL, die auch bei der Oberfläche des Browsers Firefox ihre Dienste leistet.

Die Oberfläche gliedert sich in die Bereiche Home, Run, Openund Config. Unter Home finden Sie Informationen zum System. Hinter Run verbirgt sich ein Programmstarter, der Zugriff auf einen Webbrowser, ein Terminalfenster, einen Mediaplayer und einen Texteditor ermöglicht. Hinter dem Tab Open steckt ein Dateimanager und unter Config schließlich findet sich das Kontrollzentrum, in dem Sie Systemeinstellungen vornehmen. In der aktuellen Version haben die Entwickler noch nicht alle Funktionen implementiert. Der Browser, der Mediaplayer und die Dateiwerkzeuge funktionieren jedoch bereits.

Das schlanke System, das aktuell in Version 0.8 vorliegt, startet auch auf schwachbrüstiger Hardware zügig. Einzig der erste Aufbau der XUL-basierten Oberfläche dauert auf älteren Rechnern ein paar Sekunden. Danach erlaubt es ein zügiges Arbeiten. Der Einsatz auf Netbooks setzt allerdings ein Display mit wenigstens 1024x600 Pixeln voraus, die kleinen 7-Zoll-Bildschirme eignen sich für die Plate UI nicht.

xpud.png

Xpud eignet sich dank seiner übersichtlichen Oberfläche bestens für Netbooks.

Tip a friend    Druckansicht beenden Bookmark and Share
Kommentare